
© Foto: fn Symbolbild mit KI erstellt
Der Übernahmedeal wäre ein Knaller gewesen, doch dann war plötzlich Schluss. Red Cat Holdings zieht sich aus den Gesprächen mit Steyr Motors zurück, und die Übernahmefantasie verschwindet über Nacht aus dem Kurs. Anleger reagieren enttäuscht, der Kurs rutscht wieder deutlich ab. Doch unter der Haube brummt das Geschäft weiter, denn Steyr Motors sitzt auf einem prall gefüllten Auftragsbuch und positioniert sich im Wachstumsmarkt für unbemannte Systeme. Reicht das, um die Anleger wieder zu überzeugen? Wir schauen genauer hin. Wo ist die entscheidende Kursmarke?
Übernahme-Aus bringt Ernüchterung
Die Gespräche liefen, dann brachen sie ab. Steyr Motors bestätigte, dass Verhandlungen mit dem US-Drohnenkonzern Red Cat Holdings über ein mögliches Übernahmeangebot beendet wurden. Damit platzte die Fantasie eines Aufkaufs, und der Kurs reagierte prompt. Am Freitag ging es um über 5 Prozent nach unten, auf rund 35,20 Euro. Die Übernahmeprämie ist raus aus dem Kurs, der Blick richtet sich nun wieder auf das operative Geschäft. Und das läuft gar nicht so schlecht. Der Auftragsbestand liegt bei über 300 Millionen Euro, davon sind rund 37 Millionen Euro bereits für dieses Jahr fest eingeplant. Besonders gefragt sind die Antriebslösungen für unbemannte Boden- und Wasserfahrzeuge. Analysten sehen darin eine Nische mit echtem strategischem Wert, weit weg vom harten Preiskampf im zivilen Massenmarkt. Parallel baut das Management den Konzern zur Holding um, um für künftige Zukäufe im Bereich Hochleistungsmotoren finanziell beweglicher zu sein. Wer im Rüstungssektor mitmischen will, braucht offenbar genau diese Art von Flexibilität.
Charttechnik
Der Kurs bleibt zur Zeit noch etwas angeschlagen. Ein zuletzt versuchter Ausbruch wurde direkt, eben durch die gescheiterten Übernahmegespräche, wieder abverkauft. Die Käufer konnten sich nicht länger durchsetzen. Die Aktie ist unter dem 200er SMA, was noch den langfristigen Abwärtstrend bestätigt. Wer optimistisch bleibt, blickt auf die Marke von 40 Euro. Darüber würde sich ein Aufwärtstrend deutlicher andeuten, schließlich liegt dieses Niveau dann über den beiden SMAs, dem 50er- und dem 200er-Durchschnitt. Richtig spannend wird es aber erst bei 50 Euro werden. Nur ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke könnte einen echten Run sogar in Richtung 80 - 100 Euro auslösen. Bis dahin bleibt der Chart zerbrechlicher und Rücksetzer sind jederzeit möglich.

Was tun?
Fundamental hat Steyr Motors schon auch aktuell noch einiges zu bieten: ein volles Auftragsbuch, eine klare Nische im Verteidigungssektor und Wachstumsfantasie durch unbemannte Systeme. Der geplatzte Deal mit Red Cat trübt zwar kurzfristig die Stimmung, ändert aber nichts an der operativen Substanz. Charttechnisch bleibt das Bild noch eher mau, solange die 200-Tage-Linie nicht zurückerobert wird. Der anstehende Halbjahresbericht Ende August dürfte zeigen, ob sich die Aufträge tatsächlich in Gewinne verwandeln. Bis dahin gilt wohl noch: Abwarten und die nächsten Zahlen genau prüfen, bevor über einen Einstieg nachgedacht wird. Die 50 Euro sind die wichtigste charttechnische Marke für einen absoluten RUN!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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