FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien deutscher Automobilhersteller sind am Montag auf mehr- und teils sogar vieljährige Tiefstände gefallen. Investoren ziehen sich weiterhin aus der Branche zurück. Volkswagen-Anteile büßten als größter Verlierer im Dax gut zwei Prozent ein und loteten das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2010 aus.
Mit Blick auf Volkswagen verwies ein Börsianer auf einen Bericht der Zeitung "Bild", dem zufolge die Wolfsburger die Zusammenarbeit mit Bosch in Sachen autonomes Fahren beenden wollen. Volkswagen wolle damit Kosten sparen, so die Zeitung. Der Börsianer bezeichnete dies als "weiteren massiven Rückschlag für die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Herstellern bei neuen Technologien".
Die Aktien von Mercedes-Benz gaben um knapp ein Prozent nach und rutschten auf den tiefsten Stand seit Ende 2020. Hier verhalf selbst eine neue Kaufempfehlung der US-Investmentbank Jefferies dem Kurs nicht nach oben. Um fast 30 Prozent ging es im ersten Börsenhalbjahr für Mercedes-Benz abwärts.
BMW-Anteile verloren am Montag 1,6 Prozent und fanden sich auf einem Tief seit fast sechs Jahren wieder. Die Papiere der Münchener sind knapp hinter denen von Rheinmetall der größte Verlierer im Dax seit Jahresbeginn nach einem Verlust von fast 38 Prozent. BMW hatte die jüngste Malaise in der ohnehin angeschlagenen Branche vor zwei Wochen mit einer Gewinnwarnung ausgelöst.
Der anhaltende Kursabsturz der Aktien spiegelt sich auch in der Gewichtung im Dax wider. So war VW vor fünf Jahren mit einem Börsenwert von fast 130 Milliarden Euro noch der zweitwertvollste börsennotierte Konzern Deutschlands. Inzwischen liegt VW mit gerade mal noch 37 Milliarden Euro im unteren Mittelfeld der 40 Dax-Titel. BMW und Mercedes sind ebenfalls deutlich abgerutscht./bek/ag/zb
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