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Noch vor wenigen Jahren drehte sich der globale Wettbewerb in der Batterieindustrie vor allem um neue Gigafactories. Wer die größten Produktionskapazitäten aufbauen konnte, schien im Vorteil zu sein. Doch inzwischen verändert sich die Strategie der westlichen Industriestaaten spürbar. Batteriefabriken allein reichen nicht mehr aus. Entscheidend wird zunehmend die Frage, woher die eingesetzten Rohstoffe stammen - und ob ihre Herkunft vom Bergwerk bis zur fertigen Batteriezelle lückenlos nachvollziehbar ist. Genau diese Entwicklung lässt sich derzeit in den USA beobachten. Nur wenige Tage nachdem das Weiße Haus mit einer Executive Order strengere Anforderungen an die Sicherheit kritischer Rohstofflieferketten formulierte, kündigten Samsung SDI (ISIN: US7960542030) und das US-Unternehmen Forge Nano eine weitreichende Partnerschaft zum Aufbau neuer Batteriekapazitäten in Nordamerika an. Beide Meldungen zeigen, dass der eigentliche Wettbewerb künftig nicht erst in der Batteriefabrik beginnt, sondern bereits bei den Rohstoffen.
Die USA bauen ihre Batterielieferkette neu auf
Die Kooperation zwischen Samsung SDI und Forge Nano gehört zu den bislang größten Signalen für den Ausbau der amerikanischen Batteriewirtschaft. Gemeinsam planen die Unternehmen den Aufbau einer Batteriezellproduktion in North Carolina. Das Projekt wird von einer geplanten Investition zwischen 300 und 330 Millionen US-Dollar getragen. Zusätzlich erhält Forge Nano eine Förderung des US-Energieministeriums in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, während Samsung SDI das Unternehmen mit weiteren 20 Millionen US-Dollar als strategischer Investor unterstützt. Auf den ersten Blick geht es dabei um neue Produktionskapazitäten. Tatsächlich verfolgt die US-Industriepolitik jedoch ein deutlich umfassenderes Ziel: Es soll eine komplette nordamerikanische Wertschöpfungskette entstehen - vom Rohstoff über die Verarbeitung bis zur fertigen Batteriezelle.
Das Weiße Haus setzt neue Maßstäbe für kritische Rohstoffe
Diese Entwicklung wird durch die jüngste Executive Order der US-Regierung zusätzlich beschleunigt. Darin wird festgelegt, dass Materialien für die amerikanische Verteidigungsindustrie künftig möglichst aus den USA oder verbündeten Staaten stammen sollen. Gleichzeitig fordert Washington mehr Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. Kritische Rohstoffe sollen künftig vom Ursprung in der Mine bis zur späteren Verwendung nachvollziehbar sein. Unternehmen werden aufgefordert, alternative Lieferanten innerhalb verbündeter Staaten aktiv zu qualifizieren und bestehende Abhängigkeiten von geopolitisch sensiblen Regionen zu reduzieren. Damit verändert sich die Rolle vieler Rohstoffe grundlegend. Graphit gilt längst nicht mehr ausschließlich als Batterierohstoff. Die US-Regierung betrachtet kritische Mineralien zunehmend als Bestandteil wirtschaftlicher und nationaler Sicherheit.
Warum Graphit plötzlich strategisch wird
Graphit steht dabei besonders im Fokus. Während häufig über Lithium oder Seltene Erden diskutiert wird, enthält eine Lithium-Ionen-Batterie tatsächlich deutlich mehr Graphit als Lithium. Gleichzeitig ist der Rohstoff für zahlreiche weitere Anwendungen unverzichtbar - darunter Energiespeicher, Halbleiter, moderne Verteidigungstechnologien und zunehmend auch Anwendungen rund um künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Hinzu kommt ein weiteres Problem. Nach Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) waren die Vereinigten Staaten im Jahr 2024 vollständig auf Importe von Naturgraphit angewiesen. Gleichzeitig weist die International Energy Agency (IEA) darauf hin, dass China mehr als 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung von raffiniertem Graphit kontrolliert. Gerade die Weiterverarbeitung gilt deshalb als einer der größten Engpässe beim Aufbau unabhängiger westlicher Lieferketten.
Kanada könnte dabei eine Schlüsselrolle übernehmen
Vor diesem Hintergrund rückt Kanada stärker in den Mittelpunkt. Das Land verfügt über bedeutende Vorkommen kritischer Mineralien und gilt als enger strategischer Partner der USA. Während Kanada die Rohstoffbasis liefern kann, entstehen in den Vereinigten Staaten neue Kapazitäten für Verarbeitung, Batteriematerialien und Zellproduktion. Genau diese Kombination entspricht der politischen Zielsetzung einer integrierten nordamerikanischen Lieferkette. Immer häufiger entstehen deshalb Kooperationen zwischen Rohstoffentwicklern und Technologieunternehmen, um hochwertige Materialien innerhalb Nordamerikas zu produzieren und gleichzeitig die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette sicherzustellen.
