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Das Jahr 2025 war für Novo Nordisk ein echter Dämpfer. Die Aktie verlor heftig und rutschte von ihrem Allzeithoch deutlich in niedrigere Gefilde.
Doch zum Jahresende 2025 häuften sich die positiven Signale. Chinas oberstes Gericht stärkt den Patentschutz für Semaglutid bis März 2026. Die FDA hat kurz vor Weihnachten die Wegovy-Pille zugelassen. Und in den USA startet die Markteinführung bereits Anfang Januar zum Kampfpreis von 149 US-Dollar pro Monat. Analysten von J.P. Morgan bleiben bei ihrer Kaufempfehlung und sehen die Aktie bei 350 Kronen (47 Euro). Die Deutsche Bank liegt mit einem Kursziel von 475 Kronen (63,50 Euro) noch deutlich darüber. Nach dem harten Absturz könnte jetzt eine kräftige Erholung in Richtung 70 bis 80 Euro einsetzen. Denn vieles spricht dafür, dass die Dänen im neuen Jahr 2026 wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Die Bodenbildung scheint abgeschlossen, die Weichen sind gestellt.
China stärkt Novo Nordisk den Rücken
Der Patentstreit in China ist entschieden. Das oberste Gericht hat das Semaglutid-Patent bestätigt und damit Novo Nordisk eine wichtige Verschnaufpause verschafft. Bis zum Ablauf im März 2026 bleiben Nachahmerprodukte draußen. Das klingt erst mal positiv, doch das Management dämpft die Euphorie schnell. Man rechne weiterhin mit Umsatzrückgängen ab 2026, wenn chinesische Generika-Hersteller in den Markt drängen. Um Boden zu gewinnen, hat Novo Nordisk Ende Dezember die Preise für Wegovy in China um bis zu 50 Prozent gesenkt. Die Botschaft ist klar: Lieber Marktanteile sichern als auf hohe Margen setzen. Bei 148 Millionen Diabetikern in China geht es um enorme Volumina. Wer sich jetzt als Standard etabliert, hat langfristig die Nase vorn. Dass Konkurrent Eli Lilly ebenfalls die Preise senkt, zeigt den harten Wettbewerb. Aber es bestätigt auch die Attraktivität des chinesischen Adipositas-Markts. Kurzfristig drückt die Strategie auf die Marge, langfristig könnte sie sich auszahlen.
Wegovy-Pille als Gamechanger
Die FDA-Zulassung der Wegovy-Pille am 22. Dezember war das ersehnte Weihnachtsgeschenk. Erstmals gibt es eine GLP-1-Tablette zur langfristigen Gewichtsreduktion. Die Studiendaten zeigen einen vergleichbaren Gewichtsverlust wie bei der wöchentlichen Spritze. Das eröffnet neue Patientengruppen, die Injektionen scheuen. Schon Anfang Januar 2026 startet der Verkauf in den USA. Mit einem Einstiegspreis von 149 Dollar pro Monat unterbietet Novo Nordisk gezielt den Markt. Die Hoffnung: Die US-Verkäufe gleichen die Verluste in Asien aus. Analysten sind vorsichtig optimistisch. J.P. Morgan sieht sinkende Preise als Hebel für höhere Absatzmengen. Entscheidend wird, ob Novo Nordisk die Produktionskapazitäten stabil halten kann. Die Engpässe der Vorjahre dürfen sich nicht wiederholen. Auch die Konkurrenz schläft nicht. Eli Lilly will im ersten Halbjahr 2026 eine Zulassung für seine orale Lösung Orforglipron bekommen. In Europa hat Novo Nordisk die Anträge bei der EMA eingereicht. Eine Entscheidung wird noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet.

Charttechnik
Die Aktie hat seit August eine starke Unterstützung zwischen bei 40 Euro ausgebildet. Die jüngste Erholung auf 44 Euro zeigt erste Lebenszeichen. Der Durchbruch über die 50-Tage-Linie bei 42,43 Kronen ist geglückt. Das sind gute Signale. Allerdings steht der langfristige Abwärtstrend noch. Erst ein Ausbruch über 52,32 Euro (dort verläuft der 200er SMA) würde den Weg in Richtung 60 bis 70 Euro freimachen. Nach dem heftigen Absturz der letzten Monate auf knapp unter 40 Euro ist schon viel Negatives eingepreist worden. Ein Rebound in Richtung 70 bis 80 Euro erscheint möglich, wenn die nächsten Quartalszahlen im Februar überzeugen.
Was tun?
Die Aktie ist nach dem heftigen Kursrutsch recht günstig bewertet. Viele negative Faktoren sind eingepreist. Die FDA-Zulassung der Wegovy-Pille und der Patentsieg in China sind starke Impulse. Der US-Marktstart im Januar könnte frischen Wind bringen. Allerdings bleibt der Wettbewerb mit Eli Lilly hart. Die Preissenkungen in China belasten kurzfristig die Marge. Die Quartalszahlen im Februar werden zeigen, ob die Strategie aufgeht. Charttechnisch hat die Aktie erste Hürden genommen, der langfristige Abwärtstrend ist aber noch intakt. Für mutige Anleger mit längerem Zeithorizont bietet sich hier eine Chance. Wer jetzt einsteigt, sollte aber unbedingt einen Stopp setzen. Bei positiven Signalen aus den USA und Europa könnte die Aktie durchaus in Richtung 70 bis 80 Euro laufen. Die Bodenbildung scheint abgeschlossen, die Weichen für eine Erholung sind gestellt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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