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Die Siemens Energy-Aktie hat zuletzt ein neues Allzeithoch bei 157,10 Euro markiert. Der Chart sieht aber aus wie eine Fahnenstange. Doch wer an die Edelmetallmärkte denkt, weiß: Fahnenstangen brechen irgendwann. Gold und Silber haben es zuletzt vorgemacht - steile Rallys enden oft abrupt.
Auch bei Siemens Energy dürfte die Luft immer dünner werden. Nach monatelangem Höhenflug droht jetzt eine scharfe Korrektur. Der RSI notiert bei 77 und signalisiert extreme Überhitzung. Einige Analysten sprechen schon von einer möglichen Erschöpfung. Wenn die Euphorie kippt, warten bei 100 Euro technische Unterstützungen. Dort verläuft der 200er SMA. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Stange bricht.
Überhitzung nach Rekordfahrt
Die Siemens Energy-Aktie kennt seit Monaten nur eine Richtung: nach oben. Innerhalb von zwölf Monaten hat sich der Kurs nahezu verdreifacht. Die Performance liegt bei fast 200 Prozent. Das klingt traumhaft. Aber der Chart zeigt momentan eine andere Geschichte. Die Bewegung ist nahezu steil, fast vertikal verlaufen. Jede Konsolidierung wurde sofort wieder gekauft. Kein Wunder, dass die technischen Indikatoren jetzt zunehmend rot blinken. Diese Woche sprang der Kurs mit einem kleinen Gap nach oben auf über 157 Euro. Genau dort liegt die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals. Charttechniker sprechen von einem möglichen Erschöpfungsgap. Das bedeutet: Die letzten Käufer springen auf einen fahrenden Zug auf, während die Profis schon aussteigen. Solche Gaps entstehen oft am Ende einer Rally. Sie markieren nicht zwingend eine Trendwende. Aber sie läuten meistens eine Korrektur ein. Der Relative-Stärke-Index liegt bei hohen 77. Alles über 70 gilt als überkauft. Werte über 80 sind selten und gefährlich - bis dahin fehlt nicht mehr viel. Die Aktie hat sich zu weit von ihren gleitenden Durchschnitten (50er und 200er SMA) entfernt. Das ist keine gesunde Entwicklung. Früher oder später kommt die Schwerkraft zurück. Die Frage ist nur, wie stark der Rücksetzer ausfällt. Wer an Gold und Silber denkt, bekommt eine Vorstellung davon. Beide Edelmetalle haben in den letzten Tagen gezeigt, wie schnell Fahnenstangen zusammenbrechen können. Nach steilen Anstiegen folgen oft ebenso steile Abstürze. Die Euphorie kippt binnen Tagen. Was gestern noch als sicherer Gewinn galt, wird plötzlich zum Verlustgeschäft. Siemens Energy könnte ein ähnliches Schicksal erleiden.

Charttechnik
Der Chart von Siemens Energy gleicht einer Fahnenstange. Seit Jahresbeginn ging es um 31 Prozent nach oben. In den letzten drei Monaten waren es 44,79 Prozent. Die Aktie hat kaum Verschnaufpausen eingelegt. Jeder Rücksetzer wurde sofort wieder gekauft. Das hat den Kurs immer weiter nach oben getrieben. Doch genau diese Dynamik könnte jetzt zum Problem werden. Die obere Begrenzung des Trendkanals ist erreicht. Dort endet oftmals die Kraft. Viele Anleger warten auf genau diesen Punkt, um Gewinne mitzunehmen. Das Volumen der letzten Tage deutet darauf hin, dass die Kaufbereitschaft nachlässt. Der Kurs steigt zwar noch, aber es braucht immer mehr Kraft dafür. Das ist ein klassisches Warnsignal. Sollte die Aktie unter 143- 145 Euro rutschen, könnte eine größere Korrektur starten. Die nächste markante Unterstützung liegt bei 130 Euro. Dort verlief zuletzt eine Konsolidierungszone. Bricht auch diese Marke, wird es ernst. Dann rückt die 100-Euro-Marke in den Fokus. Genau dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt. Diese Linie gilt als wichtige langfristige Unterstützung. Viele institutionelle Anleger orientieren sich daran.
Gold und Silber haben gezeigt, wie schnell solche Bewegungen ablaufen können. Nach euphorischen Phasen kommt oft die Ernüchterung. Die Marktteilnehmer, die zuletzt eingestiegen sind, sitzen dann auf Verlusten. Panikverkäufe verstärken die Abwärtsbewegung. Was wie ein sicherer Gewinn aussah, entpuppt sich als Falle. Bei Siemens Energy könnte es ähnlich laufen.
Was tun?
Fundamental mag vieles bei Siemens Energy stimmen. Die Investitionen in den USA sind ein starkes Signal. Die Nachfrage nach Energieinfrastruktur wächst. Auch die offenen Worte von CEO Christian Bruch zur Windkraft-Tochter Gamesa zeigen, dass das Management handlungsfähig ist. Aber all das ändert nichts an der Tatsache, dass die Bewertung heiß gelaufen ist. Die Quartalszahlen am 11. Februar werden zeigen, ob die operativen Fortschritte mit der Kursentwicklung Schritt halten. Doch selbst wenn die Zahlen gut ausfallen, könnte die Aktie trotzdem fallen. Oft genug hat man gesehen, wie positive Nachrichten zum Verkaufssignal wurden. Die Erwartungen sind einfach zu hoch. Jede kleine Enttäuschung könnte eine Verkaufswelle auslösen. Charttechnisch ist die Lage ziemlich eindeutig. Der RSI von 77 ruft schon förmlich nach einer Korrektur. Das Erschöpfungsgap deutet auf ein nahes Ende der Rally hin. Die obere Trendkanalbegrenzung ist erreicht. Historisch gesehen ist das kein guter Zeitpunkt zum Einstieg. Wer jetzt noch kauft, geht ein hohes Risiko ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rücksetzer ist derzeit größer als die Chance auf weitere Gewinne. Gold und Silber haben gezeigt, was mit Fahnenstangen passiert, wenn diese brechen. Und wenn sie brechen, geht es oft rasend schnell runter. Viel schneller, als es nach oben ging. Bei Siemens Energy könnte das Szenario ähnlich ablaufen. Ein Rückfall auf 100 Euro wäre zwar keine Katastrophe, sondern eine gesunde Korrektur. Dort würde die Aktie auf eine massive Unterstützung treffen. Der 200-Tage-Durchschnitt hätte dann wieder Gültigkeit. Für Investierte ist das Verlustpotenzial aber recht hoch.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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