FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Mittwoch vor den wichtigen Nvidia-Zahlen erneut über die 25.000-Punkte-Hürde gestiegen. Eine Stunde nach Handelsbeginn behauptete der deutsche Leitindex ein Plus von 0,20 Prozent auf 25.037 Punkte. Am Dienstag hatte er kaum verändert knapp unter der runden Marke geschlossen.
Für den MDax, der die mittelgroßen Börsenwerte enthält, ging es um 0,30 Prozent auf 31.504 Punkte hoch. Der am Dienstag ebenfalls wenig bewegte Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,5 Prozent.
Die neuen Zölle von Donald Trump hätten den Dax nur kurzfristig aus dem Tritt gebracht, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. In seiner Rede zur Lage der Nation sei der US-Präsident ohne neue Zolldrohungen ausgekommen, nachdem ihm das jüngste Urteil des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner politischen Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei diesem Thema "inzwischen ein dickes Fell zugelegt".
Für wichtiger hält Stanzl ohnehin die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des auf KI-Chips spezialisierten Tech-Riesen Nvidia sowie generell die Bewertungen von KI-Aktien. Die diesbezüglichen Signale aus den USA sind positiv. Am Dienstag hatten die New Yorker Börsen dank positiver Signale von Unternehmen mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) Kursgewinne erzielt.
Nvidia sei allerdings "dazu verdammt, die Erwartungen zu übertreffen", warnte Stanzls Kollege Christian Henke vom Broker IG. Und die Messlatte für die Quartalsbilanz und den Ausblick lägen hoch, da allgemein mit neuen Rekordergebnissen gerechnet werde. Falls Nvidia enttäusche, "könnte nicht nur der Aktienkurs des Big Tech-Konzerns unter die Räder geraten, auch der gesamte Aktienmarkt würde darunter leiden".
In Deutschland geht die Bilanzsaison zur Wochenmitte ebenfalls weiter. Aus dem Dax berichteten der Baustoffhersteller Heidelberg Materials, der Energiekonzern Eon und der Medizinkonzern Fresenius über ihre Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr.
Die Aktien von Fresenius - vor knapp einer Woche noch so teuer wie seit 2018 nicht mehr - rutschten um weitere 2,5 Prozent ab. Sowohl die Zahlen, die sonst oft für positive Überraschungen gut seien, als auch der Ausblick sähen auf den ersten Blick durchwachsen aus, sagte ein Börsianer. Er erinnerte daran, dass am Dienstag schon die Zahlen des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) ) belastet hatten. An diesem hält Fresenius nach wie vor eine Beteiligung.
Bei Heidelberg Materials hieß es aus dem Markt, der freie Barmittelfluss und die Nettoverschuldung seien schlechter als erwartet ausgefallen. Zudem liege die Konsensschätzung für das bereinigte Ebit - das sogenannte RCO - im laufenden Jahr bereits am oberen Ende der Unternehmenszielspanne. Der erneute Rekord beim operativen Gewinn (Ebit), den die Heidelberger 2026 weiter steigern wollen, verfing bei den Anlegern nicht - die Aktien verloren 3 Prozent.
Die gut gelaufenen Eon -Titel zeigten nach der Zahlenvorlage wenig Dynamik - zuletzt gewannen sie 0,4 Prozent. Der Energiekonzern konnte dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern und plant bis 2030 weitere Milliarden-Investitionen. Ein Händler attestierte Eon einen konservativen Ausblick - im vergangenen Jahr hätten die Essener insgesamt ordentlich abgeschnitten. JPMorgan-Analyst Pavan Mahbubani nannte die Ziele für die kommenden Jahre eine Enttäuschung.
Im MDax führten die nur anfangs freundlichen Aktien von Auto1 mit minus 6,7 Prozent die Verliererliste an. Sie sackten zudem auf den tiefsten Stand seit April ab. Die Aktien des Internet-Gebrauchtwagenhändlers seien schon vor dem Geschäftsbericht schwach gewesen, weil am Markt damit gerechnet worden sei, dass im Ausblick Wachstum gegenüber Ergebnissen priorisiert werde, schrieb Analyst Giles Thorne von Jefferies. Genau so sei es nun gekommen.
Dagegen sprangen die Titel von Spitzenreiter Nordex um 13 Prozent nach oben und erreichten den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Jefferies-Experte Constantin Hesse attestierte dem Windturbinenbauer ein "hervorragendes viertes Quartal". Auch der Jahresausblick sowie die mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser als gedacht. RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die Konsensschätzungen für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus steigen könnten./gl/stk
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