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Nach einer der stärksten Kursrallyes im Rohstoffsektor hat Almonty Industries (ISIN: CA0203981XXX) erstmals deutlich an Schwung verloren. Der Wolframproduzent büßte in dieser Woche zeitweise mehr als 16 Prozent an Börsenwert ein. Nach einer Verzehnfachung des Aktienkurses innerhalb von rund 18 Monaten erscheint eine Phase der Gewinnmitnahmen jedoch kaum überraschend.
Während Anleger nun über den weiteren Kursverlauf von Almonty diskutieren, zeichnet sich im Hintergrund bereits ein neuer Trend ab.
Regierungen in den USA, Europa und Asien investieren Milliarden in den Aufbau unabhängiger Lieferketten für kritische Rohstoffe. Dabei richtet sich der Blick zunehmend nicht mehr nur auf Wolfram. Auch Seltene Erden und Niob gewinnen an Bedeutung - Rohstoffe, die für Verteidigung, Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und moderne Industrie unverzichtbar geworden sind.
Für Investoren stellt sich deshalb zunehmend die Frage, welche Unternehmen von diesem strukturellen Wandel profitieren könnten.
Die Investmentstory reicht längst über Wolfram hinaus
Der Erfolg von Almonty basiert auf einer einfachen Investmentthese: China dominiert den globalen Wolframmarkt, während westliche Staaten alternative Bezugsquellen aufbauen möchten.
Genau dieses Muster zeigt sich inzwischen bei zahlreichen weiteren kritischen Rohstoffen.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) könnten Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden Industrien mit einer jährlichen Wertschöpfung von bis zu 6,5 Billionen US-Dollar außerhalb Chinas beeinträchtigen. Besonders betroffen wären die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Halbleiter sowie die Energiewirtschaft - Branchen, deren Lieferketten weiterhin stark von China abhängig sind.
Die Reaktion westlicher Regierungen fällt entsprechend deutlich aus. Die öffentliche Finanzierung strategischer Rohstoffprojekte hat sich zwischen 2023 und 2025 auf rund 65 Milliarden US-Dollar vervielfacht. Ziel ist der Aufbau eigener Lieferketten für kritische Mineralien.
Die Entwicklung zeigt: Es geht längst nicht mehr um einzelne Metalle, sondern um die Versorgungssicherheit der Schlüsselrohstoffe für die Industrie von morgen.
Lynas liefert den Beweis für die steigende Nachfrage
Während sich viele Unternehmen noch in der Entwicklungsphase befinden, profitiert Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6) bereits heute von diesem Trend.
Der australische Produzent meldete zuletzt einen Rekordumsatz von 288,9 Millionen Australischen Dollar sowie einen Rekorddurchschnittspreis von 98,2 Australischen Dollar je Kilogramm seiner Seltene-Erden-Produkte. Das Unternehmen verwies dabei auf die weiterhin hohe Nachfrage internationaler Kunden, die ihre Lieferketten zunehmend außerhalb Chinas aufbauen.
Gleichzeitig baut Lynas seine Position entlang der Wertschöpfungskette weiter aus. Gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link soll in Malaysia künftig eine Produktion von Permanentmagneten entstehen. Damit entwickelt sich Lynas zunehmend vom Rohstoffproduzenten zum integrierten Anbieter innerhalb der Magnetindustrie.
Auch die jüngste Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium unterstreicht, welche strategische Bedeutung Seltene Erden inzwischen erreicht haben.
Warum St George zunehmend Aufmerksamkeit erhält
Neben etablierten Produzenten richten Investoren ihren Blick zunehmend auf Entwickler, die künftig zusätzliche Bezugsquellen erschließen könnten.
Zu diesen Unternehmen zählt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) mit dem Araxá-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais.
Im Gegensatz zu vielen anderen Explorationsgesellschaften bietet St George gleich zwei strategische Rohstoffe aus einem Projekt: Seltene Erden und Niob.
Nach der jüngsten Ressourcenschätzung verfügt Araxá über 70,91 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 4,06 Prozent TREO sowie zusätzlich über ein 95,47 Millionen Tonnen umfassendes Niob-Inventar. Das Unternehmen bezeichnet Araxá als die größte karbonatitische Hartgesteinslagerstätte für Seltene Erden in Südamerika. Geologisch gehört das Projekt zur gleichen Lagerstättenfamilie wie die Minen von Lynas und MP Materials (ISIN: US5533681012).
Besonders interessant könnte dabei künftig jedoch das Niob-Potenzial werden.
Der unterschätzte Rohstoff Niob
Während Seltene Erden regelmäßig im Mittelpunkt geopolitischer Diskussionen stehen, wird Niob von vielen Anlegern bislang kaum beachtet.
Rund 88 Prozent der weltweiten Nachfrage entfallen auf Ferroniob, das zur Herstellung besonders leichter und gleichzeitig hochfester Stähle verwendet wird. Einsatzgebiete reichen von Pipelines über Brücken und Hochhäuser bis hin zu Fahrzeugen und militärischer Ausrüstung. Weitere Anwendungen finden sich in der Luft- und Raumfahrt, der Elektronik sowie zunehmend auch in modernen Batterietechnologien.
Hinzu kommt eine außergewöhnlich hohe Marktkonzentration.
Nach Unternehmensangaben stammen rund 80 Prozent der weltweiten Niobproduktion von einem einzigen Produzenten in Brasilien. Das Araxá-Projekt grenzt unmittelbar an die weltgrößte Niobmine von CBMM an. Dadurch profitiert St George von einer bestehenden Bergbauinfrastruktur, erfahrenen Fachkräften sowie umfangreicher metallurgischer Expertise in der Region.
Zusätzlich verfügt das Unternehmen über ein brasilianisches Expertenteam, zu dem mehrere frühere Mitarbeiter und Berater von CBMM gehören.
Die nächste Phase des Rohstoffbooms?
Der jüngste Rücksetzer bei Almonty zeigt, dass Rohstoffaktien trotz überzeugender Fundamentaldaten selten geradlinig steigen. Nach außergewöhnlichen Kursgewinnen gehören Konsolidierungsphasen zum normalen Marktgeschehen.
Der übergeordnete Trend scheint jedoch intakt.
Regierungen investieren weiterhin Milliardenbeträge in sichere Lieferketten, die Verteidigungsausgaben steigen weltweit und der Ausbau von Künstlicher Intelligenz erhöht den Bedarf an strategischen Rohstoffen zusätzlich. Viele Anleger, die zunächst vor allem auf Wolfram gesetzt haben, richten ihren Blick inzwischen auf den gesamten Markt für kritische Mineralien.
Ob etablierte Produzenten wie Lynas, angehende Produzenten wie Almonty oder Entwicklungsunternehmen wie St George künftig die größten Gewinner sein werden, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die nächste Phase des Rohstoffzyklus dürfte nicht von einem einzelnen Metall bestimmt werden - sondern von den Unternehmen, die die strategischen Rohstoffe für die Industrie und Sicherheit von morgen liefern können.
Quellen
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21125857-forum-herrscht-alarmstimmung-absturz-almonty-industries-anleger-fuerchten-tiefere-kurse
https://lynasrareearths.com/investors-media/asx-announcements/
https://www.stgm.com.au/
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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Enthaltene Werte: AU000000LYC6,AU000000SGQ8,US5533681012,CA0203987072
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