Die EverYield AG bietet derzeit ihre erste Unternehmensanleihe mit einem jährlichen Zinskupon von 9,00% am Kapitalmarkt an. Schon früh in der Zeichnungsphase wurde das Emissionsvolumen von bis zu 30 Mio. Euro auf nunmehr bis zu 50 Mio. Euro angehoben. Das Unternehmen setzt auf ein innovatives Geschäftsmodell an der Schnittstelle von Energie, Infrastruktur und Kreislaufwirtschaft. Mario Mildner, CEO des Unternehmens, erläutert uns im Interview die Idee hinter dem Geschäftsmodell, die geplante Mittelverwendung der Anleihe inklusive der Wachstumsstrategie des Unternehmens sowie die Chancen im Zukunftsmarkt Umwelt- und Kreislaufwirtschaft.
Anleihen Finder: Die EverYield AG begibt mit dem "Infrastructure Bond 2026/32" erstmals eine Unternehmensanleihe. Stellen Sie uns das Unternehmen und deren Geschäftsmodell doch kurz vor?
Mario Mildner: Die EverYield AG mit Sitz in Wien entwickelt, strukturiert, finanziert und steuert integrierte Energy-Campus-Projekte im Bereich Umwelt- und Kreislaufwirtschaft. Unser Fokus liegt auf der thermischen Verwertung von Klärschlamm, der Rückgewinnung von Phosphor als kritischem Rohstoff sowie der Erzeugung von Strom, Wärme und weiteren verwertbaren Produkten. Unser Geschäftsmodell basiert auf langfristigen Verträgen mit Kommunen zur Übernahme von Klärschlamm. Aus diesem gesetzlich entsorgungspflichtigen Stoffstrom erzeugen wir mehrere Erlösquellen gleichzeitig: Entsorgungsgebühren, Energieerlöse, Phosphorprodukte sowie weitere Wertstoffe. Die Umsetzung erfolgt über eigenständige Projektgesellschaften mit langfristig planbaren Cashflows und einer klaren Infrastruktur-Logik.
"Unser Geschäftsmodell basiert auf langfristigen Verträgen mit Kommunen zur Übernahme von Klärschlamm"Anleihen Finder: Was macht die Kombination aus thermischer Klärschlammverwertung, Phosphorrückgewinnung und Energieerzeugung wirtschaftlich besonders attraktiv?
Mario Mildner: Die Attraktivität liegt vor allem in der Kombination aus regulatorisch abgesichertem Grundgeschäft und zusätzlichen kommerziellen Erlöspotenzialen. Die Basis bilden die sogenannten Gate Fees, also Entsorgungsentgelte der Kommunen. Diese machen in unserem Modell rund 50 Prozent der Erlöse aus und sorgen für stabile, konjunkturunabhängige Cashflows. Ergänzt wird dies durch Erlöse aus Strom, Wärme und Soleprodukten sowie durch die Rückgewinnung von Phosphor, einem von der EU als kritisch eingestuften Rohstoff. Wir verwandeln damit ein Entsorgungsproblem in eine integrierte Infrastruktur- und Rohstofflösung. Jede Anlage löst nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung der Kommunen, sondern erzeugt gleichzeitig Energie und wertvolle Sekundärrohstoffe.
Anleihen Finder: Die regulatorischen Vorgaben rund um Klärschlamm und Phosphorrückgewinnung verschärfen sich europaweit. Können sie uns das erklären?
Mario Mildner: Die regulatorischen Veränderungen sind der zentrale Treiber unseres Geschäftsmodells. In Deutschland gilt bereits seit 2017 die novellierte Klärschlammverordnung, die für größere Kläranlagen ab 2029 die thermische Verwertung von Klärschlamm und die Rückgewinnung von Phosphor vorschreibt. Österreich hat mit der Abfallverbrennungsverordnung 2024 ...
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