Gold und Silber sowie kritische Metalle setzen die Rallye auch im neuen Jahr nahtlos fort. Bei vielen Aktien stehen schon prozentual zweistellige Kursgewinne (und mehr) in den Büchern. Der Engpass im Silbermarkt und die hohen Unsicherheiten treiben die Kurse weiter an. Wir blicken deshalb auf die Papiere von Agnico-Eagle, Barrick Mining, Dryden Gold, QMines und First Majestic Silver.
Wahnsinn! Das Jahr 2025 war bereits ein außergewöhnliches Jahr für kritische Rohstoffe und vor allem für Edelmetalle, doch der Aufwärtstrend geht 2026 mit ungebrochener Dynamik weiter. Besonders im Silbermarkt spitzt sich die Lage zu: Über Jahre hinweg wurden umfangreiche Short-Positionen auf Papierbasis aufgebaut, während sich Produzenten und Privatanleger zunehmend physisch eingedeckt haben. Gleichzeitig sorgt die Erwartung physischer Lieferung an den Terminbörsen für zunehmende Spannungen zwischen Papierkontrakten und tatsächlich verfügbarem Metall. Für März 2026 steht ein großer Verfallstermin im Silber-Sektor an, bei dem eine Unterdeckung von deutlich mehr als 1 Milliarde Unzen im Raum steht, bei einer weltweiten Jahresproduktion von rund 830 Millionen Unzen im Jahr 2025. Welche Marktreaktionen dieses Missverhältnis in den kommenden Wochen auslöst, ist offen, aber die Ausgangslage birgt erhebliches Potenzial für abrupte Kursbewegungen. Bemerkenswert ist dabei, dass Silber historisch in starken Haussephasen Gold häufig prozentual übertrifft, während Gold als Stabilitätsanker die langfristige Orientierung im Edelmetallportfolio gibt. Auf Sicht der nächsten Monate kursieren ambitionierte Zielmarken von 150 US-Dollar je Unze bei Silber und 5.400 US-Dollar je Unze bei Gold, die verdeutlichen, dass Anleger sich geschickt positionieren sollten.
Shortpositionen, Knappheit und Nachfragewandel: Eine neue Phase für EdelmetalleDie Situation an den Gold- und Silbermärkten hat sich in den vergangenen Monaten weiter zugespitzt und weist zunehmend systemische Spannungen auf. Besonders auffällig sind die weiterhin hohen Netto-Shortpositionen großer Investmentbanken, die sich klar aus den Commitments-of-Traders-Daten der Terminbörsen ableiten lassen. Diese Positionierungen konzentrieren sich auf wenige marktbeherrschende Akteure wie UBS, Deutsche Bank und vor allem JP Morgan und übersteigen das jährlich neu geförderte Metallvolumen teils um ein Vielfaches. Analytisch relevant ist dabei, dass der Anteil kommerzieller Shortpositionen bei Silber zeitweise über 40 Prozent des gesamten Open Interest ausmachte, während gleichzeitig die registrierten Lagerbestände auf Mehrjahrestiefs liegen. Dieses Missverhältnis erhöht die Wahrscheinlichkeit nichtlinearer Preisreaktionen erheblich, insbesondere wenn physische Auslieferungen eingefordert werden. Parallel dazu sinkt die physische Deckung pro Kontrakt kontinuierlich, was die strukturelle Fragilität des papierbasierten Handelsmodells offenlegt.
Zusätzlich wird das verfügbare Angebot durch reale Nachfragekanäle weiter verknappt. Der globale Schmucksektor absorbiert bei Gold einen konstant hohen Anteil der Jahresproduktion, während Zentralbanken, vor allem aus Asien und dem BRICS-Raum, systematisch Netto-Käufer bleiben. Ein analytischer Blick auf die Daten zeigt, dass staatliche Käufe inzwischen einen zweistelligen Prozentsatz der jährlichen Goldförderung binden und damit den frei handelbaren Markt signifikant verkleinern. Gleichzeitig steigt der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven zahlreicher Schwellenländer deutlich an, was auf eine strategische Neugewichtung weg von klassischen Reservewährungen hindeutet. Diese Entwicklung korreliert eng mit dem langfristigen Trend der Entdollarisierung und erhöht die Preiselastizität auf der Angebotsseite, da Notenbanken kaum als Verkäufer auftreten. Die zunehmende Repatriierung nationaler Goldbestände verstärkt diesen Effekt, da sie die Umlauffähigkeit des Metalls weiter reduziert. Auch Deutschland hat noch etwa ein Drittel seiner Goldreserven in New York und diskutiert inzwischen, ob man die Reserven zurückholen sollte.
Auch auf der Nachfrageseite der Finanzmärkte zeigen sich klare strukturelle Verschiebungen. Nach Jahren relativer Vernachlässigung fließt institutionelles Kapital verstärkt in Rohstoffe, wobei Gold zunehmend als Absicherungsinstrument gegen Währungsrisiken und fiskalische Instabilität eingesetzt wird. Diese Entwicklung spiegelt sich in steigenden Zuflüssen in physisch besicherte ETFs wider, was historisch häufig als Frühindikator für eine breitere Marktbewegung gilt. Gleichzeitig verschärfen sich am Terminmarkt die Engpässe bei kurzfristigen Lieferungen, was zu steigenden Leihgraten und einer ausgeprägten Backwardation bei einzelnen Laufzeiten führt, ein klassisches Signal physischer Knappheit. Bei Silber kommt erschwerend hinzu, dass die industrielle Nachfrage inzwischen mehr als die Hälfte des jährlichen Verbrauchs ausmacht, insbesondere durch Photovoltaik, Elektromobilität und militärisch-strategische Anwendungen. Da die Minenproduktion bei beiden Metallen seit Jahren stagniert und neue Projekte rar gesät sind, wächst das strukturelle Defizit weiter. In diesem Umfeld wirken die umfangreichen Shortpositionen der Investmentbanken zunehmend asymmetrisch riskant, da bereits moderate physische Nachfrageimpulse erhebliche Preissprünge auslösen können. Entsprechend verharren Gold und Silber nahe ihrer Rekordniveaus, während langfristige Kursprognosen großer Finanzhäuser zunehmend die veränderten Angebots- und Nachfrageparameter widerspiegeln. Vor diesem Gesamtbild erscheint es folgerichtig, dass sich der Goldpreis in unmittelbarer Nähe seiner Rekordniveaus hält und große Finanzinstitute wie JPMorgan oder die Bank of America langfristige Preisziele im Bereich von bis zu 5.000 US-Dollar in Aussicht stellen. Diese Einschätzungen wirken inzwischen ...
Den vollständigen Artikel lesen ...


