FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vage Hoffnung auf eine Sicherung der Straße von Hormus durch US-Streitkräfte hat den heftigen Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch zunächst gestoppt. Zudem kursieren an den Märkten Spekulationen über mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der in den beiden vergangenen Tagen um fast sechs Prozent abgesackte Dax stieg am frühen Nachmittag um 1,6 Prozent im Plus auf 24.178 Zähler.
Der MDax der mittelgroßen Börsentitel erholte sich um gut zwei Prozent auf 30430,19 Zähler und schaffte es wieder über die runde Marke von 30.000 Zählern. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 legte um knapp zwei Prozent zu.
"Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren", schrieb US-Präsident Donald Trump am Vorabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.
An der Börse ICE in Amsterdam fiel der Gaspreis am Mittwoch zuletzt um 11 Prozent. Angesichts des Kriegs im Nahen Osten und der damit verbundenen Versorgungsängste hatte sich der Gaspreis in nur zwei Tagen in der Spitze mehr als verdoppelt.
Vorbörsliche Indikationen deuten auf wenig bewegte Börsen in New York und an der Nasdaq-Börse zum Auftakt hin. Am Markt überwiegt nach wie vor die Skepsis: "Der für die Märkte zentrale Aspekt ist, dass es bislang auf beiden Seiten keinerlei Anzeichen einer Deeskalation gibt", schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank mit Blick auf die Konfliktparteien in Nahost.
Gleich mehrere DAX-Konzerne stehen mit Geschäftszahlen und Prognosen im Blick der Anleger. Adidas blieb mit dem Ziel für das Betriebsergebnis in diesem Jahr unter der Markterwartung. Die Aktie sackte am Dax-Ende um fast 8 Prozent ab auf ein Tief seit drei Jahren.
Bei Continental blieb die Prognose für den operativen Gewinn im Reifengeschäft laut Analyst Michael Aspinall von der Bank Jefferies hinter der Konsensschätzung zurück. Der Kurs drehte aber nach anfänglichen Verlusten ins Plus.
Auch bei Bayer und dem Aromenhersteller Symrise reagierten die Anleger mit Aktienverkäufen auf die jeweiligen Geschäftszahlen der Unternehmen. Bayer verloren 1,9 Prozent und Symrise 2,8 Prozent. Bayer blieb mit dem Ziel für das operative Ergebnis 2026 unter der Markterwartung. Symrise geht mit Vorsicht in das Jahr 2026.
In der zweiten Reihe brachen Redcare Pharmacy um 18 Prozent ein. Die Online-Apotheke verdiente 2025 operativ weniger als erwartet und setzte sich für das laufende Jahr Ziele, die laut Jefferies-Experte Martin Comtesse in jeglicher Hinsicht klar unter den Erwartungen lagen.
Die Aktien von Aroundtown büßten 4,6 Prozent ein. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien blickt vorsichtig auf das laufende Jahr und rechnet mit einem weiteren Rückgang beim operativen Gewinn.
Unter den kleinen Titeln stachen Sixt mit einem Aufschlag von fast 6,3 Prozent positiv heraus. Der Autovermieter hat 2025 so viel umgesetzt wie noch nie und zugleich deutlich mehr verdient./bek/mis
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---
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