DJ PRESSESPIEGEL/Unternehmen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
HAPAG-LLOYD/MSC - Der Chef der weltgrößten Containerreederei MSC, Gianluigi Aponte, will bei seinem deutschen Rivalen Hapag-Lloyd einsteigen. Der Unternehmer sondiere seit Längerem bei den Haupteignern, berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher von Hapag-Lloyd wollte dazu keine Stellung nehmen. Hapag-Lloyd ist eigentlich durch einen Pakt der Ankeraktionäre geschützt: Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die chilenische Reederei CSAV halten jeweils 30 Prozent und sind vertraglich verpflichtet, an ihrem Investment festzuhalten. Aponte sieht aber offenbar eine mögliche Schwachstelle auf chilenischer Seite. Sollten die Chilenen ihre Beteiligung an Hapag-Lloyd infrage stellen, könnten womöglich auch die Großaktionäre aus Katar und Saudi-Arabien zum Verkauf bereit sein. (Manager Magazin)
KNDS - Die Chancen für den Börsengang des deutsch-französischen Panzerkonzerns KNDS noch vor der Sommerpause schwinden. Nach Informationen der Börsen-Zeitung aus Konzern- und Verhandlungskreisen liegen die Positionen der Bundesregierung und der deutschen Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens bei den Verhandlungen über einen Anteilsverkauf von 40 Prozent derzeit "weit auseinander". Im Zentrum des Dissens steht der Kaufpreis. Während der Bund sich an dem beim Bookbuilding des geplanten IPO zu bildenden Marktpreis orientiert, fordern die Vertreter der Familien einen Aufschlag. Eine solche Prämie aus Steuergeldern ließe sich für den Bund kaum rechtfertigen. (Börsen-Zeitung)
MODERNA/BIONTECH - Der amerikanische Biotech-Konzern Moderna will in Deutschland in eigene Produktionsstandorte investieren. Interessant für die Pläne des Impfstoffherstellers sind die Werke, die der deutsche Konkurrent Biontech schließen will - und deren Personal. Das sagte Vorstandschef Stephane Bancel im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option - im Vergleich zu einem Neubau", erläuterte Bancel. Die Biontech-Werke würden zu Moderna passen, da der Konzern weiter auf das Geschäft mit Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten setzt, anders als Biontech. (Handelsblatt)
GLOBALFOUNDRIES - Der US-Konzern Globalfoundries baut seine Waferfabrik in Dresden für 1,1 Milliarden Euro aus und positioniert sich mit komplett europäischen Lieferketten als Alternative zu Firmen aus China und den USA. Der Auftragsfertiger nutzt damit die aktuelle politische Debatte um mehr Souveränität bei Schlüsseltechnologie für sich. Erst vergangenes Wochenende betonte die EU-Kommission noch einmal, wie wichtig die "technologische Unabhängigkeit Europas" sei. Sicherheitskritische Industrien wie Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt verlangen ohnehin zunehmend europäische Chips. In Dresden fertigt Globalfoundries unter anderem für den Zulieferkonzern Bosch sowie für die Halbleiterfirmen Infineon, Nordic Semiconductor und NXP. (Handelsblatt)
VONOVIA - In der Debatte um die Enteignung von Immobilienkonzernen sieht der Vorstandsvorsitzende von Vonovia eine zunehmende Schärfe in politischen Aussagen. "Wir haben das damals beim Volksentscheid gesehen und beobachten, dass es wieder losgeht", sagte Luka Mucic am Dienstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung (WPV) in Düsseldorf. Die Partei Die Linke hat Mieter dazu aufgerufen, negative Erlebnisse mit Immobilienkonzernen auf einer Internetseite zu melden, zuletzt wurde im Bundestag in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Partei kontrovers diskutiert. Mit Politikern der Partei habe Mucic nach eigener Aussage bisher noch kein Gespräch geführt. Ein Gesprächsangebot sei gemacht, dies stehe noch aus. "Wir haben die Situation, dass in Städten unsere Autos zu brennen beginnen", sagte Mucic. In öffentlichen Verkehrsmitteln würden mitunter Mitarbeiter angepöbelt, die Vonovia-Jacken tragen. "Ein teilweise unfairer Dialog trägt dazu bei. Da fehlt mir Verantwortung." (FAZ)
MONTE DEI PASCHI - Die italienische Bank BPM will im Kampf um die Monte dei Paschi di Siena (MPS) nicht aufgeben. Nach einer Sitzung des Verwaltungsrates erneuerte das Institut sein Interesse an einer Fusion unter Gleichen. Ein entsprechender Vorschlag ohne detaillierte Angaben wurde in der vergangenen Woche durch ein Übernahmeangebot der Intesa Sanpaolo in Höhe von 31 Milliarden Euro für die MPS zunächst ausgekontert. In Italien wird nun über ein mögliches Angebot des BPM-Großaktionärs Credit Agricole spekuliert. (Börsen-Zeitung)
WEROAD - Die italienische Reise-Plattform WeRoad hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde gerade 58 Millionen US-Dollar eingesammelt. Zu den Investoren des Startups gehört unter anderem die Unterkunftsplattform AirBnB aus Kalifornien. Die Finanzierungsrunde soll vor allem die Expansion in die USA ermöglichen. "Wir sind sehr stolz darauf, dass AirBnB dabei ist. Das ist für uns wie ein Traum und zeigt, dass unser Geschäftsmodell funktioniert", sagt Mitgründer und CEO Paolo De Nadai im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. "Mit AirBnB haben wir einen starken Partner, der uns beim Start in den USA sehr helfen wird." WeRoad hat insgesamt bisher 110 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt. An der neuen Finanzierungsrunde ist auch die Beteiligungsgesellschaft H14 der Berlusconi-Kinder Luigi, Barbara und Eleonora, ein Family Office, beteiligt. (Börsen-Zeitung)
EASYJET - Der Chef der British-Airways-Muttergesellschaft International Airlines Group hat davor gewarnt, dass die europäischen Wettbewerbsregeln ein Gebot für Easyjet "sehr schwierig" machen. Die Zukunft von Easyjet ist unsicher, nachdem Castlelake vergangenen Monat bekannt gegeben hatte, dass sie ein mögliches Gebot für die Billigfluglinie erwäge. "Es ist etwas, das wir prüfen können, aber mit der derzeitigen Wettbewerbsregelung sehe ich es als sehr, sehr schwierig an", sagte IAG-Chef Luis Gallego der FT über ein mögliches Angebot für den Billigflieger. (Financial Times)
JPMORGAN/ANTHROPIC - JPMorgan hat seinen Mitarbeitern in Hongkong den Zugriff auf die KI-Modelle von Anthropic gesperrt, nachdem der Rivale Goldman Sachs einen ähnlichen Schritt unternommen hatte. Mitarbeiter der Wall-Street-Bank in dem asiatischen Finanzzentrum könnten nun nicht mehr auf die Claude-Modelle aus einer Dropdown-Liste genehmigter großer Sprachmodelle (LLMs) zugreifen, die intern verfügbar sind, so drei mit der Situation vertraute Personen. Eine Person mit Kenntnis des Vorgangs sagte, die Entscheidung basiere auf dem Wortlaut der Nutzungsbedingungen von Anthropic in seiner Lizenzvereinbarung mit JPMorgan. (Financial Times)
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June 18, 2026 00:50 ET (04:50 GMT)
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