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Der Boom rund um Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und moderne Verteidigungstechnologien wird häufig mit Halbleitern, Rechenzentren oder Batterien in Verbindung gebracht. Ein entscheidender Baustein bleibt jedoch oft unbeachtet: Permanentmagnete.
Ob in den Elektromotoren von Elektrofahrzeugen, den Generatoren von Windkraftanlagen, Industrierobotern oder modernen Waffensystemen - Hochleistungsmagnete sind aus zahlreichen Zukunftstechnologien nicht mehr wegzudenken. Damit rücken auch die Seltenen Erden, aus denen diese Magnete hergestellt werden, zunehmend in den Fokus von Politik und Investoren.
Der weltweite Wettbewerb dreht sich deshalb längst nicht mehr nur um den Abbau der Rohstoffe, sondern um den Aufbau kompletter Lieferketten - vom Bergwerk bis zum fertigen Magneten.
China dominiert den Markt
China verfügt seit Jahrzehnten über eine dominante Stellung bei der Verarbeitung Seltener Erden und der Produktion von Permanentmagneten. Für westliche Industrien ist diese Abhängigkeit zunehmend zu einem strategischen Risiko geworden.
Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) könnten chinesische Exportbeschränkungen für Seltene Erden Industrien mit einer Wertschöpfung von bis zu 6,5 Billionen US-Dollar außerhalb Chinas beeinträchtigen. Betroffen wären unter anderem die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, die Halbleiterindustrie sowie der Verteidigungssektor.
Entsprechend investieren die USA, Europa, Japan und Australien inzwischen Milliardenbeträge in den Aufbau eigener Lieferketten für kritische Rohstoffe. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Bergbau, sondern auch um die Verarbeitung und Magnetproduktion.
Lynas baut die Wertschöpfung aus
Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung liefert Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6).
Der australische Produzent erzielte im vergangenen Quartal mit 288,9 Millionen Australischen Dollar Umsatz und einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 98,2 Australischen Dollar je Kilogramm Rekordwerte. Das Unternehmen profitierte insbesondere von einer anhaltend hohen Nachfrage internationaler Kunden, die ihre Lieferketten zunehmend außerhalb Chinas aufbauen.
Noch wichtiger könnte jedoch ein anderer Schritt sein.
Gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link plant Lynas den Aufbau einer Produktion von Permanentmagneten in Malaysia. Damit entwickelt sich das Unternehmen vom reinen Rohstoffproduzenten zu einem integrierten Anbieter entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Dieser Strategiewechsel zeigt, wohin sich die Branche entwickelt. Der größte Mehrwert entsteht künftig nicht allein beim Abbau der Rohstoffe, sondern bei deren Verarbeitung zu Hochleistungsmagneten.
Ohne Seltene Erden keine Hochleistungsmagnete
Permanentmagnete gehören zu den wichtigsten Komponenten moderner Elektromotoren.
Sie kommen in Elektrofahrzeugen ebenso zum Einsatz wie in Windkraftanlagen, Robotern, Drohnen, Satelliten oder Kampfflugzeugen. Auch Rechenzentren und KI-Infrastruktur benötigen zunehmend energieeffiziente Motoren und Kühlsysteme, deren Leistungsfähigkeit häufig auf Magnettechnologien basiert.
Mit dem Ausbau dieser Zukunftsmärkte steigt daher automatisch auch die Nachfrage nach Seltenen Erden wie Neodym und Praseodym.
Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, außerhalb Chinas ausreichend neue Förder- und Verarbeitungskapazitäten aufzubauen.
Neue Projekte rücken in den Fokus
Neben etablierten Produzenten beobachten Investoren deshalb zunehmend Unternehmen, die künftig zusätzliche Rohstoffquellen erschließen könnten.
Dazu zählt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) mit seinem Araxá-Projekt in Brasilien.
Nach Angaben des Unternehmens umfasst die Lagerstätte 70,91 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 4,06 Prozent TREO und zählt damit zu den größten karbonatitischen Hartgesteinsvorkommen für Seltene Erden in Südamerika. Zusätzlich verfügt das Projekt über ein umfangreiches Niob-Inventar mit 95,47 Millionen Tonnen, wodurch St George gleich zwei strategische Rohstoffe erschließen könnte.
Das Projekt liegt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais und grenzt unmittelbar an die weltweit führende Niobmine von CBMM an. Die bestehende Infrastruktur sowie die langjährige Bergbauerfahrung der Region könnten sich bei einer späteren Entwicklung als Vorteil erweisen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Unternehmen durch den Einstieg von Hancock Prospecting, der Bergbaugesellschaft der australischen Unternehmerin Gina Rinehart, die inzwischen zu den größten Aktionären zählt.
Der Wettlauf hat gerade erst begonnen
Die weltweite Nachfrage nach Permanentmagneten dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Elektromobilität, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und steigende Verteidigungsausgaben sorgen dafür, dass Hochleistungsmagnete für zahlreiche Industrien unverzichtbar werden.
Gleichzeitig versuchen westliche Staaten, ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren und eigene Lieferketten aufzubauen. Davon könnten sowohl etablierte Produzenten wie Lynas als auch Entwickler neuer Lagerstätten profitieren.
Für Anleger verschiebt sich der Blick damit zunehmend von einzelnen Rohstoffen hin zur gesamten Wertschöpfungskette. Denn der eigentliche Milliardenmarkt entsteht nicht nur beim Abbau Seltener Erden - sondern bei den Permanentmagneten, ohne die viele Zukunftstechnologien schlicht nicht funktionieren würden.
Quellen
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21125857-forum-herrscht-alarmstimmung-absturz-almonty-industries-anleger-fuerchten-tiefere-kurse
https://lynasrareearths.com/investors-media/asx-announcements/
https://www.stgm.com.au/
https://www.fr.de/wirtschaft/brechen-chinas-monopol-mit-milliarden-projekten-seltene-erden-und-permanentmagnete-usa-und-europa-94402081.html
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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Enthaltene Werte: AU000000LYC6,AU000000SGQ8
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