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Der Krieg am Persischen Golf hat die Landschaft auch bei den Metallen drastisch durcheinander gebracht. Bis Ende Januar waren Gold, Silber, Kupfer, Seltene Erden und Co. noch die Outperformer in vielen Depots.
Der Debasement-Trade, der schwache Dollar und die geopolitische Unsicherheit trieben die Preise. Dazu kamen bei Silber und Kupfer auch noch große Angebotsdefizite sowie bei kritischen Metallen wie Antimon und Seltenen Erden die Dominanz Chinas bei Förderung und Verarbeitung. Die aktuellen Rücksetzer bei vielen Aktien bieten nun Chancen für Anleger zum Einstieg.
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Nun wird im Nahen Osten geschossen, doch der Goldpreis gehört bisher zu den Verlierern. Die Anleger haben sich derzeit auf den US-Dollar als sicheren Hafen festgelegt. Dabei ist Gold der "safe haven" schlechthin. Denn das Edelmetall hat im Gegensatz zu allen anderen Assets dieser Welt keine Gegenpartei. Wer es im Tresor im Keller liegen hat, wie viele Notenbanken, macht sich weniger erpressbar durch die USA.
Doch der Krieg scheint derzeit einiges verändert zu haben. Es gibt im Prinzip zwei Theorien, warum Gold in diesen unsicheren Zeiten (noch) nicht gefragt ist. Zum ersten: Mit den Kampfhandlungen am Golf und den steigenden Ölpreisen rechnen viele mit keinen Zinssenkungen der Federal Reserve mehr. Im Gegenteil: Aktuell werden sogar Zinserhöhungen eingepreist; das wäre Gift für den Goldpreis. Doch diese Idee hat einen großen Denkfehler: Die USA können sich überhaupt keine höheren Zinsen leisten. Die Schuldenlast Washingtons hat inzwischen die Marke von 39 Billionen USD überschritten. Laut Medienberichten aus den USA kostet allein der jetzige Krieg 1 bis 2 Mrd. USD pro Tag. Höhere Zinsen würden die Regierung also noch mehr in Bedrängnis bringen.
Die zweite Theorie bezieht sich direkt auf die kleinen Anrainerstaaten am Golf. Ein Teil hat den Gas- und Ölexport als Geschäftsmodell. Andere Staaten hingegen wie Dubai setzen dagegen auf die Strategie, möglichst viele Steuerflüchtlinge aus Europa anzulocken. Die scheinen die Stadt weitgehend verlassen zu haben. Der Motor von Dubai ist zum Stillstand gekommen. Nicht zuletzt lieferten Airlines wie Qatar oder Emirates Cashflows. Aktuell gibt es Gerüchte, dass sie eher Cashbedarf haben. Die Flugzeuge befinden sich zu einem guten Teil auf dem Boden, die Nachfrage ist schlicht eingebrochen. Dementsprechend könnten mehrere Staaten am Golf gezwungen sein, Gold zu verkaufen, um liquide zu bleiben.
Bei Gold wird derzeit übertrieben. Denn der Preis liegt zwar mehr als 20% unter dem Allzeithoch. Doch wir befinden uns derzeit auf dem Niveau von Ende Dezember 2025. In etwas mehr als drei Monaten wurde aus Euphorie Panik. Kupfer leidet derzeit unter der Sorge vor einer möglichen Rezession. In Extremszenarien malen einige Beobachter einen Ölpreis von 150 oder 200 USD an die Wand. Sollte es so kommen, könnte die Weltwirtschaft tatsächlich in eine Rezession rutschen. Auf der anderen Seite steigt die langfristige Nachfrage nach Kupfer stetig und gleichzeitig sinken die Erträge aus bestehenden Minen. Viele wie Kathleen Quirk, CEO von Freeport-McMoRan, bleiben dennoch gelassen und glauben, dass die Nachfrage nach Kupfer für die Elektrifizierung, Rechenzentren und andere Hightech-Bereiche trotz der mit dem Iran-Konflikt verbundenen Marktunsicherheiten stabil bleiben wird.
Fakt ist, dass sich die strukturellen Trends bei Gold, Kupfer oder kritischen Metallen wie Antimon nicht geändert haben. Der Rückgang bei den Aktien seit Kriegsbeginn bietet daher Chancen für Anleger, Qualität zu niedrigeren Preisen einzukaufen.
