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Die Elektromobilität entwickelt sich in Österreich mit hoher Dynamik. Nach Angaben des Bundesverbands Elektromobilität Österreich wurden bis Ende Mai 2026 bereits mehr als 31.000 reine Elektro-Pkw neu zugelassen. Ihr Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen lag bei 23,8 Prozent, im Mai sogar bei knapp 26 Prozent. Damit fährt inzwischen bereits mehr als jedes vierte neu zugelassene Auto rein elektrisch.
Für Energie- und Infrastrukturdienstleister entsteht dadurch ein struktureller Wachstumsmarkt. Denn mit jedem zusätzlichen Elektrofahrzeug steigen die Anforderungen an Stromnetze, Ladeinfrastruktur und erneuerbare Stromerzeugung. Unternehmen wie E.ON (ISIN: DE000ENAG999), EnBW (ISIN: DE0005220008) oder Iberdrola (ISIN: ES0144580Y14) investieren deshalb seit Jahren Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer Lade- und Netzinfrastruktur. Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) verfolgt diesen Ansatz und verbindet Elektromobilität mit ihrer langfristigen Infrastrukturstrategie.
Elektromobilität verändert den Energiemarkt
Mit der steigenden Zahl elektrischer Fahrzeuge verschiebt sich ein Teil der Wertschöpfung vom klassischen Kraftstoffmarkt in den Strommarkt. Was früher an der Zapfsäule stattfand, wird künftig an Wallboxen, öffentlichen Ladepunkten und Schnellladestationen abgewickelt.
Damit wächst der Bedarf an leistungsfähigen Verteilnetzen, intelligenten Ladesystemen und einer zuverlässigen erneuerbaren Stromversorgung. Besonders Schnellladeparks benötigen hohe Anschlussleistungen und müssen gleichzeitig so in das Stromnetz integriert werden, dass Lastspitzen effizient gesteuert werden können.
Für Energieunternehmen eröffnet sich dadurch ein Geschäftsfeld, das weit über den Verkauf von Strom hinausgeht.
Die EVN verbindet Ladeinfrastruktur mit Netzen und erneuerbarer Erzeugung
Genau an diesem Punkt setzt die EVN an. Das Unternehmen ist nicht nur Stromlieferant, sondern gleichzeitig Netzbetreiber, Investor in erneuerbare Energien sowie Anbieter von Ladeinfrastruktur.
Im ersten Halbjahr 2025/26 hat die EVN gemeinsam mit AVIA Österreich eine Partnerschaft zum Ausbau der Elektromobilität gestartet. Ab 2026 sollen österreichweit an mehr als 100 AVIA-Tankstellen moderne Schnellladestationen errichtet werden. Gleichzeitig wird die AVIA CARD zur Tank- und Ladekarte und kann künftig auch an den EVN-Ladestationen genutzt werden.
Die Kooperation erweitert nicht nur das Ladenetz, sondern verbindet zwei bestehende Infrastrukturen miteinander und schafft zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für Elektromobilität.
Kooperationen im Bereich E-Mobilität haben sich für die EVN gut bewährt. Denn die EVN ist überzeugt, dass ein breites Angebot an Lademöglichkeiten, die sich niederschwellig in den Alltag integrieren lassen, ganz wesentlich zur Steigerung der Akzeptanz von E-Autos beiträgt. So errichtet und betreibt die EVN Ladestationen für Supermarkt- und Handelsketten auf deren Parkplätzen. Kooperationspartner sind hier in Österreich z. B. Hofer und Spar ebenso wie die Einrichtungshauskette XXXLutz. In Bulgarien gibt es eine Kooperation mit REWE.
Infrastruktur wird zum langfristigen Geschäftsmodell
Die Kooperation mit AVIA ist dabei Teil einer deutlich größeren Strategie. Im Rahmen ihrer Strategie 2030 plant die EVN Investitionen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Rund vier Fünftel dieser Mittel fließen nach Niederösterreich.
Schwerpunkte bilden Netzinfrastruktur, erneuerbare Energien, Batteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Diese Bereiche greifen zunehmend ineinander: Mehr Elektrofahrzeuge erhöhen den Strombedarf, zusätzliche Photovoltaik- und Windkraftanlagen verändern die Einspeisung, Batteriespeicher stabilisieren das System und leistungsfähige Netze verbinden Erzeugung und Verbrauch.
Die EVN positioniert sich damit als breit aufgestellter Energie- und Infrastrukturdienstleister, der sämtliche Stufen dieser Wertschöpfungskette abdeckt.
Analysten sehen langfristige Infrastrukturstrategie positiv
Auch Analysten richten ihren Blick zunehmend auf diese langfristige Positionierung. Die Erste Group hat ihr Kursziel für die EVN-Aktie zuletzt von 35,50 Euro auf 36,00 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung "Buy" bestätigt.
Analyst Christoph Schultes verweist dabei auf verbesserte Ergebniserwartungen für das Geschäftsjahr 2025/26 und erwartet ein Konzernergebnis am oberen Ende der von der EVN kommunizierten Bandbreite von 430 bis 480 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden die Gewinnschätzungen je Aktie sowie die Dividendenerwartungen für die kommenden Geschäftsjahre leicht erhöht.
Auch andere Analysten sehen die stabile Ertragsbasis des regulierten Netzgeschäfts sowie das umfangreiche Investitionsprogramm als wichtige Faktoren für die langfristige Entwicklung der EVN.
Fazit
Die Elektromobilität verändert nicht nur den Verkehrssektor, sondern den gesamten Energiemarkt. Ladeinfrastruktur, Stromnetze, Batteriespeicher und erneuerbare Erzeugung wachsen immer stärker zu einem integrierten Gesamtsystem zusammen.
Mit der Kooperation mit AVIA und ihrem langfristigen Investitionsprogramm baut die EVN ihre Position in diesem Zukunftsmarkt konsequent aus. Während internationale Energieunternehmen wie E.ON, EnBW oder Iberdrola Milliarden in die Elektrifizierung investieren, verfolgt die EVN einen integrierten Infrastrukturansatz und verbindet Netze, erneuerbare Energien, Speicher und Elektromobilität zu einem langfristig ausgerichteten Geschäftsmodell.
Quellen:
Bundesverband Elektromobilität Österreich: https://www.beoe.at/neuzulassungen/?utm_source=chatgpt.com
electrive: https://www.electrive.net/2026/06/11/oesterreich-elektroauto-anteil-bleibt-im-mai-knapp-bei-26-prozent/?utm_source=chatgpt.com
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EVN
ISIN: AT0000741053
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