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MÄRKTE EUROPA/Etwas schwächer - DAX von Rheinmetall-Minus belastet

DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas schwächer - DAX von Rheinmetall-Minus belastet

DOW JONES--Mit Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte den Handel beendet. Im DAX fiel das Minus etwas deutlicher aus, ausgelöst durch den Kursrutsch der Rheinmetall-Aktie. Der deutsche Leitindex reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 24.740 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es dagegen nur um 0,3 Prozent auf 6.215 Punkte nach unten, der eher defensiv aufgestellte SMI legte sogar um 1,5 Prozent zu und markierte im Verlauf ein Allzeithoch.

Die Nachrichtenlage um den Nahostkonflikt war derweil ruhig, was eher positiv interpretiert wurde. Die Ölpreise fielen weiter, der Preis für ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 4,0 Prozent auf 73,98 Dollar. US-Präsident Donald Trump hatte in einem Social-Media-Beitrag mitgeteilt, der Iran habe den USA erklärt, er verlange keine Gebühren von Schiffen, die die Straße von Hormus befahren.

Die Rheinmetall-Aktie rutschte um 18,7 Prozent auf 949 Euro ab und damit wieder unter die 1.000er Marke. Sie hat seit dem Hoch über 50 Prozent an Wert verloren. Deutschland hat das milliardenschwere F126-Fregatten-Projekt gestoppt. Das Verteidigungsministerium beschloss nach eigenen Angaben, einen Auftrag über sechs maßgeschneiderte F126-Fregatten nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen sollen acht Meko A-200-Fregatten vom deutschen Schiffbauer TKMS gekauft werden. TKMS stiegen daraufhin um 16,1 Prozent.

Die Analysten von JP Morgan sehen nun diverse Ziele von Rheinmetall für das laufende Jahr als gefährdet oder kaum mehr erreichbar an. MWB sieht in der Streichung des F126-Fregattenprogramms einen deutlichen Rückschlag für Rheinmetall, da der Auftrag als zentrales Argument für die Übernahme der NVL-Werft und die langfristigen Wachstumsziele im Marinegeschäft gegolten habe.

In der Breite gaben Rüstungsaktien europaweit nach. Händler erklärten das mit dem ins Rollen kommenden Börsengang des Panzerherstellers KNDS. Mit Blick darauf würden Umschichtungen aus anderen Rüstungswerten erwartet, um Liquidität zu schaffen. Hensoldt und Renk verloren 3,3 Prozent bzw. 7,2 Prozent, in Mailand reduzierten sich Leonardo um 4,8 Prozent und in Paris Thales um 1,2 Prozent.

Die am Vortag stark abverkauften Chipaktien gaben erneut leicht nach und konnten zwischezeitliche Gewinne nicht behaupten. So fielen ASML um 0,5 Prozent oder STMicro um 0,2 Prozent. Im Hinblick auf die jüngst ins Straucheln geratene KI-Rally waren die Blicke bereits auf den Abend gerichtet, wenn nach US-Börsenschluss Micron Technology seine Bücher öffnet. Das Unternehmen gilt als wichtiger Indikator für KI-bezogene Ausgaben, da seine Chips in Rechenzentren und fortschrittlichen Computersystemen genutzt werden.

Im SDAX gaben Init Innovation um 4,4 Prozent nach. Das Unternehmen hat eine Kapitalerhöhung im Schnellverfahren angekündigt. Die Berenberg-Analysten gehen davon aus, dass diese vor allem der Finanzierung eines kürzlich gewonnenen Großauftrags in Australien dienen soll. Das Projekt zur Modernisierung des Ticketsystems im öffentlichen Nahverkehr von Sydney habe ein Volumen von rund 150 Millionen Euro. Aus der Kapitalerhöhung erwarten die Analysten einen Nettoerlös von rund 45 Millionen Euro.

Für JP Morgan lieferten die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal von Fedex eine leicht positive Indikation für DHL (+0,2%). Die Analysten sehen die International-Priority-Entwicklung von Fedex kurzfristig als unterstützenden Indikator für DHL Express. Das internationale Express-Geschäft von Fedex liefere insbesondere einen Vergleichswert für DHL Express, das rund 50 Prozent zum EBIT 2025 der DHL Group beigetragen habe.

In London stiegen Segro um 17,4 Prozent. Das US-Immobilienunternehmen Prologis ist mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot für den kleineren Konkurrenten zunächst gescheitert. Segro hat die Offerte über 12,6 Milliarden Pfund abgelehnt. Das schürte Spekulationen über ein höheres Gebot.

Steigender Ifo-Index gibt Hoffnung

Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment, wertete den Ifo-Anstieg im Juni als ein Hoffnungssignal. Er liefere aber noch keinen konjunkturellen Befreiungsschlag. Die Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt mit einer raschen Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus dürfte zur besseren Stimmung beigetragen haben.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.214,70  -0,3   -15,85    6.230,55    7,3 
Stoxx-50        5.334,13  +0,2    9,90    5.324,23    8,4 
DAX          24.740,36  -0,6  -153,22    24.893,58    0,9 
MDAX          31.919,25  -0,7  -209,85    27.039,42    4,3 
TecDAX         3.883,02  -0,5   -20,84    3.091,28    7,2 
SDAX          17.963,71  -1,1  -193,29    13.062,07    4,7 
FTSE          10.461,63  +0,3   32,78    10.428,85    5,3 
CAC           8.385,49  +0,5   44,78    8.340,71    2,9 
SMI          14.117,75  +1,5   207,05    13.910,70    6,2 
ATX           6.462,40  -1,3   -83,45    6.545,85    21,0 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:02 
EUR/USD          1,1348  -0,3  -0,0033     1,1381   1,1382 
EUR/JPY          183,57  -0,2  -0,2800     183,85  183,8600 
EUR/CHF          0,922  +0,1   0,0005     0,9215   0,9213 
EUR/GBP          0,8623  +0,1   0,0004     0,8619   0,8622 
USD/JPY          161,76  +0,1   0,1900     161,57  161,5500 
GBP/USD          1,3155  -0,4  -0,0048     1,3203   1,3198 
USD/CNY          6,8106  +0,3   0,0206     6,7900   6,7894 
USD/CNH          6,8141  +0,3   0,0195     6,7946   6,7938 
AUS/USD          0,6892  -0,3  -0,0022     0,6914   0,6931 
Bitcoin/USD      60.222,00  -3,5 -2.167,05    62.389,05 62.410,49 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         70,50  -3,7   -2,71      73,21 
Brent/ICE         73,98  -4,0   -3,10      77,08 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.000,84  -2,6  -107,51    4.108,35 
Silber           58,67  -5,4   -3,36      62,03 
Platin         1.582,55  -4,2   -69,25    1.651,80 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/cln

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June 24, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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