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Mit ihrer milliardenschweren Beteiligung an SpaceX sorgte Australiens reichste Unternehmerin Gina Rinehart zuletzt weltweit für Aufmerksamkeit. Auf den ersten Blick wirkt das Investment wie ein Ausflug der Bergbauunternehmerin in die Technologiebranche. Doch ein genauerer Blick auf das Portfolio von Hancock Prospecting zeigt ein anderes Bild: Parallel zum Einstieg bei SpaceX baut das Unternehmen seine Beteiligungen an Produzenten kritischer Rohstoffe weiter aus. Die gemeinsame Klammer könnte der Aufbau westlicher Lieferketten für Zukunftstechnologien sein.
Hancock Prospecting investierte nach Medienberichten mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Börsengang von SpaceX. Das Unternehmen bezeichnete die Beteiligung als langfristiges Investment in einen technologisch führenden Konzern mit bedeutenden Zukunftsmärkten. Gleichzeitig machte Hancock deutlich, dass die Investition über den reinen Kapitalmarkt hinaus gedacht ist. Vorstandschef Garry Korte erklärte, man sehe künftig Möglichkeiten für gegenseitig vorteilhafte Beziehungen zwischen SpaceX und den Beteiligungen von Hancock im Bereich kritischer Rohstoffe, da der Bedarf an Materialien für moderne Technologien weiter steigen dürfte.
Technologie braucht Rohstoffe
Diese Aussage verweist auf einen Trend, der in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Während Anleger häufig auf die Hersteller von Elektrofahrzeugen, Satelliten oder KI-Infrastruktur blicken, geraten die Rohstoffe hinter diesen Technologien oft erst später in den Fokus.
Ob Raketen, Satelliten, Rechenzentren oder moderne Verteidigungssysteme - zahlreiche Schlüsseltechnologien benötigen Seltene Erden, Niob und andere Spezialmetalle. Permanentmagnete auf Basis von Neodym und Praseodym kommen beispielsweise in Elektromotoren und Präzisionssystemen zum Einsatz. Niob verbessert die Festigkeit hochspezialisierter Stahllegierungen und findet unter anderem Anwendung in Luft- und Raumfahrt sowie Energieinfrastruktur.
Gleichzeitig dominieren chinesische Unternehmen weiterhin große Teile der Förderung und insbesondere der Weiterverarbeitung vieler kritischer Mineralien. Deshalb investieren die USA, Europa und Australien verstärkt in alternative Lieferketten. Staatliche Förderprogramme und milliardenschwere Finanzierungszusagen unterstreichen, dass Versorgungssicherheit inzwischen ebenso wichtig geworden ist wie technologische Innovation.
Hancock investiert entlang der Wertschöpfungskette
Vor diesem Hintergrund erscheint das Portfolio von Hancock Prospecting deutlich weniger zufällig. Neben SpaceX hält das Unternehmen Beteiligungen an mehreren Gesellschaften aus dem Bereich kritischer Mineralien, darunter MP Materials, Lynas Rare Earths, Arafura Rare Earths und St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8).
Erst kürzlich beteiligte sich Hancock mit 20 Millionen Australischen Dollar an einer Kapitalerhöhung von St George Mining. Insgesamt nahm das Unternehmen 60 Millionen Australische Dollar bei institutionellen Investoren auf. Nach Abschluss der Transaktion wird Hancock rund 10,5 Prozent der Anteile halten.
Die neuen Mittel sollen die Entwicklung des Araxá-Projekts im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais beschleunigen. Das Projekt verfügt nach Unternehmensangaben über eine JORC-konforme Ressource von 70,9 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 4,06 Prozent TREO sowie bedeutende Niobvorkommen. Die Finanzierung soll insbesondere Machbarkeitsstudien, Genehmigungsverfahren und technische Entwicklungsarbeiten bis zu einer möglichen Investitionsentscheidung voranbringen.
Auch Arafura Rare Earths zählt zu den Unternehmen, die Hancock zuletzt weiter unterstützt hat. Das Nolans-Projekt im Northern Territory gehört zu den am weitesten entwickelten Seltene-Erden-Projekten außerhalb Chinas und wird zusätzlich durch internationale Exportkreditagenturen unterstützt. Damit decken die Beteiligungen unterschiedliche Entwicklungsphasen ab - von fortgeschrittenen Projekten bis hin zu früheren Entwicklungsunternehmen.
Vom Rohstoff zum Endprodukt
Gerade diese Kombination macht die jüngsten Investitionen interessant. SpaceX steht stellvertretend für die wachsende Nachfrage nach Hochtechnologien. Die Beteiligungen an Rohstoffunternehmen repräsentieren dagegen die potenzielle Angebotsseite jener Materialien, die für diese Technologien benötigt werden.
Ob sich daraus künftig konkrete Geschäftsbeziehungen ergeben, ist offen. Hancock hat bislang keine Liefervereinbarungen angekündigt. Die Aussagen des Unternehmens verdeutlichen jedoch, dass Technologieunternehmen und Rohstoffprojekte zunehmend als Teile derselben industriellen Wertschöpfungskette betrachtet werden.
Für Investoren verändert sich damit auch der Blick auf den Rohstoffsektor. Kritische Mineralien werden immer häufiger nicht nur unter dem Aspekt steigender Rohstoffpreise bewertet, sondern als strategische Grundlage für industrielle Resilienz, technologische Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit.
Ein struktureller Trend statt einer kurzfristigen Wette
Die jüngsten Investitionen von Gina Rinehart zeigen, dass sich Kapital zunehmend entlang kompletter Wertschöpfungsketten bewegt. Während Unternehmen wie SpaceX von der steigenden Nachfrage nach Raumfahrt-, KI- und Satellitentechnologien profitieren könnten, richten sich Beteiligungen an Produzenten kritischer Rohstoffe auf die Materialien, die für diese Entwicklung benötigt werden.
Ob dieser Ansatz langfristig aufgeht, wird von zahlreichen Faktoren abhängen - darunter die Entwicklung der Rohstoffmärkte, technologische Fortschritte und geopolitische Rahmenbedingungen. Fest steht jedoch, dass kritische Rohstoffe und Zukunftstechnologien zunehmend zusammen gedacht werden. Genau diese Verbindung dürfte den globalen Rohstoffsektor in den kommenden Jahren stärker prägen als klassische Rohstoffzyklen allein.
Quellen
https://www.reuters.com/business/media-telecom/australias-richest-person-rinehart-takes-1-billion-stake-spacex-ipo-wsj-reports-2026-06-15/?utm_source=chatgpt.com
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03100976-6A1329740&v=undefined
https://www.reuters.com/business/energy/arafura-rare-earths-plans-250-million-share-sale-backed-by-australias-richest-2026-05-22/
Warum
eine australische Milliardärin 14 Millionen Euro in St George Mining investierte - und was 2026 folgt? | wallstreetONLINE - 10.01.2026
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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