
© Foto: KI-generiertes Symbolbild.
In Reaktion auf zufriedenstellende Quartalszahlen hat sich die SAP-Aktie stark erholen können. Setzen sich die Kursgewinne fort oder droht jetzt ein weiterer Rückschlag?
SAP zurück in der Erfolgsspur? Zumindest auf dem Weg dorthin!
Wird das Börsenjahr 2026 für die Aktie von SAP doch noch ein Erfolg? Um diese Frage zu beantworten, mag es zwar noch etwas zu früh sein, aber nachdem die Papiere monatelang von nahezu nicht enden wollenden Verlusten betroffen waren, hat sich in den vergangenen Tagen endlich Kursdynamik zur Oberseite entfaltet. Auslöser hierfür waren einerseits die Geschäftszahlen des Unternehmens, welche Investoren die größten Sorgen vor nachlassendem Cloud-Wachstum und einer Disruption durch KI genommen haben. Andererseits trugen auch die Geschäftszahlen von Microsoft und anderen Software-Unternehmen, wie ServiceNow, dazu bei, die Furcht vor einer dauerhaft schwächeren Entwicklung der Branche zu besänftigen.
War die SAP-Aktie vor den Zahlen noch auf ein Mehrjahrestief gefallen, hat sie sich jetzt kräftig erholt. Innerhalb weniger Handelstage haben sich die Papiere um rund 28 Prozent verteuert. Das ist für ein im deutschen Leitindex DAX notiertes Unternehmen dieser Größenordnung eine ganze Menge. Dementsprechend drängt jetzt zunehmend die Frage, ob hier weiteres Anstiegspotenzial besteht oder SAP nicht doch wieder den Rückwärtsgang einlegen könnte.

Erste deutliche Erfolge sind bereit sichtbar ...
Trotz der jüngsten Kursgewinne handelt die SAP-Aktie noch immer in einem übergeordneten Abwärtstrend. Auch der Blick auf die Performance seit dem Jahreswechsel mit einem Minus von 22 Prozent zeigt, dass bei den Anteilen der Walldorfer noch immer jede Menge Aufbauarbeit zu leisten ist.
Erste Erfolge hat die Aktie inzwischen aber vorzuweisen. Mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie bereits in der vergangenen Woche ist SAP ein erstes prozyklisches Kaufsignal gelungen. Des Weiteren konnten die Anteile den Widerstand bei 150 Euro durchbrechen, womit dieser jetzt wie die 50-Tage-Linie als Unterstützung dienen dürfte. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Entwicklung der technischen Indikatoren.
Diese befinden sich bereits seit geraumer Zeit in Aufwärtstrends. Sie lieferten also lange bullishe Divergenzen, welche eine Gegenbewegung der Aktie immer wahrscheinlicher machten, während sie den Anstieg von SAP jetzt technisch bestätigen können. Der Trendstärkeindikator MACD hat sein Vorzeichen gewechselt, was zumindest das Vorliegen eines kurzfristigen Aufwärtstrends anzeigt. Unterdessen ist der Relative-Stärke-Index (RSI) fast aus dem Stand vom überverkaufen in den leicht überkauften Bereich geschossen. Das könnte in den kommenden Tagen zu einem Pullback führen.
... weitere könnten in Kürze folgen - Pullback aber nicht ausgeschlossen
Insgesamt hat sich die Ausgangslage der SAP-Aktie aber deutlich verbessert. Das Mehrjahrestief konnte angesichts der bullishen Divergenzen und der kräftigen Gegenreaktion als Fehlsignal entlarvt werden, gleichzeitig wurden alte Unterstützungen zurückgewonnen und Distanz zu den jüngsten Tiefs aufgebaut. Das macht neue Verkaufssignale unwahrscheinlich.
Kurzfristig besteht zwar Pullback-Gefahr, um den leicht überhitzten RSI zu konsolidieren. Solange die Unterstützung bei 150 Euro aber nicht zeitnah wieder aufgegeben wird, dürfte die Aktie dank des starken MACD zügig in Richtung des Widerstandsbereichs zwischen 165 und 175 Euro aufbrechen. Dort lauert auch die 200-Tage-Linie. Deren nachhaltiges Überwinden (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) könnte dann tatsächlich eine dauerhafte Trendwende bedeuten. Kurz- und mittelfristig ist diese bereits durch den zaghaften Anstieg der 50-Tage-Linie angedeutet.
Fazit: Weiterhin ein attraktives Gesamtpaket
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist SAP trotz der zuletzt starken Erholungsgewinne unverändert moderat bewertet. Das für 2026 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 22,4 und für 2027 bei 19,4. Das geht in Ordnung, solange SAP seine Erlöse insbesondere im Cloud-Bereich weiter steigern kann. Attraktiv ist die Aktie darüber hinaus beim Verhältnis von Unternehmenswert und operativem Ertrag (EV/EBITDA). Da SAP vergleichsweise wenig verschuldet ist, liegt dieses bei sehr moderaten 14 für dieses und 12 für das kommende Geschäftsjahr.
Gleichzeitig bietet SAP angesichts der prognostizierten Cashflow-Renditen von 5,6 und 6,5 Prozent hohe Barmittelzuflüsse, die nicht zuletzt auch der Dividende zugutekommen dürfte. Hier sind 1,7 und 1,9 Prozent zu erwarten, was vor allem über dem Durchschnitt US-amerikanischer Software- und Cloud-Anbieter liegt. Insgesamt ergibt sich damit ein noch immer attraktives Gesamtpaket, mit Chancen, die eher auf der Oberseite zu suchen sind.
Gastautor: Max Gross
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