KI-Aktien drehen mit voller Wucht nach oben
Nach dem heftigen KI-Ausverkauf der vergangenen Tage folgt die Gegenbewegung - und die ist dramatisch. In Südkorea springt der Kospi zeitweise um 17 % und verzeichnet damit den größten Tagesanstieg seiner Geschichte. SK Hynix (unser Trade vom Mittwoch geht auf) und Samsung Electronics legen jeweils mehr als 20 % zu. TSMC gewinnt in Taiwan rund 9 %, der japanische Nikkei steigt zeitweise mehr als 5 %. Ich sehe das so:
Die Gegenbewegung trägt deutlich technische Züge. Gehebelte Positionen wurden in den vergangenen Tagen unter hohem Zeitdruck abgebaut. Der KI-Hedgefonds Situational Awareness des früheren OpenAI-Mitarbeiters Leopold Aschenbrenner verkaufte den Großteil seines öffentlichen Aktienportfolios an Citadel. Diese Positionen gehörten am Donnerstag zu den größten Gewinnern. Der Verkaufsdruck durch Margin Calls dürfte damit vorerst nachlassen.
Der Nasdaq 100 beendete am Donnerstag mit einem Anstieg von mehr als 3 % eine sechstägige Verlustserie. Auch die US-Futures liegen heute Morgen weiter im Plus.
Nach Microsoft liefert auch Amazon mit starken Zahlen (nachbörslich + 9,5 %) den Beleg für die KI-Nachfrage. Besonders wichtig für den gesamten KI-Komplex: Amazon hebt die geplanten Investitionen für 2026 von 200 auf rund 220 Mrd. $ an. Zum Thema gibt es unten eine aktualiserte Capex-Grafik.
Hinweis in eigener Sache
Im aktuellen Aktionärsbrief erklären wir unter anderem, warum sich der enorme Capex-Boom der Hyperscaler wirtschaftlich rechnen kann und wie die Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur monetarisiert werden sollen.
Außerdem zeichnet sich nach dem Kaufinteresse an PayPal ein weiterer heißer Übernahmekandidat aus dem Payment-Sektor ab. Auf Im Kupfersektor wird es nach der Korrektur wieder hoch spannend.
Ich empfehle den Einzelabruf des aktuellen Aktionärsbriefs im Bernecker Börsenkiosk. Der Brief kann dort ohne Abo-Verpflichtung erworben werden.
Hier geht es direkt zum Brief: https://boersenkiosk.de/Der-Aktionrsbrief
Apple wiederum ist der Leidtragende. Gute Zahlen aber ein belasteter Ausblick aufgrund von Engpässen bei Komponenten und Speicherchips. Diese begrenzen die Lieferfähigkeit und erhöhen gleichzeitig die Kosten. Das Servicegeschäft blieb hinter den hohen Markterwartungen zurück. Die Aktie verliert nachbörslich mehr als 6 %.
Deutschland: Hensoldt und Fuchs überzeugen
Hensoldt meldet erneut eine außergewöhnlich starke Nachfrage. Der Auftragseingang verdoppelt sich im ersten Halbjahr auf 2,812 Mrd. €. Der Auftragsbestand überschreitet mit 10,356 Mrd. € erstmals die Marke von 10 Mrd. €. Der Umsatz steigt um 23,6 % auf 1,167 Mrd. €, das bereinigte EBITDA von 107 auf 137 Mio. €. Die Marge verbessert sich auf 11,8 %. Der Jahresausblick wird vollständig bestätigt.
Fuchs erhöht nach einem starken ersten Halbjahr die Ergebnisprognose. Der Umsatz wächst um 11 % auf 2,003 Mrd. €, das EBIT um 24 % auf 260 Mio. €. Die EBIT-Marge steigt von 11,6 auf rund 13 %. Der Schmierstoffhersteller hebt die EBIT-Erwartung für das Gesamtjahr auf 460 bis 480 Mio. € an. Die Umsatz- und Cashflow-Prognosen bleiben bestehen. Das Wachstum beschleunigte sich im zweiten Quartal und wurde von allen drei Weltregionen getragen.
