DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Stahlhändler Klöckner & Co (Klöco) hat im vergangenen Jahr trotz des teuren Umbaus seinen Verlust nochmals reduzieren können. Auch operativ erzielten die Düsseldorfer erhebliche Verbesserungen und blicken deshalb positiv auf das neue Jahr. Zugleich setzt das Management um Guido Kerkhoff weiterhin auf die Übernahme durch den US-Konzern Worthington Steel . Die Aktie reagierte auf die Nachrichten kaum.
An der Börse ging es für das im SDax notierte Papier am Vormittag moderat aufwärts auf 11,64 Euro. Die Aktie hatte Mitte Januar mit Bekanntwerden des Übernahmevorhabens einen kräftigen Satz nach oben gemacht und bewegt sich seitdem nahezu festgefroren seitwärts auf dem Niveau der Worthington-Offerte von 11 Euro.
Am Vortag hatte Worthington die Mindestannahmeschwelle von zuvor 65 auf 57,5 Prozent gesenkt. Zugleich wurde die Frist, in der die Anteilseigner ihre Papiere andienen können, noch um zwei Wochen bis zum 26. März verlängert. Eigentlich wäre das Übernahmeangebot bereits am morgigen Donnerstag um Mitternacht ausgelaufen. Am Angebotspreis wurde nicht gerüttelt.
Das Klöco-Management hatte bereits vor Wochen seinen Aktionären die Annahme der Offerte empfohlen und unterstützt das Angebot weiterhin: "Ein einseitiges Absenken der Schwelle ohne sonstige Veränderungen des Angebots ist aus Aktionärssicht eher vorteilhaft", sagte Klöco-Chef Guido Kerkhoff auf der Bilanzpressekonferenz. Zudem liege die neue Schwelle nur einen Tick über dem Anteil, den sich Worthington bereits gesichert habe. "Dies unterstreicht aus meiner Sicht die Ernsthaftigkeit und Sinnhaftigkeit des ganzen Vorgehens", betonte der Manager. Zeitnah soll es auch noch einmal eine begründete schriftliche Stellungnahme der Führungsspitze geben.
Die Übernahme kommt zu einer Zeit, in der Klöco mitten im Umbau steckt. Um die Abhängigkeit vom Stahlhandel zu verringern, will sich das Unternehmen stärker auf höherwertiges Geschäft mit der Metallverarbeitung und Services konzentrieren. Im vergangenen Jahr hatten die Nordrhein-Westfalen sich dazu unter anderem von ihrer brasilianischen Tochtergesellschaft getrennt. Auch wurden acht Distributionsstandorte in den USA verkauft. Im Gegenzug kaufte Klöckner in den USA und in Deutschland zu, um nach eigenen Angaben Wachstumspotenziale in zukunftsstarken Sektoren zu erschließen - wie etwa die Verteidigung.
"Im Geschäftsjahr 2025 haben wir wichtige strategische Weichen gestellt", sagte Kerkhoff. "Mit der konsequenten Fokussierung auf höherwertige Produkte und Services sowie dem geplanten Zusammenschluss mit Worthington Steel haben wir Klöckner & Co für nachhaltiges Wachstum in Nordamerika und Europa positioniert."
Seinen Nettoverlust konnte das Unternehmen 2025 nochmals verringern. Unter dem Strich verbuchte Klöco ein Minus von 53 Millionen Euro nach minus 176 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schnellte um ein Viertel auf 171 Millionen Euro nach oben, damit kam der Wert allerdings am unteren Ende der Konzernprognose heraus. Während Klöco dank eines steigenden Marktanteils in den USA zwar etwas mehr absetzte, ging der Umsatz wegen gesunkener Preise und belastet durch Währungseffekte um 3 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zurück. Für die Aktionäre gibt es eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende von 0,20 Euro.
Für 2026 stellt das Management trotz der zum Jahresende 2025 abgeschlossenen Veräußerung der US-Distributionsstandorte eine konstante Absatzentwicklung in Aussicht. Zudem wird ein deutlicher Anstieg beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebitda) erwartet. Im ersten Quartal sollen hier 20 bis 60 Millionen Euro stehen, nach 42 Millionen im Vorjahr. Auch der Barmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit soll in diesem Jahr deutlich anziehen, nachdem dieser im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 110 Millionen Euro gesunken war./tav/niw/nas




