PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte sind nach der Zoll-Einigung zwischen der EU und den USA mit Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Der EuroStoxx 50 stieg am Mittag um 0,9 Prozent auf 5.400 Punkte.
Außerhalb des Euroraums legte der Schweizer Leitindex SMI um 0,8 Prozent auf 12.047 Zähler zu. Der britische FTSE 100 gewann 0,1 Prozent auf 9.130 Punkte.
Die USA und die EU einigten sich auf einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent auf die meisten europäischen Einfuhren in die USA. Das gilt auch für die Autos, Halbleiter und Pharmaprodukte, allerdings nicht für Stahl und Aluminium, für die es bei den beschlossenen 50 Prozent bleibt. Von den Zöllen ausgenommen bleiben ausgewählte strategische Güter wie Flugzeuge und Flugzeugteile, Halbleiterausrüstung, bestimmte Chemikalien sowie einige Agrarprodukte. Die Einigung schaffe einen Rahmen für die zukünftige Senkung der Zölle auf weitere Produkte, hieß es.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets wertete das Handelsabkommen allerdings kritisch: "Es ist ein Deal, der seinen Namen nicht verdient. Das Abkommen entschärft die Situation im Handelsstreit zu den Bedingungen und damit primär zugunsten der USA. Es ist ein mehr oder weniger schlechtes Geschäft für Europa."
Technologiewerte standen europaweit mit einem Plus von 1,7 Prozent an der Spitze des Branchentableaus. Dabei führten die Papiere der Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und AMS-Osram mit Kursaufschlägen von 4,9 beziehungsweise 4,1 Prozent die Gewinnerliste an. Dazu trug nicht nur die vereinbarte Zollausnahme für Chip-Ausrüster bei, sondern auch ein Mega-Deal zwischen dem Elektronikkonzern Samsung und dem E-Autobauer Tesla . So soll Samsung für Tesla den Ki-Chip der nächsten Generation fertigen. Der Vertrag hat einen Wert von umgerechnet 16,5 Milliarden US-Dollar.
Bei Pharmaaktien fiel die Reaktion auf den Zolldeal ebenfalls positiv aus. Die Einigung habe die letzten Sorgen über die Belastungen durch Zölle beseitigt, kommentierte Experte Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan. Bernstein-Analyst Florent Cespedes sieht die Zölle von 15 Prozent als beherrschbares Risiko für die Branche, das die aktuellen Bewertungen bereits reflektierten. Die Aktien von Novartis, Roche, Sanofi, Novo Nordisk, GSK und Astrazeneca verbuchten Gewinne zwischen 0,5 und 1,7 Prozent.
Die Anteilsscheine von MediaForEurope (MFE) sackten um 5,6 Prozent ab. Der italienische Berlusconi-Konzern erhöhte sein Kaufgebot für den deutschen Medienkonzern ProSiebenSat.1 (PSM) . MFE bietet nun zusätzlich zu der unveränderten Barkomponente von 4,48 Euro je Aktie 1,3 eigene Aktien, nach ursprünglich 0,4 Aktien. Damit steigt der Wert des Übernahmeangebotes nach MFE-Angaben auf 8,62 Euro je PSM-Aktie. Deren Kurs schnellte am Montag um knapp 11 Prozent auf 7,80 Euro nach oben./edh/mis
CH0012005267, FR0000120578, US7960508882, GB0009895292, CH0012032048, EU0009658145, EU0009658160, KR7005930003, US88160R1014, NL0010273215, DE000PSM7770, CH0009980894, GB0001383545, DK0062498333, AT0000A3EPA4