
© Foto: Florian Pircher auf Pixabay (Symbolbild)
Der Goldriese Barrick Mining glänzt mit den besten Quartalszahlen seit Jahren. Die Dividende wurde mehr als verdoppelt, der freie Cashflow bricht alle bisherigen Rekorde, und ein milliardenschwerer Börsengang steht auf dem Plan. Gleichzeitig schwelt im Hintergrund ein Rechtsstreit mit Partner Newmont, der das größte Vorhaben des Konzerns gefährden könnte. Und dann wäre da noch die Geopolitik. Der Irak-Krieg treibt die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold weiter an. Was steckt wirklich hinter den Zahlen, was sagt der Chart, was ist mit dem Streit? Lohnt sich ein Einstieg jetzt?
Starke Zahlen, großer Umbau
Barrick Mining hat das vierte Quartal 2025 mit beeindruckenden Zahlen abgeschlossen. Der operative Cashflow erreichte 2,73 Milliarden US-Dollar. Beim freien Cashflow waren es 1,62 Milliarden. Besonders auffällig: Der bereinigte Gewinn je Aktie landete bei 1,04 US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 0,90 US-Dollar deutlich. Übers Gesamtjahr summierten sich die Erlöse auf knapp 17 Milliarden US-Dollar. Auch operativ lief es rund. Die Goldproduktion kletterte im vierten Quartal auf 871.000 Unzen, fünf Prozent mehr als im Vorquartal. Die Carlin-Mine legte bei der Förderung um ein Viertel zu, und Pueblo Viejo fuhr erneut Rekord-Durchsatzmengen ein. Parallel dazu hat Barrick seine Dividendenpolitik neu aufgestellt. Die Quartalsdividende wurde mehr als verdoppelt auf 0,42 US-Dollar je Aktie. Beim aktuellen Kursniveau ergibt sich daraus eine jährliche Rendite von über drei Prozent. Zusätzlich kaufte Barrick im Gesamtjahr eigene Aktien im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar zurück. Strategisch ist der geplante Börsengang der nordamerikanischen Goldsparte der größte Schritt. In die neue Gesellschaft sollen die Anteile an Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo sowie das Explorationsprojekt Fourmile einfließen. Das Fourmile-Projekt ist dabei das eigentliche Kronjuwel. Die Goldressourcen haben sich das zweite Jahr in Folge verdoppelt, auf 2,6 Millionen indizierte und 13 Millionen abgeleitete Unzen. Getrübt wird das Bild aber durch den Rechtsstreit mit Newmont. Der Partner hält 38,5 Prozent am Nevada Gold Mines Joint Venture und pocht auf sein Vorkaufsrecht. Eine Einigungsfrist lief Anfang März ab. Ohne Lösung könnte der gesamte Börsengangsplan blockiert werden. Für 2026 erwartet Barrick eine Goldproduktion von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen bei All-in Sustaining Costs von 1.760 bis 1.950 US-Dollar je Unze.

Charttechnik und Analysten
Nach einer deutlichen Aufwärtsbewegung geriet die Barrick-Aktie zuletzt in eine kleinere Korrektur. Dabei setzte der Kurs ziemlich exakt auf dem einfachen 50-Tage-Gleitenden Durchschnitt auf. Dieser hat gehalten. Solche Tests des 50er-SMAs, bei denen der Kurs abprallt und sich wieder nach oben orientiert, gelten als klassisches Kaufsignal in einem intakten Aufwärtstrend. Das Momentum zeigt sich wieder freundlicher. Wer jetzt einsteigt, könnte mit dem 50-Tage-Durchschnitt eine klar definierte Stoppmarke haben und auch bei einem Longtrade einsetzten. Das geopolitische Umfeld spielt Barrick zur Zeit ebenfalls in die Hände. Der Irak-Krieg sorgt für Unruhe, Investoren suchen Sicherheit in Gold. Der Spotpreis kletterte zuletzt auf über 5.200 US-Dollar je Unze. Sollte die Unsicherheit anhalten, dürfte Gold weiter zulegen. Der Analystenkonsens sieht die Aktie bei "Moderate Buy" mit einem Kursziel von 55,25 US-Dollar. Der RSI liegt zwar bei 70 und damit genau an der Marke zur Überkauftheit, jedoch wäre ein Durchbruch nach oben auch als Trendbestätigung anzusehen.
Was tun?
Die Unternehmenszahlen sind stark, der Cashflow ist auf Rekordniveau, die Dividende wurde mehr als verdoppelt. Charttechnisch hat der 50er SMA als Unterstützung gehalten, die Aktie tendiert wieder nach oben. Wer den 50er SMA z. B. als Stoppmarke setzt, hat ein besser kalkulierbares C/R-Verhältnis. Auf der anderen Seite bleibt der Newmont-Streit das größte Fragezeichen. Scheitert der Börsengang der Nordamerika-Sparte, verliert die Aktie einen wichtigen Kurstreiber. Auch die leicht rückläufige Produktionsprognose und die steigenden Förderkosten sind keine Kleinigkeit. Unterm Strich bleibt zu sagen, dass wer in Edelmetalle investiert sein will und von weiter steigenden Goldpreisen ausgeht, kann in Barrick Mining einen der größten und finanziell gesündesten Produzenten weltweit finden. Die Charttechnik gibt zur Zeit noch grünes Licht. Wer aber einsteigt, könnte z. B. den 50-Tage-Durchschnitt konsequent als (sogar nachziehbare) Stoppmarke nutzen und den Newmont-Konflikt genau im Blick behalten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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