NEW YORK (dpa-AFX) - Inflationssorgen haben die New Yorker Börsen am Mittwoch nach zuletzt zwei Erholungstagen wieder eingeholt. Neben den anhaltenden Angriffen im Iran-Krieg und dem davon angetriebenen Ölpreis wurden unerwartet stark gestiegene Erzeugerpreise zur Belastung. In Kürze rückt dann die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in den Mittelpunkt.
Der Dow Jones Industrial gab etwas mehr als zwei Stunden vor Schluss um ein Prozent auf 46.529 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,7 Prozent auf 6.667 Zähler bergab. Auch der technologielastige Nasdaq 100 verbuchte mit 24.621 Punkten ein Minus von 0,6 Prozent.
Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte WTI näherte sich der 100-Dollar-Marke, weil ein Angriff Israels auf iranische Gasanlagen wieder die Unsicherheit erhöhte. Der Iran droht, Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren. Mit steigenden Gas- und Ölpreisen werden auch die Inflationssorgen wieder größer. Diese wurden außerdem davon befeuert, dass die Erzeugerpreise überraschend deutlich zulegten.
Angesichts der äußerst volatilen Lage sei vor dem Fed-Entscheid Vorsicht geboten, hieß es von einem Börsianer. Eine Zinssenkung gilt mittlerweile als ausgeschlossen und so dürften die Begleitaussagen des Vorsitzenden Jerome Powell noch stärker ins Rampenlicht rücken. Experte Frantisek Taborsky von der ING Bank sieht ein hohes Risiko, dass im Zinsausblick eine nächste Zinssenkung erst 2027 signalisiert werden könnte.
Nach zuletzt vier schwachen Wochen erholten sich die Aktien von Macys um fast fünf Prozent. Zwar blieb der Warenhausbetreiber mit seinen Umsatz- und Ergebniszielen für das laufende Jahr hinter den Analystenerwartungen zurück, er überzeugte aber mit einer stärker als erwarteten Umsatzentwicklung im ersten Quartal. Anleger sprachen daraufhin von einem ermutigenden Geschäftsjahresauftakt.
Eine fulminante Rally des auf KI-Drohnensoftware spezialisierten Unternehmens Swarmer ging am zweiten Tag der Börsennotierung weiter. In der Spitze kosteten die Aktien mit 65 Dollar nochmals doppelt so viel am Vortag, als sie sich am ersten Handelstag schon vervielfacht hatten. Der Ausgabepreis hatte bei schlappen 5 Dollar gelegen.
Nach der Schlussglocke berichtet der Speicherchip-Zulieferer Micron Technology am Mittwoch über das vergangene Quartal. Zuletzt waren in der Speicherbranche viele Vorschusslorbeeren verteilt worden wegen der Fantasie für eine hohe Nachfrage durch Rechenzentren. Dies setzte sich am Mittwoch mit einem Anstieg um 0,8 Prozent fort.
Ein halbes Prozent höher konnten sich Netflix dem schwachen Marktumfeld entziehen nach einer Kaufempfehlung der Citigroup. Analyst Jason Bazinet hatte die Aktien mit "Buy" wieder aufgenommen wegen der operativen Ergebnis- und Margenaussichten.
Positiv auffällig waren noch die Anteile von Williams-Sonoma . Sie stiegen um sechs Prozent, nachdem der Einrichtungshändler für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie gemeldet hatte, der über den Konsensschätzungen lag./tih/jha/
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