NEW YORK (dpa-AFX) - Mit den jüngsten Rekordmarken einiger Indizes im Hinterkopf lassen es die Anleger am Donnerstag an den US-Aktienmärkten langsamer angehen. Die Waffenruhe im Iran-Krieg steht zunehmend auf der Kippe und die Ölpreise steigen wieder, was vor dem Hintergrund des guten Laufs wieder etwas vorsichtiger stimmt. Die Berichtssaison stand bei Einzelwerten mit Licht und Schatten im Mittelpunkt.
Der Dow Jones Industrial verlor gegen Ende der ersten Handelsstunde 0,1 Prozent auf 49.442 Punkte. Er ist der einzige Index, der in den vergangenen Tagen keinen Rekord aufgestellt hatte. Der marktbreite S&P 500 blieb am Donnerstag dicht an seiner Bestmarke, die er Ende der Vorwoche erreicht hatte. Zuletzt gab er um 0,1 Prozent auf 7.128 Punkte nach.
Die Sorgen vor einer anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus und einer verschärften Energiekrise bleiben präsent, weil die USA und der Iran nicht locker lassen und eine zweite Gesprächsrunde nicht absehbar ist. US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges.
Vor diesem Hintergrund gab es auch Verluste beim Nasdaq 100, der seine Rekordrally am Vortag noch fortgesetzt hatte. Gegen Ende der ersten Handelsstunde verlor er 0,3 Prozent auf 26.856 Punkte. Im Technologiesektor, der an der Nasdaq großes Gewicht hat, stand abrutschenden Software- und IT-Aktien eine Rally im Chipsektor gegenüber.
Im Softwarebereich prägte ServiceNow mit einem Kurseinbruch um 17 Prozent das schlechte Bild, weil das Unternehmen wegen des Iran-Krieges von einem verlangsamten Umsatzwachstum berichtete. Dies erhöhte in der ganzen Branche die Angst der Anleger vor einem negativen Effekt des Konflikts. Auch die Titel von Microsoft, Salesforce, Oracle und Adobe sackten im Größenbereich von 3,3 bis 8,6 Prozent ab.
Schlechte Nachrichten kamen im Technologiebereich auch von dem IT-Riesen IBM, dessen Titel als Dow-Schlusslicht um fast zehn Prozent abrutschten. Hier galten erneute Sorgen vor dem störenden Einfluss der Künstlichen Intelligenz für die Anleger als schwere Belastung. Im ersten Quartal hatte IBM zwar starke Umsätze gemeldet, aber die Jahresziele nicht höher gesteckt.
Positiv gegenüber standen im Tech-Sektor die Chipwerte, angetrieben von Texas Instruments mit einem Kurssprung um 16 Prozent. Der Halbleiterhersteller profitierte in Zeiten des KI-Booms von den Ausgaben für Rechenzentren und meldete nicht nur ein starkes Quartal, sondern erfreute auch mit einem starken Jahresausblick. Die Bank of America sprach den Titeln daraufhin eine Kaufempfehlung aus.
Im Dow wurden neben IBM und Salesforce auch Honeywell und American Express zur Belastung, indem die Aktien der beiden Indexmitglieder nach den vorgelegten Zahlen um 1,3 respektive 2,2 Prozent fielen. An der Nasdaq fielen die Tesla -Titel als größter Verlierer unter den "Magnificent 7" um fast fünf Prozent wegen der Ankündigung, dass er Elektroautobauer massive Investitionen plant, um Potenziale im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erschließen.
Besser da standen am breiten Markt die Comcast -Titel wegen Zahlen, die über den Erwartungen lagen. Erholt zeigten sich Werte aus dem Telekom-Sektor, der am Vortag stark unter Druck gestanden hatte. Die Titel von T-Mobile US erholten sich um fast drei Prozent von den jüngsten Verlusten, die von einem Bericht über eine potenzielle Kombination mit der Deutschen Telekom ausgelöst worden waren./tih/jha/
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