Focus Graphite positioniert sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Vor diesem Hintergrund könnte Focus Graphite Inc. (ISIN: CA34416E8743) für Anleger interessant werden. Das Unternehmen entwickelt mit Lac Knife eines der hochgradigsten bekannten Naturgraphit-Projekte Nordamerikas und verfügt mit Lac Tétépisca über eine weitere bedeutende Graphitressource in Québec. Ziel ist es jedoch nicht allein, Graphit zu fördern, sondern größere Teile der Wertschöpfung innerhalb Nordamerikas abzubilden. Dazu gehören eine elektrothermische Reinigungstechnologie zur Herstellung hochreiner Graphitprodukte sowie Kooperationen mit US-Technologieunternehmen wie Forge Nano und C4V, um Materialien für Batterien und weitere Hochtechnologieanwendungen zu qualifizieren. Erst kürzlich meldete Focus Graphite einen wichtigen Meilenstein: Das Unternehmen verfügt nun über Qualifizierungsmaterial aus Lac Knife, das im Rahmen der Zusammenarbeit mit Forge Nano für weitere Reinigungs- und Beschichtungsprogramme unter Einsatz der Atomic Layer Deposition (ALD)-Technologie verwendet werden soll. Nach Unternehmensangaben konnten bei der mechanischen Aufbereitung zudem Konzentratgehalte von bis zu 98,7 Prozent Kohlenstoff erzielt werden. Frühere Tests hatten außerdem gezeigt, dass sich das Material auf einen Reinheitsgrad von 99,9996 Gewichtsprozent (5N+) thermisch reinigen lässt. Parallel dazu hat Focus Graphite nach eigenen Angaben einen Vorschlag für das Lac-Knife-Projekt im Rahmen des Programms "Domestic Processing Capabilities of Critical Minerals" des Defense Industrial Base Consortium (DIBC) eingereicht. Ziel der Initiative ist der Aufbau sicherer nordamerikanischer Lieferketten für kritische Mineralien. Ob und in welchem Umfang daraus eine Zusammenarbeit oder Förderung entsteht, ist derzeit noch offen. Unterstützt wird die langfristige Strategie des Unternehmens zudem durch Förderzusagen der kanadischen Regierung in Höhe von rund 15,4 Millionen CAD, die unter anderem die Weiterentwicklung der elektrothermischen Reinigungstechnologie und die Infrastrukturplanung unterstützen sollen.
Der eigentliche Wettbewerb beginnt vor der Batteriefabrik
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie eng Industriepolitik und Rohstoffversorgung inzwischen miteinander verknüpft sind. Investitionen in neue Batteriefabriken sind nur ein Baustein. Ebenso entscheidend wird die Frage, ob hochwertige Rohstoffe aus politisch stabilen Regionen verfügbar sind und sich innerhalb westlicher Lieferketten weiterverarbeiten lassen. Gerade Graphit könnte deshalb in den kommenden Jahren deutlich stärker in den Fokus rücken als bisher. Denn ohne geeignete Anodenmaterialien lassen sich weder Batterien für Elektrofahrzeuge noch viele Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, Energiespeicherung oder Digitalisierung realisieren.
Fazit
Die Partnerschaft zwischen Samsung SDI und Forge Nano zeigt, dass der Aufbau einer eigenständigen Batterieindustrie in Nordamerika weiter an Fahrt gewinnt. Gleichzeitig macht die jüngste Executive Order des Weißen Hauses deutlich, dass künftig nicht nur Batteriefabriken, sondern die gesamte Lieferkette strategisch abgesichert werden soll. Rückverfolgbarkeit, Verarbeitungskapazitäten und Rohstoffe aus verbündeten Staaten gewinnen dadurch erheblich an Bedeutung. Focus Graphite Inc. (ISIN: CA34416E8743) positioniert sich mit seinen Graphitprojekten, der Entwicklung einer eigenen Reinigungstechnologie sowie Kooperationen mit US-Technologiepartnern entlang genau dieser Wertschöpfungskette. Ob daraus langfristig wirtschaftlicher Erfolg entsteht, hängt weiterhin von der erfolgreichen Projektentwicklung, der Produktqualifizierung und möglichen zukünftigen Partnerschaften ab. Fest steht jedoch: Der Wettlauf um die Batterie der Zukunft beginnt längst nicht mehr erst in der Gigafactory - sondern bereits bei der Herkunft des Graphits.
Quelle:
https://ir.forgenano.com/news/news-details/2026/Forge-Nano-Forms-Landmark-Strategic-Partnership-with-Samsung-SDI-to-Enable-U-S-Production-of-Advanced-Battery-Cells/default.aspx
https://www.newsfilecorp.com/release/306887/
https://www.newsfilecorp.com/release/306223/Focus-Graphite-Highlights-Strategic-Alignment-with-White-House-Executive-Order-to-Secure-U.S.-Defense-Supply-Chains
https://pubs.usgs.gov/publication/mcs2025
https://www.iea.org/reports/global-critical-minerals-outlook-2026
https://focusgraphite.com/lac-knife/
https://focusgraphite.com/lac-tetepisca/
https://focusgraphite.com/focus-graphite-achieves-99-9996-wt-ultra-high-purity-and-2-03-ppm-ebc-in-follow-on-testing/
https://focusgraphite.com/
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