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In den vergangenen Jahren bestimmten vor allem Künstliche Intelligenz und Rüstungsunternehmen die Schlagzeilen an den Aktienmärkten. Gleichzeitig entsteht in Europa eine Investitionsoffensive, die deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält - obwohl dafür in den kommenden Jahren ebenfalls Milliardenbeträge vorgesehen sind. Gemeint ist die Modernisierung der europäischen Energieinfrastruktur.
Der Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähiger Stromnetze, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und digitaler Steuerungssysteme verändert die Geschäftsmodelle vieler Energieversorger grundlegend. Unternehmen wie E.ON (ISIN: DE000ENAG999), RWE (ISIN: DE0007037129), Iberdrola (ISIN: ES0144580Y14), EnBW (ISIN: DE0005220008) und auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) investieren deshalb längst nicht mehr nur in einzelne Projekte, sondern in den Umbau eines gesamten Energiesystems.
Europas Energiewende wird zu einem Infrastrukturprojekt
Lange Zeit wurde die Energiewende vor allem mit Windrädern und Solaranlagen verbunden. Heute zeigt sich jedoch, dass der eigentliche Umbau deutlich umfassender ist.
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wachsen auch die Anforderungen an Stromnetze, Speichertechnologien, digitale Netzsteuerung und flexible Verbrauchssysteme. Gleichzeitig nimmt die Elektrifizierung von Industrie, Gebäuden und Mobilität weiter zu. Damit entstehen Investitionen, die weit über den klassischen Ausbau neuer Kraftwerke hinausgehen.
Die Europäische Kommission verweist in ihrem Grid Action Plan auf den erheblichen Investitionsbedarf für den Ausbau und die Modernisierung der europäischen Stromnetze. Parallel investieren zahlreiche Energieunternehmen Milliarden in erneuerbare Erzeugungskapazitäten, Batteriespeicher und intelligente Infrastruktur.
Europas große Energieunternehmen richten sich neu aus
Diese Entwicklung spiegelt sich in den Strategien vieler europäischer Versorger wider.
E.ON konzentriert sich auf den Ausbau und die Digitalisierung seiner Strom- und Verteilnetze und schafft damit die Voraussetzungen für die Integration erneuerbarer Energien. RWE investiert weiterhin in Wind- und Solarenergie sowie Batteriespeicher und ergänzt diese durch flexible Erzeugungskapazitäten. Iberdrola verbindet erneuerbare Energien konsequent mit Netzinfrastruktur und Digitalisierung, während EnBW den Ausbau von Offshore-Windenergie, Wasserstoffprojekten und Ladeinfrastruktur vorantreibt.
Gemeinsam verfolgen diese Unternehmen ein ähnliches Ziel: Sie entwickeln sich von klassischen Energieversorgern zunehmend zu integrierten Infrastrukturunternehmen, die unterschiedliche Bereiche des Energiesystems miteinander verbinden.
Auch die EVN verfolgt einen integrierten Ansatz
Diese Entwicklung lässt sich auch bei der EVN beobachten.
Im Rahmen ihrer Strategie 2030 investiert das Unternehmen in den Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Erzeugungskapazitäten sowie in eine moderne Energie- und Wasserversorgung. Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse bilden dabei ebenso wichtige Bausteine wie der kontinuierliche Ausbau der Netzinfrastruktur und Lösungen für eine flexible Energieversorgung.
Hinzu kommen Geschäftsfelder, die im Zuge des Umbaus des Energiesystems ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen unter anderem Naturwärme, Trinkwasserversorgung sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität.
Damit verfolgt die EVN einen integrierten Ansatz, der verschiedene Infrastrukturbereiche miteinander verbindet und auf eine langfristig sichere Versorgung ausgerichtet ist.
Warum Anleger zunehmend auf Infrastruktur schauen
Für Investoren verändert sich dadurch auch der Blick auf Energieunternehmen.
Während in den vergangenen Jahren häufig einzelne Technologien im Mittelpunkt standen, rückt zunehmend die Fähigkeit in den Fokus, komplette Energiesysteme zu entwickeln und zu betreiben. Netze, Speicher, erneuerbare Erzeugung, Wärmeversorgung und digitale Steuerung bilden dabei keine voneinander getrennten Märkte mehr, sondern greifen immer stärker ineinander.
Davon könnten insbesondere Unternehmen profitieren, die bereits heute in mehreren dieser Bereiche aktiv sind und ihre Infrastruktur langfristig weiterentwickeln.
Fazit
Die europäische Energiewende entwickelt sich zunehmend zu einem der größten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahrzehnte. Unternehmen wie E.ON, RWE, Iberdrola oder EnBW investieren deshalb nicht mehr ausschließlich in neue Erzeugungsanlagen, sondern in den umfassenden Umbau des Energiesystems.
Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) verfolgt diesen Ansatz. Mit Investitionen in Stromnetze, erneuerbare Energien, Naturwärme, Wasserversorgung und Ladeinfrastruktur entwickelt das Unternehmen verschiedene Geschäftsbereiche parallel weiter. Für Anleger könnte genau diese breite Infrastrukturstrategie künftig stärker in den Fokus rücken - denn die Energiewende umfasst heute weit mehr als den Bau neuer Wind- oder Solaranlagen.
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Quellen:
EVN
Strategie 2030
Ganzheitsbericht 2024/25
Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2025/26
Investor Relations
https://www.evn.at/home/investor-relations
Europäische Kommission
EU Grid Action Plan
https://energy.ec.europa.eu/topics/infrastructure/electricity-grids_en
E.ON
Geschäftsbericht
Investitionsprogramm Netze
https://www.eon.com
RWE
Annual Report
Growing Green Strategy
https://www.rwe.com
Iberdrola
Strategic Plan
https://www.iberdrola.com
EnBW
Unternehmensstrategie
https://www.enbw.com
IEA
World Energy Investment 2025
https://www.iea.org/reports/world-energy-investment-2025
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