Barrick Mining: Die Fantasie bleibt
Barrick war eher der Spätstarter in diesem Goldboom. Im Prinzip läuft die Aktie erst seit einem Jahr. Zuvor hatte der Ärger in Mali inklusive der Schließung einer Goldmine für lange Gesichter bei den Aktionären gesorgt. Inzwischen hat der Konzern diese Baustelle geschlossen und im Zuge dessen auch den ehemaligen CEO Mark Bristow entsorgt. Die neue Strategie vom Nachfolger Mark Hill sieht eine Aufspaltung des Konzerns vor. So sollen die hocheffizienten Goldminen in eine neue Gesellschaft abgespalten werden. Diese "NewCo" würde die stabilen Goldbergwerke in Nordamerika (inklusive Nevada Gold Mines) und der Karibik beinhalten. Geplant ist ein Börsengang dieses Geschäfts.
Dennoch wird der von Bristow eingeleitete Strategieschwenk fortgesetzt. Die "alte" Barrick soll das risikoreichere Geschäft in Afrika und Asien behalten. In diesem Business befinden sich vor allem Kupfer-Assets. Diese Aufspaltung soll bis Jahresende 2026 abgeschlossen werden. Trotz eines möglichen IPO will aber das Management die operative Kontrolle der "NewCo" behalten. Analysten schätzen den Wert der nordamerikanischen Sparte auf über 40 Milliarden USD.
Die Aktie von Barrick Mining hat seit dem Top Ende Januar etwa 29% an Wert verloren. Der Konzern verdient auch auf dem aktuellen Goldpreisniveau gutes Geld. Zudem fährt man seit Jahresbeginn eine neue Dividendenpolitik und will künftig 50% des anrechenbaren Free Cashflow ausschütten. Für das Q1 wurden im Februar dafür 0,175 USD je Aktie ausgeschüttet. Zum Jahresende soll es zudem einen Performance-Bonus geben. 2025 hat Barrick darüber hinaus 1,5 Mrd. USD in den Rückkauf eigener Aktien gesteckt. Solch ein Programm soll auch dieses Jahr fortgesetzt werden. Für langfristig orientierte Anleger könnten die aktuellen Kurse daher eine gute Einstiegsgelegenheit sein. Aufgrund der momentan hohen Volatilität empfiehlt es sich gestaffelt zu kaufen.
Antimony Resources: Für die westlichen Lieferketten
Die Militärausgaben steigen immer weiter. Inzwischen will Donald Trump das US-Budget auf 1,5 Billionen USD steigern, nachdem zuvor noch 1 Billion USD ausgerufen wurden. Doch auch andere Staaten aus der NATO, Japan, Indien oder China lassen sich nicht lumpen. Doch Aufrüstung geht nur mit den richtigen Metallen. Schon in der dritten Kriegswoche am Golf gab es Experten, die ausriefen, dass die USA aufgrund des hohen Verbrauchs an Missiles wohl nur noch für zwei Monate Reserven an bestimmten Metallen wie Seltenen Erden haben. Derzeit dürfte China, das den Iran in diesem Konflikt unterstützt, wohl kaum liefern. Die Chinesen dominieren das Geschäft von der Förderung bis zur Verarbeitung weltweit und kontrollieren zudem den Export strikt. Ein Problem für westliche Länder, die mit den USA verbündet sind, ist dabei Antimon. Das glänzende, spröde Halbmetall ist für die Militärindustrie unabdingbar und kommt in der Munitionsherstellung zum Einsatz. Als Legierungselement in Bleigeschossen verbessert es die Härte, Festigkeit und Formstabilität der Geschosse. In den meisten Anwendungen wird daher 3 bis 5% Antimon beigefügt, was für eine höhere Präzision und Durchschlagskraft der Munition sorgt. China sitzt hier am längeren Hebel und kontrolliert mehr als 60% des Weltmarkts, wie aus Daten des US Geological Survey (USGS) hervorgeht. Die Vereinigten Staaten versuchen deshalb Lieferketten außerhalb des chinesischen Machtbereichs aufzubauen. Zu den interessanten Projekten dabei zählt Bald Hill in der kanadischen Provinz New Brunswick! Es wird von Antimony Resources entwickelt und könnte zukünftig eine wichtige Rolle bei der Versorgung westlicher Länder spielen.
