NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen verbuchen am Freitag zum Monatsausklang Kursverluste in unterschiedlicher Höhe. Zwei Stunden vor Schluss sank der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,23 Prozent auf 45.532 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,66 Prozent auf 6459 Zähler bergab. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 1,26 Prozent auf 23.405 Punkte nach.
Während die drei Indizes für die zu Ende gehende Woche moderate Verluste aufweisen, kann die Freitagsschwäche ihrer positiven Monatsbilanz wenig anhaben. Trotz eines sehr schwachen Beginns zeichnen sich im August für alle drei Indizes Gewinne zwischen 0,8 und 3,2 Prozent ab.
Vor dem verlängerten Wochenende war am Freitag von Gewinnmitnahmen die Rede, weil am kommenden Montag in New York feiertagsbedingt nicht gehandelt wird. Verwiesen wurde auch auf die Saisonalität im anstehenden September. Laut dem IG-Markets-Experten Christian Henke fällt die Bilanz des kommenden Monats "bekanntlich nicht allzu rosig aus", bevor dann im Oktober der "goldene Herbst" wieder ein beeindruckendes Schlussquartal einleiten könne.
Neue Preissignale aus den USA taten ihr Übriges dazu, dass die Stimmung der Anleger nicht besser wurde. Die Kernrate des PCE-Deflators, der ein bevorzugtes Preismaß der US-Notenbank Fed ist, erfüllte mehr oder weniger die Erwartungen. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, legte leicht auf 2,9 Prozent zu. Wie es hieß, macht es dies den Währungshütern mit möglichen Zinssenkungen nicht leicht. Der Preisdruck bleibt größer als erwünscht.
Die Gewinnmitnahmen zeigten sich relativ ausgeprägt beim Technologie-Schwergewicht Nvidia, dessen Aktie um 3,5 Prozent fiel. Mehr und mehr wird hinterfragt, wie weit das Trendthema KI die Bewertungen noch treiben kann. Unter den sieben bedeutendsten US-Technologiewerten überwogen am Freitag denn auch die Verlierer: Nur Alphabet gelang es zuletzt, sich im Plus zu halten.
In den Software-, Chip- und IT-Sektoren, die den KI-Megatrend mitprägen, gab es vor dem Wochenende nochmals Quartalsbilanzen mit Licht und Schatten zu verarbeiten. Papiere des Halbleiterunternehmens Marvell Technology brachen belastet von einem enttäuschenden Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren um 18 Prozent ein. Auch der Computerhersteller Dell enttäuschte mit seinen KI-Servern, woraufhin seine Aktien 9 Prozent verloren.
Besser sah es für Affirm Holdings mit einem Kurssprung um 11 Prozent aus. Das Finanztechnologie-Unternehmen schaffte im vierten Geschäftsquartal dank seines deutlichen Umsatzwachstums den Sprung in die Gewinnzone. Adam Frisch vom Analysehaus Evercore ISI schrieb, die Zahlen erinnerten daran, welch umfangreiche Wachstumschancen von Affirm mit neuen Regionen, Produkten und Kunden noch nicht realisiert seien.
Den Papieren des Konstruktionssoftware-Anbieters Autodesk verhalf eine unerwartet gute Gewinnprognose zu einem fast achtprozentigen Plus. "Unserer Ansicht nach war dieser Quartalsbericht einer der saubersten, den wir bisher in dieser Berichtssaison im Bereich Apps und Software-as-a-Service gesehen haben", schrieb UBS-Expertin Taylor McGinnis.
Titel von SentinelOne profitierten mit einem Zuwachs von 6,3 Prozent von einem angehobenen Umsatzausblick. Das Cybersecurity-Unternehmen habe mit seinem jährlich wiederkehrenden Umsatz überzeugt, schrieb Fachmann Brian Essex von der US-Bank JPMorgan.
Unter den Dow-Mitgliedern fiel neben Nvidia die 4,2 Prozent schwächere Caterpillar-Aktie als größter Indexverlierer auf. Der Baumaschinenhersteller wird beim Thema Zölle skeptischer. Die damit einhergehenden Belastungen könnten größer sein als zunächst gedacht, hieß es./tih/he
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