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Die SAP-Aktie steht an einem spannenden Punkt, möglicherweise sogar an dem Trendwendepunkt.
Nachdem das Papier des Walldorfer Softwarekonzerns monatelang unter Druck stand und Richtung 200 Euro zurückfiel, mehren sich die Anzeichen für eine nachhaltige Erholung. Barclays Capital hat zwar das Kursziel von 300 auf 270 Euro gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Die Analysten sehen die jüngsten Kursrückgänge vor allem als Folge der allgemeinen Verunsicherung im Technologiesektor. Dabei läuft das operative Geschäft bei SAP weiter rund. Die Cloud-Transformation kommt bei den Kunden gut voran, und die Zahlen für das vierte Quartal dürften solide ausfallen. Technisch gesehen könnte die Bodenbildung bei 200 Euro bereits abgeschlossen sein. Der RSI-Indikator sendet erste positive Signale und deutet auf eine mögliche Kursbewegung in Richtung 240 bis 250 Euro hin. Für Anleger, die auf einen der "stabilsten Werte" im DAX setzen wollen, könnte sich jetzt eine interessante Gelegenheit bieten.
Cloud-Geschäft als Wachstumstreiber
SAP hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass die strategische Neuausrichtung auf Cloud-Lösungen Früchte trägt. Der Wartungsauslauf für die alten Systeme zwingt die Kunden regelrecht zur Migration auf S/4HANA. Diese Entwicklung sorgt für planbare und wiederkehrende Einnahmen. Konkrete Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Unternehmen mit der notwendigen Umstellung umgehen. Während manche auf eine komplette Neuimplementierung setzen, wählen andere einen pragmatischen Weg, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren. Entscheidend ist aber, dass die Transformation läuft und sich beschleunigt. Das sichert SAP langfristig stabile Geschäfte. Die Analysten von Goldman Sachs sehen den fairen Wert der Aktie sogar bei 320 Euro. Der breite Marktkonsens liegt bei ca. 280 Euro. Diese Zahlen zeigen, wie groß die Diskrepanz zwischen dem aktuellen Kurs und den fundamentalen Perspektiven ist.

Charttechnik
Die charttechnische Lage hat sich in den letzten Tagen verbessert. Nach dem Test der 200-Euro-Marke kam es zu einer ersten Gegenbewegung. Entscheidend ist nun, ob die 200er Marke als Unterstützung hält. Das 52-Wochen-Tief liegt in etwa dort. Solange die Aktie darüber bleibt, haben die Bullen noch eine Chance. Der RSI-Indikator steigt von der 30er-Marke wieder in Richtung Norden. Das ist ein klassisches Zeichen dafür, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Die überverkaufte Situation löst sich auf. Ein nachhaltiger Anstieg über 210 bis 215 Euro würde weiteres Potenzial freisetzen. Dann rückt der gleitende 200-Tage-Durchschnitt bei 237 Euro in den Fokus. Darüber hinaus wäre der Weg frei bis 250 oder sogar 260 Euro. Wichtig ist allerdings, dass die psychologisch wichtige 200-Euro-Schwelle nicht mehr unterschritten wird, zumindest nicht längerfristig. Ansonsten drohen weitere Abgaben in Richtung 180 bis 190 Euro.
Was tun?
Die SAP-Aktie bietet für mutige Anleger eine interessante Chance. Die fundamentale Story stimmt. Die Cloud-Transformation läuft, die Kunden müssen umsteigen, und die Geschäftszahlen sollten solide bleiben. Die Q4-Zahlen werden am 29. Januar vorgelegt. Bis dahin könnte die charttechnische Bodenbildung schon weit fortgeschritten sein. Der RSI unterstützt die These einer Trendwende. Wer jetzt einsteigt, bekommt einen deutschen Technologiewerte zu einem attraktiven Preis. Das KGV von über 30 mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, ist aber angesichts der Wachstumsperspektiven durchaus vertretbar. Die Analysten bleiben optimistisch. Barclays hält trotz der Kurszielsenkung an der Kaufempfehlung fest. Die Bewertung mit Overweight signalisiert Vertrauen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet noch ab, bis die 210-Euro-Marke oder auch ein paar Euro mehr nachhaltig überschritten wird. Dann wäre das charttechnische Bild klarer. Langfristig orientierte Anleger können aber schon jetzt zugreifen. Das Chance-Risiko-Verhältnis erscheint attraktiv. Wenn die Unterstützung bei 200 Euro halten sollte, ist nach oben bis 250 Euro Luft.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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