FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag anfängliche leichte Verluste abgeschüttelt und ins Plus gedreht. Zuletzt schienen die Anleger wieder etwas optimistischer gestimmt, was ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Krieg anbelangt.
Der deutsche Leitindex stieg bis zum Mittag um 0,9 Prozent auf 23.385 Punkte. Damit erreichte das Börsenbarometer das Niveau von Mitte März. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann ein Prozent auf 29.200 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es ebenfalls um ein Prozent nach oben.
Nach dem langen Osterwochenende bleibe das Ultimatum der USA gegen den Iran vorerst das marktbestimmende Thema, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet.
Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Rohöl und Flüssiggas. Ein Sprecher der iranischen Militärführung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.
Die Nase vorn im Dax hatten die Aktien von BASF mit einem Plus von 2,7 Prozent. Sie profitierten von der insgesamt guten Stimmung in der Chemiebranche .
"Der Dax zeigt sich vor Ablauf des von Donald Trump gesetzten Ultimatums weiterhin erstaunlich robust", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal und hielten damit an ihrer optimistischen Grundhaltung fest.
"Die Märkte klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung und blenden dabei viele Risiken aus", fuhr Emden fort. Je näher aber die Frist rückt, desto größer dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden. Mit jeder Stunde ohne Einigung steige die Nervosität, auch wenn sich diese bislang nur begrenzt in den Kursen widerspiegele.
Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt für stark gestiegene Ölpreise und im Gegenzug für deutliche Verluste an den Aktienmärkten. Zuletzt hat der Preis für die Öl-Referenzsorte Brent mit Auslieferung im Juni zwar wieder etwas nachgegeben, doch seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte an.
Unter den Einzelwerten bewegten Analystenkommentare die Kurse. So gewannen Aurubis an der MDax-Spitze vier Prozent, nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte. Die Entwicklung bei Metallen treibe die Gewinne an, schrieb Experte Stefan Augustin. Zudem passten die Hamburger gut ins Thema europäische Souveränität mit ihrem Zugang zu strategischen Ressourcen durch Recycling.
Carl Zeiss Meditec zogen um gut drei Prozent an. Experte Richard Felton von der US-Bank Goldman Sachs macht zumindest auf kurze Sicht Aufwärtspotenzial für die Papiere des Herstellers von Medizintechnik aus. Er begründet dies mit der Aussicht auf Kosteneinsparungen und ein stimmigeres Konzernportfolio. Auch eine Wiederaufnahme der im Januar ausgesetzten Jahresziele 2026 bei der anstehenden Veröffentlichung von Quartalszahlen könne sich positiv auswirken./la/jha/
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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