Dabei kann Bald Hill auf eine lange Geschichte zurückblicken. In der Nachbarschaft befand sich einst mit der Lake George Mine die einzige, primäre Antimon-Mine Nordamerikas. Bald Hill selbst wurde seit dem Jahr 2008 mit moderner Explorationstechnik erkundet. Seither weiß man, dass sich dort ein Vorkommen mit einem extrem hochgradigen Stibnit-Gehalt befindet (Antimon-Sulfid). Historische Bohrungen zeigten dabei Höchstwerte von bis zu 11,7% Antimon über mehrere Meter.
Antimony Resources kann auf diese Vorarbeiten aufbauen und eine historische Datenbank nutzen. Das erleichtert die Exploration des Vorkommens und spart Zeit sowie Geld. Der historische NI 43 101-Bericht macht zudem deutlich, wie groß das Vorkommen ist. Demnach liegen hier 81.000 bis 106.000 Tonnen Antimon. Das ist mehr, als China im Jahr 2023 produzierte (rund 60.000 Tonnen). Das Management um CEO Jim Atkinson von Antimony Resources arbeitet derzeit daran, ein entsprechendes Bohrprogramm aufzusetzen, das 10.000 Meter umfassen soll. Die Kasse ist hierfür gut gefüllt. Erst am Jahresende 2025 konnte das Unternehmen 9,45 Mio. CAD bei Investoren einsammeln. Weitere 1,21 Mio. CAD kamen durch die Ausübung von Warrants hinzu. In den kommenden Wochen und Monaten sollte Antimony Resources also laufend Bohrergebnisse veröffentlichen.
Die Aktie von Antimony Resources hat vom Rekordwert bei 1,60 CAD etwa ein Viertel ihres Werts verloren. Da kritische Metalle wie Antimon vom Konflikt am Golf und dem Zweikampf zwischen den Supermächten USA und China profitieren dürften, sollte der aktuelle Rücksetzer eine Einstiegschance darstellen.
Freeport McMoRan: Angst vor einer globalen Rezession
Auch die Aktien von Kupferfirmen haben zuletzt Rücksetzer hinnehmen müssen. Wie bei anderen Metallen kam hier eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. So war der Bedarf an Liquidität bei vielen Marktteilnehmern groß und es wurden Gewinne mitgenommen, um nur mal einen Faktor zu nennen. Dazu kommt auch die Sorge vor einer weltweiten Rezession. Freeport McMoRan hat sich jedenfalls angeboten, um Gewinne mitzunehmen. Die Aktie hatte sich seit Anfang 2025 in der Spitze mehr als verdoppelt. Der Hunger nach Kupfer durch die Trends zu Elektrifizierung, Batterien und natürlich der Boom bei KI-Rechenzentren haben den Kupferpreis und Freeport angetrieben. Seit dem Hoch Ende Februar, also quasi seit Kriegsbeginn am Golf, hat das Papier etwa ein Fünftel seines Werts verloren.
Dabei ist Freeport McMoRan einer der weltweit größten börsennotierten Kupferproduzenten überhaupt. Im September 2025 noch musste das Unternehmen bei einem Mud Rush bei seiner größten Mine Grasberg in Indonesien einen Rückschlag hinnehmen. Dennoch erholte sich die Aktie schnell von diesem Unfall, bei dem Schlammmassen in einen Tunnel eingedrungen waren. Ab dem zweiten Quartal will Freeport den schrittweisen Produktionsstart in den betroffenen Bereichen wagen. Aufgrund der Mängellage bei Kupfer aber steckte Freeport den Rückschlag schnell weg. Denn der US-Konzern punktet mit soliden Zahlen bei einem überproportional steigenden Gewinn für 2025, der bei rund 2,2 Mrd. USD lag und damit etwa 17% über Vorjahr. Mit seinem breit aufgestellten Portfolio an Kupferminen dürfte Freeport von den Trends in der Welt profitieren. Allerdings sollten Anleger sehr vorsichtig agieren. Dauerhaft hohe Ölpreise und immer mehr Sorgen um eine globale Rezession können die Aktie empfindlich treffen.
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