Siemens Healthineers liefert beim Ergebnis mehr als beim Umsatz. Der Quartalsumsatz steigt vergleichbar um 2,8 % auf 5,76 Mrd. € und bleibt leicht unter den Erwartungen. Das bereinigte EBIT legt auf rund 1,1 Mrd. € zu, die Marge verbessert sich von 16,8 auf 19,1 %. Schwach bleibt das Diagnostikgeschäft. Der Konzern senkt deshalb die Prognose für das vergleichbare Umsatzwachstum von 4,5 bis 5,0 % auf 3,5 bis 4,0 %. Die EPS-Prognose steigt aufgrund von US-Zollrückerstattungen auf 2,35 bis 2,45 €. Das Schlimmste sollte aber für den Kurs überstanden sein.
Europa: Engie und NatWest heben die Ziele an
Unser Empfehlungswert Engie erhöht die Prognose für das EBIT außerhalb des Nukleargeschäfts von bisher 8,7 bis 9,7 Mrd. € auf 9,2 bis 10,2 Mrd. €. Die installierte Kapazität aus erneuerbaren Energien und Speichern erreicht 59,5 Gigawatt. Weitere 6,4 Gigawatt befinden sich im Bau.
Empfehlungswert NatWest erzielt im ersten Halbjahr einen zurechenbaren Gewinn von 3,0 Mrd. £. Die Eigenkapitalrendite erreicht 19,7 %, das Ergebnis je Aktie steigt um 23,3 % auf 38,1 Pence. Die Bank verbessert ihre Jahresprognose, zahlt eine Zwischendividende von 12 Pence und will bereits mit den Jahreszahlen 2026 über weitere Aktienrückkäufe entscheiden. Die Nettozinserträge steigen um 12,6 %, die Kostenquote sinkt von 48,8 auf 46,0 %.
bei den Banken läuft es rund. Crédit Agricole übertrifft ebenfalls die Erwartungen. Der Umsatz steigt im zweiten Quartal um 7,7 % auf 7,36 Mrd. €. Wachstum liefern das Privatkundengeschäft, das Asset Management und das Investmentbanking. Auf Konzernebene wächst der zurechenbare Gewinn um 7,8 % auf 2,78 Mrd. €.
Zinsen, Yen und Rohstoffe
Die Bank of Japan lässt ihren Leitzins wie erwartet unverändert. Der Yen gibt einen Teil seiner starken Gewinne vom Donnerstag wieder ab. Zuvor hatten erneute Währungsinterventionen für die größte Yen-Aufwertung seit mehr als zwei Jahren gesorgt.
Ich wünsche ein schönes Wochenende
Ihr Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe

Nach dem heftigen KI-Ausverkauf der vergangenen Tage folgt die Gegenbewegung - und die ist dramatisch. In Südkorea springt der Kospi zeitweise um 17 % und verzeichnet damit den größten Tagesanstieg seiner Geschichte. SK Hynix (unser Trade vom Mittwoch geht auf) und Samsung Electronics legen jeweils mehr als 20 % zu. TSMC gewinnt in Taiwan rund 9 %, der japanische Nikkei steigt zeitweise mehr als 5 %. Ich sehe das so:
Die Gegenbewegung trägt deutlich technische Züge. Gehebelte Positionen wurden in den vergangenen Tagen unter hohem Zeitdruck abgebaut. Der KI-Hedgefonds Situational Awareness des früheren OpenAI-Mitarbeiters Leopold Aschenbrenner verkaufte den Großteil seines öffentlichen Aktienportfolios an Citadel. Diese Positionen gehörten am Donnerstag zu den größten Gewinnern. Der Verkaufsdruck durch Margin Calls dürfte damit vorerst nachlassen.
Der Nasdaq 100 beendete am Donnerstag mit einem Anstieg von mehr als 3 % eine sechstägige Verlustserie. Auch die US-Futures liegen heute Morgen weiter im Plus.
Nach Microsoft liefert auch Amazon mit starken Zahlen (nachbörslich + 9,5 %) den Beleg für die KI-Nachfrage. Besonders wichtig für den gesamten KI-Komplex: Amazon hebt die geplanten Investitionen für 2026 von 200 auf rund 220 Mrd. $ an. Zum Thema gibt es unten eine aktualiserte Capex-Grafik.
Hinweis in eigener Sache
Im aktuellen Aktionärsbrief erklären wir unter anderem, warum sich der enorme Capex-Boom der Hyperscaler wirtschaftlich rechnen kann und wie die Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur monetarisiert werden sollen.
Außerdem zeichnet sich nach dem Kaufinteresse an PayPal ein weiterer heißer Übernahmekandidat aus dem Payment-Sektor ab. Auf Im Kupfersektor wird es nach der Korrektur wieder hoch spannend.
