NEW YORK (dpa-AFX) - Die Waffenruhe im Iran-Krieg wird nach kräftigen Kursanstiegen in Asien und Europa auch an den US-Börsen wohl für deutliche Gewinne sorgen. An den Märkten herrscht Erleichterung, denn die Ölpreise sanken kräftig, da die durch den Iran blockierte Straße von Hormus wieder geöffnet werden soll. Diese wichtige Meerenge ist von zentraler Bedeutung für den weltweiten Öl- und Gashandel.
Den Dow Jones Industrial signalisierte der Broker IG rund eine Stunde vor dem Börsenauftakt 2,7 Prozent höher bei 47.840 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 dürfte 3,6 Prozent höher starten mit 25.060 Punkten. Allerdings hatte der bekannteste Wall-Street-Index im Monat März und damit infolge des Iran-Kriegs etwas mehr als 5 Prozent eingebüßt, der Nasdaq-Auswahlindex etwas weniger als 5 Prozent.
Kurz vor dem Ablauf des jüngsten Ultimatums von US-Präsident Donald Trump hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus geeinigt. Auch Israels Armee bestätigte, die Angriffe auf Ziele im Iran ausgesetzt zu haben. Zugleich meldeten allerdings Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate Beschuss aus dem Iran, während der Iran Explosionen am Persischen Golf meldete.
"Marktseitig hat sich das Narrativ eines US-Präsidenten, der wilde Drohungen aussendet, diese aber nicht umsetzt, erneut bestätigt", sagte DZ-Bank-Analyst Sören Hettler. Für nachhaltige Euphorie sei es aber noch zu früh. "Die Positionen der beteiligten Parteien liegen trotz des positiven Signals noch weit auseinander, weshalb die Lage weiter fragil bleibe.
Während die wenigen bisherigen Gewinner des Nahost-Kriegs, die Öl- und Gaswerte, vorbörslich kräftig nachgaben, legten zahlreiche Verlierer - unter ihnen besonders die Aktien von Fluggesellschaften - wieder zu.
So büßten Chevron, ExxonMobil, ConcoPhillips oder auch Occidental Petroleum um bis zu 8,5 Prozent ein. Unter den Fluggesellschaften legten American Airlines und United Airlines um 12 Prozent und 13,5 Prozent zu. Delta Air Lines stiegen ebenfalls um 13,5 Prozent.
Letztgenanntes Unternehmen hat zudem über ihr abgelaufenes Quartal berichtet. Für das erste Jahresviertel meldete das Unternehmen zwar gestiegene Umsätze, aber einen Verlust, nachdem es im Vorjahr noch einen Gewinn erzielt hatte. Für das zweite Quartal rechnet Delta jedoch wieder mit einem Gewinn bei gleichzeitigem Umsatzwachstum. Eine Jahresprognose wagte Delta aber nicht.
Lewis Strauss steht im Fokus, da der Jeanshersteller nach einem starken ersten Quartal seine Jahresziele anhob. Die Aktie zog vor dem Börsenstart um 11,4 Prozent an.
Super Micro Computer gewannen knapp 5 Prozent, so wie allerdings auch zahlreiche weitere Aktien von Unternehmen der Tech-Branche. Der Hersteller von Hochleistungsservern und IT-Infrastruktur für Rechenzentren leitete eine interne Untersuchung ein, um die Umstände von Serververkäufen nach China zu untersuchen./ck/jha/
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