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Der milliardenschwere Einstieg von Gina Rineharts Hancock Prospecting bei SpaceX (ISIN: US84615Q1031) sorgte weltweit für Schlagzeilen. Wenige Tage später folgte jedoch eine zweite Transaktion, die deutlich weniger Aufmerksamkeit erhielt: Hancock beteiligte sich mit 20 Millionen Australischen Dollar an der Kapitalerhöhung von St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) und baute seine Beteiligung auf rund 10,5 Prozent aus. Betrachtet man beide Investments gemeinsam, deutet sich eine Strategie an, die weit über einzelne Beteiligungen hinausgeht: Hancock positioniert sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette kritischer Rohstoffe - von der Nachfrage bis zur potenziellen Versorgung.
Mit einer Beteiligung von mehr als einer Milliarde US-Dollar zählt das SpaceX-Investment zu den größten Einzelinvestitionen außerhalb des traditionellen Eisenerzgeschäfts von Hancock Prospecting. Für Gina Rinehart steht dabei nicht nur Elon Musk als Unternehmer im Mittelpunkt, sondern auch die Bedeutung westlicher Technologieunternehmen für Innovation und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Noch interessanter ist jedoch, wie Hancock selbst die Beteiligung einordnet. Unternehmenschef Garry Korte erklärte, dass das Unternehmen künftig Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen SpaceX und den eigenen Beteiligungen im Bereich kritischer Rohstoffe sehe. Mit wachsender Nachfrage nach Materialien und Infrastruktur für moderne Technologien könnten sich daraus langfristig gegenseitig vorteilhafte Beziehungen entwickeln. Eine konkrete Liefervereinbarung wurde zwar nicht angekündigt, die Aussage verdeutlicht jedoch, dass Hancock Technologie- und Rohstoffinvestitionen zunehmend als zusammenhängende Strategie betrachtet.
Die Rohstoffbasis der nächsten Technologieschicht
Die Verbindung erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, ist bei näherer Betrachtung jedoch nachvollziehbar. Raumfahrt, Satellitenkommunikation, Verteidigungssysteme, Robotik, Künstliche Intelligenz und Elektromobilität benötigen eine Vielzahl spezialisierter Rohstoffe. Hochleistungsmagnete enthalten Seltene Erden wie Neodym und Praseodym, während Niob unter anderem zur Verbesserung hochfester Spezialstähle und Legierungen eingesetzt wird.
Gleichzeitig wächst die Sorge westlicher Regierungen über die starke Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten. Die USA, Europa und Australien investieren deshalb Milliarden in alternative Bezugsquellen für kritische Mineralien. Förderprogramme, Exportkreditgarantien und strategische Industriepartnerschaften sollen den Aufbau neuer Lieferketten außerhalb Chinas beschleunigen.
Vor diesem Hintergrund verändert sich auch die Perspektive institutioneller Investoren. Nicht allein der aktuelle Rohstoffpreis entscheidet über den Wert eines Projekts. Zunehmend rückt die Frage in den Vordergrund, welche Lagerstätten künftig Bestandteil strategisch wichtiger Lieferketten werden könnten.
Hancock baut seine Position im Sektor aus
Die Beteiligung an SpaceX ist dabei nur ein Baustein. Hancock Prospecting hat in den vergangenen Jahren systematisch Beteiligungen an Unternehmen aufgebaut, die im Bereich kritischer Rohstoffe tätig sind. Dazu gehören unter anderem MP Materials, Lynas Rare Earths, Arafura Rare Earths sowie St George Mining.
Besonders auffällig ist das Timing der jüngsten Transaktionen. Während Hancock den milliardenschweren Einstieg bei SpaceX bekanntgab, beteiligte sich das Unternehmen gleichzeitig an der jüngsten Finanzierung von St George Mining. Im Rahmen einer institutionellen Platzierung nahm das australische Explorationsunternehmen insgesamt 60 Millionen Australische Dollar auf. Hancock zeichnete davon 20 Millionen Australische Dollar und bleibt damit größter Aktionär des Unternehmens.
Die Mittel sollen die Entwicklung des Araxá-Projekts im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais beschleunigen. Geplant sind unter anderem weitere Machbarkeitsstudien, Genehmigungsverfahren sowie technische Entwicklungsarbeiten bis zu einer möglichen Investitionsentscheidung.
Araxá als möglicher Baustein neuer Lieferketten
Das Araxá-Projekt verfügt nach Unternehmensangaben über eine JORC-konforme Ressource von 70,9 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 4,06 Prozent TREO sowie bedeutende Niobvorkommen. Hinzu kommen infrastrukturelle Vorteile: Das Projekt liegt in einer etablierten Bergbauregion Brasiliens, verfügt über Straßenanbindung, qualifizierte Arbeitskräfte und befindet sich in unmittelbarer Nähe bestehender Bergbauaktivitäten.
St George arbeitet derzeit an metallurgischen Testprogrammen und weiteren Entwicklungsarbeiten, um die wirtschaftliche Grundlage des Projekts zu bewerten. Bis zu einer möglichen Produktion liegen allerdings noch wesentliche technische, regulatorische und finanzielle Meilensteine vor.
Gerade diese frühe Entwicklungsphase macht deutlich, weshalb das Investment von Hancock Aufmerksamkeit erhält. Während SpaceX die potenzielle Nachfrageseite einer wachsenden Hightech-Industrie repräsentiert, investiert Hancock gleichzeitig in Unternehmen, die künftig einen Beitrag zur Versorgung mit kritischen Mineralien leisten könnten.
Mehr als zwei Einzelinvestments
Ob aus dieser Strategie später tatsächlich Geschäftsbeziehungen zwischen SpaceX und einzelnen Hancock-Beteiligungen entstehen, bleibt offen. Konkrete Vereinbarungen wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Fest steht jedoch, dass Hancock Prospecting beide Themen inzwischen ausdrücklich miteinander verbindet. Die Kombination aus einem milliardenschweren Investment in einen der weltweit führenden Raumfahrt- und Technologiekonzerne sowie dem gleichzeitigen Ausbau von Beteiligungen an Seltene-Erden- und Niobprojekten unterstreicht einen strukturellen Trend: Kritische Rohstoffe werden zunehmend als strategische Voraussetzung für künftige Hochtechnologien betrachtet.
Für Anleger könnte deshalb weniger die einzelne Transaktion entscheidend sein als das größere Bild. Immer mehr Kapital fließt nicht nur in Unternehmen, die neue Technologien entwickeln, sondern auch in jene, die künftig die dafür benötigten Rohstoffe liefern sollen. Genau diese Verknüpfung zwischen Technologie und Ressourcen dürfte in den kommenden Jahren zu den prägenden Themen des Rohstoffsektors gehören.

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Quellen
https://www.reuters.com/business/media-telecom/australias-richest-person-rinehart-takes-1-billion-stake-spacex-ipo-wsj-reports-2026-06-15/?utm_source=chatgpt.com
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03100976-6A1329740&v=undefined
https://www.reuters.com/business/energy/arafura-rare-earths-plans-250-million-share-sale-backed-by-australias-richest-2026-05-22/
Warum
eine australische Milliardärin 14 Millionen Euro in St George Mining investierte - und was 2026 folgt? | wallstreetONLINE - 10.01.2026
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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Enthaltene Werte: AU000000SGQ8,US84615Q1031
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