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In einem ohnehin schwachen Gesamtmarktumfeld gibt die Aktie von Bayer am Dienstag rund 4 Prozent nach und ist damit einer der schwächsten Werte im DAX.
Bayer-Aktie korrigiert: Kommt es jetzt sogar noch schlimmer?
Der Abverkauf am Gesamtmarkt ist am Dienstag in die zweite Runde gegangen, nachdem schon der Wochenauftakt schwach ausgefallen war. In der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite ist keine Entspannung in Sicht. Die explodierenden Energiepreise sowie die Gefahr eines Flächenbrands in der Region treiben Investoren daher aus ihren Anlagen.
Zu den Verlierern gehört einmal mehr auch Bayer. Die Aktie befindet sich seit einem Blow-off-Top im Bereich von 50 Euro in einer Korrekturbewegung, die in den vergangenen Tagen weiter an Fahrt aufgenommen hat. Ein Ende der Verkäufe ist aus technischer Perspektive jedoch noch nicht abzusehen, im Gegenteil: Die Schwäche am Dienstag führt zu einer weiteren Eintrübung des Chartbildes.

Dieses Blow-off-Top sorgt für viel Ärger ...
Profitierten die Anteile zwischen November und Mitte Februar noch von einer Verschärfung, des im vergangenen Jahr gestarteten Erholungstrends, wird der Bayer-Aktie diese jetzt zum Verhängnis. Obwohl sich im Chart schon ein Round-Top abgezeichnet hatte und im Relative-Stärke-Index (RSI) bearishe Divergenzen vorlagen, konnten sich die Anteile nach der Meldung über einen vor Gericht anerkannten Vergleich noch einmal auf fast 50 Euro verteuern. Diese Entwicklung entpuppte sich jedoch rasch als nicht nachhaltig und sorgte für eine umso größere Verkaufsdynamik.
Das Herausfallen aus dem Aufwärtstrendkanal war ein erstes Warnsignal, dem mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 45 Euro ein weiteres folgte. Diese mündeten in den vergangenen zwei Tagen nun in technische Verkaufssignale.
... der jetzt noch größer werden könnte
Zum einen wurde schon am vergangenen Freitag die 50-Tage-Linie per Wochenschluss unterschritten, zum anderen wackelt am Dienstag auch der bei 40 Euro verlaufende Support, der aus einem früheren Verlaufshoch hervorgegangen ist. Damit ist auch das Rounding-Top abgeschlossen, was angesichts der schwachen technischen Indikatoren in eine Korrektur bis 35 Euro und anschließend auch in den Bereich zwischen 30 und 32 Euro münden dürfte.
Zwar ist der RSI auf Tageskursbasis in den überverkauften Bereich gefallen, allerdings hat der MACD mit dem Unterschreiten seiner Nulllinie gerade erst einen neuen Abwärtstrend angezeigt, was sich in einem längeren Aufenthalt des RSI auf überverkauften Niveaus und dementsprechenden Verkaufsdruck in der Aktie niederschlagen könnte.
Aufhellen würde sich das aktuell äußerst bearishe Chartbild erst wieder für Kurse oberhalb der 50-Tage-Linie bei rund 42,24 Euro, wofür aber gleichzeitig der technische Rückenwind fehlt und außerdem die Gesamtmarktstimmung zu schwach ist.
Fazit: Hier drängt sich kein Einstieg auf!
Auch mit Blick auf die Fundamentaldaten drängt sich nach wie vor kein Einstieg bei der Aktie auf. Einerseits ist völlig unklar, ob es tatsächlich zum von Bayer angestrebten Vergleich kommen wird, da erste Klägergruppen bereits Widerstand angekündigt haben. Damit bleiben die juristischen Unsicherheiten bestehen.
Außerdem ist die Aktie für 2026 bereits mit einem KGVe von 27,7 bewertet, was deutlich über dem Branchendurchschnitt von 18,4 liegt - und das bei einem gleichzeitig unsicheren Ausblick auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung. Da es eine Vielzahl deutlich günstigerer und gleichzeitig wachstumsstärkerer Pharmawerte (Amgen, Merck, Pfizer) gibt, sollten Anlegerinnen und Anleger die Bayer-Aktie auch auf den aktuellen Preisniveaus meiden. Technisch orientierte Trader warten vor einem Long-Einstieg einen erfolgreichen Test der 200-Tage-Linie oder bei einem antizyklischen Einstieg bullishe Divergenzen ab.
Gastautor: Max Gross
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