Donald Trump hat mit dem Ausruf "Drill Baby Drill" einen Schlachtruf für den Bergbau in die Welt gesendet. Das hat die weltweiten Rohstoffmärkte in Unruhe versetzt. Zum einen will sich die USA seine Zugriffsrechte auf kritische Metalle sichern, gleichzeitig führt der Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen zu einem Rückschritt in der Energiewende. Das leitende Metall Kupfer wird für die Elektrifizierung und viele High Tech-Anwendungen benötigt. Treiber sind hier die IT-, KI- und Rüstungs-Industrie. Daneben bestehen hohe Bedarfe im Bereich E-Mobilität und Bauwesen. Der Kupferpreis schlug mit 50 Prozent Aufschlag seit Mitte 2025 bereits Kapriolen. Nun ist die Marke von 13.000 US-Dollar überschritten. Das ist für die Industrie ein herber Kostenaufschlag, der letztendlich vom Konsumenten zu entrichten ist. Geht das rote Metall nun endgültig in den Rally-Modus über? Investoren können durch geschickte Sektor-Gewichtungen daran partizipieren!
Kupfer bei 13.000 Dollar: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?Der globale Kupfermarkt steht im Zentrum einer neuen Rohstoff-Superzyklen-Debatte. Seit Mitte 2025 ist der Preis zeitweise auf über 13.500 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Eine geballte Ladung aus Angebotsstörungen, Handelsmaßnahmen und eine rapide steigende Nachfrage aus Elektrifizierung, KI-Rechenzentren und erneuerbaren Energien traf auf ausgetrocknete Märkte. Der strukturelle Hintergrund ist eindeutig: Laut Studien von S&P Global könnte die jährliche Kupfernachfrage von etwa 28 Mio. t im Jahr 2025 auf rund 42 Mio. t bis 2040 steigen, während ohne neue Minen ein Defizit von etwa 10 Mio. t droht. Für Investoren bedeutet diese Entwicklung, dass Kupfer zunehmend als strategisches Metall betrachtet wird, vergleichbar mit Öl im 20. Jahrhundert.
In den Vereinigten Staaten reagiert die Politik mit einer Mischung aus Industrie- und Handelspolitik. 2025 wurde Kupfer offiziell als "kritisches Mineral" eingestuft, wodurch Förderprogramme, Forschungsförderung und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Minenprojekte ermöglicht werden. Gleichzeitig setzte Washington auf protektionistische Maßnahmen: Seit August 2025 gelten Zölle von 50 Prozent auf viele halbfertige Kupferprodukte, um die heimische Verarbeitung zu stärken und strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Parallel versucht die Regierung, Lieferketten durch internationale Rohstoffabkommen - etwa mit Australien und anderen Partnern - zu diversifizieren und geopolitische Risiken zu senken. Dennoch bleibt die strukturelle Abhängigkeit hoch, da die USA rund ein Drittel ihres Kupferbedarfs über Importe decken müssen.
Auch die Europäische Union verfolgt eine strategische Rohstoffpolitik. Mit dem 2024 in Kraft getretenen "Critical Raw Materials Act" will Brüssel den Zugang zu kritischen Metallen sichern, indem Förderprojekte, Raffinerien und Recyclingkapazitäten innerhalb Europas ausgebaut werden. Das Ziel ist es, Lieferketten resilienter zu gestalten und Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu reduzieren. Ergänzend werden strategische Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern - etwa in Afrika oder Lateinamerika - sowie die Entwicklung geschlossener Materialkreisläufe vorangetrieben. Besonders Recycling wird als Schlüssel betrachtet, weil Kupfer nahezu verlustfrei wiederverwertet werden kann und so einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten könnte. Gleichzeitig wächst der Trend zur vertikalen Integration, bei der große Bergbau- und Industrieunternehmen ihre Lieferketten von der Mine bis zur Verarbeitung stärker kontrollieren.
Die Preisprognosen der Investmentbanken spiegeln diese strukturelle Knappheit wider. Viele Rohstoffstrategen erwarten, dass Kupfer in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein neues Preisregime erreicht, da Lagerbestände bereits historisch niedrig sind und neue Projekte nur langsam in Produktion gehen. Einige Häuser sehen mittelfristig Durchschnittspreise im Bereich von 12.000 bis 15.000 US-Dollar je Tonne, während in Knappheitsphasen sogar deutlich höhere Spitzen möglich erscheinen. Die Argumentation dahinter ist, dass Elektrifizierung, Energiewende und Digitalisierung gleichzeitig die Nachfrage treiben - ein ungewöhnlich synchroner Nachfrageschub in mehreren Industrien. Für Anleger bedeutet dies, dass Kupfer nicht nur ein zyklischer Rohstoff bleibt, sondern zunehmend als strategischer Vermögenswert gilt, der von langfristigen strukturellen Trends getragen wird.
BHP und Glencore: Hier könnte es bald wieder losgehenDie globale Kupferindustrie wird von wenigen großen Bergbaukonzernen dominiert, darunter Glencore plc. (5,97 EUR | JE00B4T3BW64) und Rio Tinto (94,25 EUR | AU000000RIO1), die beide eine wichtige Rolle in der Versorgung mit strategischen Metallen spielen.
Glencore ist ein integrierter Rohstoffkonzern, der sowohl Bergbau betreibt als auch zu den größten Rohstoffhändlern der Welt gehört. Das Unternehmen verdient daher nicht nur an der Förderung von Metallen, sondern auch am globalen Handel, der Vermarktung und der Logistik von Rohstoffen. Kupfer gehört zu den wichtigsten Metallen im Portfolio von Glencore, neben Kohle, Zink, Nickel und ...
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