FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag seine Verluste im Handelsverlauf fast wettgemacht. Um die Mittagszeit stand noch ein Minus von 0,09 Prozent auf 24.970 Punkte zu Buche. Damit ist die Marke von 25.000 Punkten für den deutschen Leitindex wieder in Sichtweite, unter die er zu Wochenbeginn abgerutscht war.
Der MDax, der die mittelgroßen Börsentitel enthält, gewann zuletzt 0,18 Prozent auf 31.436,38 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50, der sich am Montag deutlich besser gehalten hatte als der Dax, sank um 0,1 Prozent.
"Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit", hatte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schon am Morgen konstatiert und darauf verwiesen, dass die Doppel-Unsicherheit aus US-Zollpolitik und dem Iran-Konflikt in einer erhöhten Risikoaversion münde. Er hatte aber auch betont, dass zuletzt bei Kursschwächen immer wieder Käufer in den Markt gekommen seien.
Unternehmensseitig sorgte die Berichtssaison für deutlich mehr Nachrichten als zum ruhigen Wochenauftakt. Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) büßten 6,3 Prozent ein. Der Dialyseanbieter berichtete zwar für 2025 einen Gewinnsprung und schnitt damit einem Händler zufolge ein wenig besser als erwartet ab. Analysten bemängelten aber die Gewinnaussichten für 2026.
Beim Triebwerksbauer MTU überzeugten weder ein kräftiger Gewinnsprung noch die überraschend deutliche Dividendenanhebung, wie der Kursrückgang um 6,5 Prozent beim Dax-Schlusslicht zeigte. Analysten stießen sich etwas am freien Barmittelfluss.
Dagegen konnten Unternehmen aus dem Nebenwerte-Index SDax mit ihrer Geschäftsentwicklung großteils überzeugen. Die Titel von Spitzenreiter Elmos erreichten sogar ein Rekordhoch und behaupteten zuletzt einen Anstieg um 9,6 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus bereits knapp 44 Prozent, was für diesen Zeitraum ebenfalls den ersten Platz bedeutet. Nach dem mäßigen Vorjahr strebt der Halbleiterkonzern 2026 ein deutliches Umsatzplus an. Auch die Ebit-Marge soll sich verbessern. Die Ziele für 2030 bekräftigte das Unternehmen, ist für den freien Barmittelzufluss nun aber zuversichtlicher als bisher.
Der Brennstoffzellenspezialist SFC Energy setzt nach einem holprigen Jahr auf baldige Besserung. Nach einem leichten Rückgang 2025 soll der Umsatz im laufenden Jahr wieder steigen. Auch für das operative Ergebnis soll es nach einem Einbruch um fast ein Viertel wieder bergauf gehen. Analyst Malte Schaumann von Warburg Research sieht die Zielspanne für das operative Ergebnis (Ebitda) über seinen Erwartungen. Die Aktien gewannen 6,5 Prozent.
Für Indus Holding ging es um 2,8 Prozent hoch, womit die Aktien einen kleinen Teil der Gewinnmitnahmen der vergangenen zwei Wochen wettmachte. Das auf Mittelständler spezialisierte Beteiligungsunternehmen bekam zwar im vergangenen Geschäftsjahr die Belastungen durch die US-Zollpolitik zu spüren, erreichte aber die eigenen Ziele. Experte Thomas Wissler vom Analysehaus MWB Research attestierte dem Unternehmen ein solides Schlussquartal, das eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorquartal aufweise und die Erwartungen weitgehend erfüllt habe.
Der Fotodienstleister Cewe konnte 2025 Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) steigern. Analysten hatten beim Umsatz etwas weniger erwartet, beim operativen Gewinn aber im Mittel mehr auf dem Zettel stehen. Die Aktien verloren 0,2 Prozent.
Für Gerresheimer ging es um weitere 3,9 Prozent auf 18,39 Euro bergab. Vortags hatte schon der Kursrutsch des Pharmariesen Novo Nordisk die Aktien des Spezialverpackungsherstellers in Mitleidenschaft gezogen. Nun rät die Schweizer Großbank UBS mit einem auf 12,90 Euro eingestampften Kursziel zum Verkauf./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
DE0005403901, DE0005677108, DE0005785604, DE0006200108, DE000A0D9PT0, DE0008469008, DE0008467416, DE0009653386, EU0009658145, DE0007568578, DE000A0LD6E6, DK0062498333




