DJ XETRA-SCHLUSS/Etwas leichter - Qiagen brechen nach Prognosekürzung ein
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag mit leichten Verlusten geschlossen. Der DAX büßte 0,3 Prozent auf 24.018 Punkte ein. Im Handel sprach man von Abwarten vor diversen Notenbanksitzungen im Wochenverlauf, dazu bremste der weiter gestiegene Ölpreis die Kaufbereitschaft. Der Preis für Brent lag zu Börsenschluss mit 111,22 Dollar das Fass nur noch unweit des seit Ausbruch des Iran-Kriegs bei 120 Dollar erreichten Hochs. Die Inflationserwartungen von Konsumenten im Euroraum sind im März unter dem Eindruck des Kriegs gestiegen, die kurzfristigen sogar sehr deutlich.
Die Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg kamen derweil nicht voran. US-Präsident Donald Trump und sein nationales Sicherheitsteam standen einem neuen Vorschlag des Iran laut US-Regierungsvertretern skeptisch gegenüber. Teheran hatte angeboten, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden, wenn der Krieg dafür beendet werde und die USA die Blockade iranischer Häfen beendeten. Außerdem sollen die Diskussionen über das iranische Atomprogramm zunächst zurückgestellt werden.
Unternehmensseitig nahm die Berichtssaison Fahrt auf und sorgte vor allem bei Einzelwerten für Impulse. Schlusslicht im DAX war die Qiagen-Aktie mit einem Abschlag von 10,8 Prozent. Das Diagnostikunternehmen hatte die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach unten genommen und erwartet nun ein Umsatzwachstum von etwa 1 bis 2 Prozent bei konstanten Wechselkursen nach zuvor mindestens 5 Prozent.
Bayer verloren 4,6 Prozent nach einer Anhörung vor dem Obersten US-Gericht zu Glyphosat-Klagen. Die Richter hatten sich empfänglich gezeigt für Argumente, dass Bayer nach einem Gesetz in Missouri auf Schadensersatz verklagt werden kann, wobei es im Kern um fehlende Warnhinweise geht. Bayer hatte dagegen zusammen mit der US-Regierung dargelegt, dass Warnhinweise auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten, die sich von dem durch die US-Umweltbehörde genehmigten Produktlabel unterscheiden, durch Bundesrecht ausgeschlossen seien. Ein Urteil des Gerichts stand zunächst weiter aus.
Die Aktie der Deutschen Börse legte nach überzeugenden Erstquartalszahlen um 0,3 Prozent zu. Nettoerlöse und operatives Ergebnis zogen im Auftaktquartal kräftig an. Neben strukturellem Wachstum profitierte der Börsenbetreiber von der gestiegenen Volatilität an den Finanzmärkten. Henkel verloren 2 Prozent, die Aktie wurde allerdings ex Dividende gehandelt.
Mit Aufschlägen von 2,1 Prozent auf 35,48 Euro lagen Commerzbank mit an der DAX-Spitze. Am 5. Mai startet das etwa 35 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot per Aktientausch der Unicredit an die Commerzbank-Aktionäre, was zum Zeitpunkt der Bekanntgabe in etwa 30,8 Euro je Anteilsschein entsprach. Die Annahmequote dürfte sehr gering ausfallen, Analysten werten das Gebot denn auch als rein taktisch, um die eigene Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent zu hieven. Die Unicredit könnte dann zukünftig den Anteil weiter auszubauen, ohne ein neues Übernahmeangebot lancieren zu müssen und könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt ein neues Angebot vorlegen, was auch die Erwartung im Handel ist.
Im SDAX haussierten Init Innovation Traffic Systems um 11,9 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Großauftrag in Australien zur Modernisierung von Fahrkartensystemen erhalten hatte. Salzgitter gaben um 9,2 Prozent nach. Der Stahlhersteller will den Streubesitz und die Liquidität seiner Aktie mit dem Verkauf selbst gehaltener Aktien erhöhen und zunächst rund 3 Millionen Aktien auf den Markt bringen.
=== Index zuletzt +/- % +/- % YTD DAX 24.018 -0,3 -1,8 DAX-Future 24.133 -0,3 -1,9 XDAX 24.004 -0,6 -2,3 MDAX 30.057 -1,0 -1,8 TecDAX 3.597 -1,5 -0,6 SDAX 17.591 -0,4 2,4 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,04% -31 ===
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