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Die Barrick Mining-Aktie ist in diesem Jahr regelrecht durch die Decke gegangen. Der Kurs hat sich mehr als verdoppelt. Damit gehört das kanadische Bergbauunternehmen zu den Stars an der Börse. Zwei Dinge haben besonders geholfen: Gold kostet mittlerweile über 4.300 US-Dollar pro Unze. Und der lange Streit mit der Regierung in Mali ist endlich vom Tisch. Aber jetzt fragen sich viele: Geht die Rally weiter oder kommt bald eine Verschnaufpause? Interessant ist vor allem der Plan, die Minen in Nordamerika in eine eigene Firma auszulagern. Das könnte den Wert für die Aktionäre noch mal steigern. Allerdings gibt es schon erste Anzeichen dafür, dass die Aktie eine Pause brauchen könnte.
Starke Zahlen und kluge Entscheidungen
Barrick Mining hat vom steigenden Goldpreis richtig profitiert. Im dritten Quartal hat das Unternehmen 829.000 Unzen Gold aus dem Boden geholt. Dabei sind 2,4 Milliarden US-Dollar an operativem Cashflow zusammengekommen. Davon blieben 1,5 Milliarden US-Dollar als freier Cashflow übrig. Mit diesem dicken Polster konnte das Management die Dividende um ein Viertel erhöhen. Besonders wichtig war die Einigung mit der Regierung in Mali im November. Der Konflikt um den Loulo-Gounkoto-Komplex hatte monatelang auf der Aktie gelastet. Barrick verpflichtete sich zur Zahlung von 430 Millionen US-Dollar und erhielt im Gegenzug die volle operative Kontrolle zurück. Die Minenlizenz wurde um weitere zehn Jahre verlängert. Dieser Deal beseitigte ein erhebliches Risiko aus dem Portfolio. Noch spannender ist die angekündigte Prüfung eines Börsengangs der nordamerikanischen Assets. Die neue Firma soll drei wichtige Goldminen in Nordamerika zusammenfassen: Nevada Gold Mines, Pueblo Viejo und Fourmile. Experten glauben, dass diese drei zusammen zwischen 40 und 50 Milliarden US-Dollar wert sind. Das ist beachtlich, denn das ganze Unternehmen wird aktuell mit 77 Milliarden US-Dollar bewertet. Goldminen in Nordamerika bekommen an der Börse normalerweise höhere Bewertungen als Minen in Afrika. Wenn Barrick diese Minen jetzt ausgliedert, könnte das zeigen, wie wertvoll sie wirklich sind. Das würde dem Aktienkurs helfen.
Charttechnik
Nach dem starken Anstieg steht die Aktie jetzt bei etwa 44 US-Dollar. Das ist nicht weit weg vom Jahreshöchststand von über 46 US-Dollar. Der RSI-Indikator zeigt einen Wert von 74. Alles über 70 gilt als überkauft. Das ist ein klassisches Warnsignal. Nach so einem steilen Anstieg ist eine Konsolidierung oder sogar eine stärkere Korrektur nicht ungewöhnlich, sondern sogar wahrscheinlich. Die technische Unterstützung liegt im Bereich um 43 US-Dollar. Sollte diese nicht halten, könnte die Aktie weiter in Richtung 40 US-Dollar zurückkommen. Genau diese Rücksetzer bieten aber auch Chancen für einen gestaffelten Einstieg. Wer an die Gold-Story glaubt, könnte im Bereich zwischen 35 und 40 US-Dollar erste Positionen aufbauen. Bei diesen Kursen würde das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich attraktiver aussehen. Wichtig ist die Beobachtung des Goldpreises. Aktuell pendelt Spot-Gold zwischen 4.335 und 4.365 US-Dollar je Unze. Sollte Gold seine Rally fortsetzen, bietet Barrick als großer Produzent einen enormen Hebel auf den Metallpreis. Umgekehrt würde ein stärkerer Rückgang bei Gold auch die Aktie belasten. Die erhöhten Handelsumsätze zeigen, dass institutionelle Investoren aktiv umschichten.

Was tun?
Barrick Mining steht fundamental gut da. Die Kombination aus Rekordgoldpreisen, gelösten operativen Problemen in Mali und der möglichen Wertfreisetzung durch die NewCo-Abspaltung spricht für die langfristige Perspektive. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 liegt leicht unter dem Branchenschnitt und erscheint angemessen. Die Dividendenrendite von 1,5 Prozent ist ok, aber nicht spektakulär. Allerdings mahnt die Charttechnik zur Vorsicht. Ein RSI von 74 signalisiert kurzfristig eine Überhitzung. Nach einer Performance von deutlich über 100 Prozent in einem Jahr ist eine Konsolidierung überfällig. Anleger sollten nicht blind zum aktuellen Kurs einsteigen, sondern auf bessere Einstiegschancen warten. Erste Positionen im Bereich 35 bis 40 US-Dollar bieten ein deutlich attraktiveres Chance-Risiko-Profil. Wer bereits investiert ist, kann durchaus an Bord bleiben. Die Story ist intakt und die nächsten wichtigen Impulse kommen Mitte Februar mit den Jahreszahlen und konkreteren Informationen zum NewCo-Börsengang. Für Neueinsteiger gilt: Geduld zahlt sich aus. Nutzen Sie eventuell Schwächephasen für einen gestaffelten Aufbau der Position. Als Hebel auf steigende Goldpreise bleibt Barrick eine spannende Wette, aber das Timing entscheidet über den Erfolg.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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