Ich empfehle den Einzelabruf des aktuellen Aktionärsbriefs im Bernecker Börsenkiosk. Der Brief kann dort ohne Abo-Verpflichtung erworben werden.
Hier geht es direkt zum Brief: https://boersenkiosk.de/Der-Aktionrsbrief
Apple wiederum ist der Leidtragende. Gute Zahlen aber ein belasteter Ausblick aufgrund von Engpässen bei Komponenten und Speicherchips. Diese begrenzen die Lieferfähigkeit und erhöhen gleichzeitig die Kosten. Das Servicegeschäft blieb hinter den hohen Markterwartungen zurück. Die Aktie verliert nachbörslich mehr als 6 %.
Deutschland: Hensoldt und Fuchs überzeugen
Hensoldt meldet erneut eine außergewöhnlich starke Nachfrage. Der Auftragseingang verdoppelt sich im ersten Halbjahr auf 2,812 Mrd. €. Der Auftragsbestand überschreitet mit 10,356 Mrd. € erstmals die Marke von 10 Mrd. €. Der Umsatz steigt um 23,6 % auf 1,167 Mrd. €, das bereinigte EBITDA von 107 auf 137 Mio. €. Die Marge verbessert sich auf 11,8 %. Der Jahresausblick wird vollständig bestätigt.
Fuchs erhöht nach einem starken ersten Halbjahr die Ergebnisprognose. Der Umsatz wächst um 11 % auf 2,003 Mrd. €, das EBIT um 24 % auf 260 Mio. €. Die EBIT-Marge steigt von 11,6 auf rund 13 %. Der Schmierstoffhersteller hebt die EBIT-Erwartung für das Gesamtjahr auf 460 bis 480 Mio. € an. Die Umsatz- und Cashflow-Prognosen bleiben bestehen. Das Wachstum beschleunigte sich im zweiten Quartal und wurde von allen drei Weltregionen getragen.
Siemens Healthineers liefert beim Ergebnis mehr als beim Umsatz. Der Quartalsumsatz steigt vergleichbar um 2,8 % auf 5,76 Mrd. € und bleibt leicht unter den Erwartungen. Das bereinigte EBIT legt auf rund 1,1 Mrd. € zu, die Marge verbessert sich von 16,8 auf 19,1 %. Schwach bleibt das Diagnostikgeschäft. Der Konzern senkt deshalb die Prognose für das vergleichbare Umsatzwachstum von 4,5 bis 5,0 % auf 3,5 bis 4,0 %. Die EPS-Prognose steigt aufgrund von US-Zollrückerstattungen auf 2,35 bis 2,45 €. Das Schlimmste sollte aber für den Kurs überstanden sein.
Europa: Engie und NatWest heben die Ziele an
Unser Empfehlungswert Engie erhöht die Prognose für das EBIT außerhalb des Nukleargeschäfts von bisher 8,7 bis 9,7 Mrd. € auf 9,2 bis 10,2 Mrd. €. Die installierte Kapazität aus erneuerbaren Energien und Speichern erreicht 59,5 Gigawatt. Weitere 6,4 Gigawatt befinden sich im Bau.
Empfehlungswert NatWest erzielt im ersten Halbjahr einen zurechenbaren Gewinn von 3,0 Mrd. £. Die Eigenkapitalrendite erreicht 19,7 %, das Ergebnis je Aktie steigt um 23,3 % auf 38,1 Pence. Die Bank verbessert ihre Jahresprognose, zahlt eine Zwischendividende von 12 Pence und will bereits mit den Jahreszahlen 2026 über weitere Aktienrückkäufe entscheiden. Die Nettozinserträge steigen um 12,6 %, die Kostenquote sinkt von 48,8 auf 46,0 %.
bei den Banken läuft es rund. Crédit Agricole übertrifft ebenfalls die Erwartungen. Der Umsatz steigt im zweiten Quartal um 7,7 % auf 7,36 Mrd. €. Wachstum liefern das Privatkundengeschäft, das Asset Management und das Investmentbanking. Auf Konzernebene wächst der zurechenbare Gewinn um 7,8 % auf 2,78 Mrd. €.
Zinsen, Yen und Rohstoffe
Die Bank of Japan lässt ihren Leitzins wie erwartet unverändert. Der Yen gibt einen Teil seiner starken Gewinne vom Donnerstag wieder ab. Zuvor hatten erneute Währungsinterventionen für die größte Yen-Aufwertung seit mehr als zwei Jahren gesorgt.
Ich wünsche ein schönes Wochenende
Ihr Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
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