NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Rekordkurs der Wall Street zum Wochenstart ist am Dienstag eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor zuletzt 0,7 Prozent auf 49.265 Punkte. Tags zuvor hatte der US-Leitindex mit 49.633 Punkten eine weitere Bestmarke aufgestellt.
Der marktbreite S&P 500 fiel am Dienstag um 0,3 Prozent auf 6.954 Zähler, nachdem er am Freitag und Montag Höchststände markiert hatte. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Nasdaq 100 am Dienstag um 0,4 Prozent auf 25.689 Punkte nach.
Die unruhigen Handelsaktivitäten spiegelten möglicherweise die Unsicherheit hinsichtlich der kurzfristigen Aussichten angesichts einer Flut von Vorschlägen von Präsident Donald Trump wider, kommentierte ein Marktbeobachter. Trump forderte kürzlich eine einjährige Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf 10 Prozent und sprach sich dafür aus, dass Verteidigungsunternehmen keine Dividenden ausschütten oder Aktienrückkäufe tätigen dürfen. Zudem sollte institutionellen Anlegern der Kauf von Einfamilienhäusern untersagt werden.
Frische US-Inflationsdaten hatten nur relativ wenig Einfluss auf die Notierungen. So stiegen die Verbraucherpreise im Dezember wie erwartet um 2,7 Prozent. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, betrug unverändert 2,6 Prozent. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigen die Preisdaten weiterhin keine nennenswerten Effekte durch die Zollpolitik der US-Regierung. Sollte sich dies in den kommenden Monaten fortsetzen, habe die US-Notenbank Fed grünes Licht für weitere Zinssenkungen.
Die Quartalsberichtssaison der US-Unternehmen eröffnete am Dienstag JPMorgan . Die Übernahme der Apple-Kreditkarten von Goldman Sachs hat der größten US-Bank im Schlussquartal 2025 einen Gewinnrückgang eingebrockt. Die Pläne von Bankchef Jamie Dimon für das laufende Jahr fielen indes höher aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. Die JPMorgan-Aktie verlor zuletzt 3,8 Prozent.
Apple greift unterdessen den Softwarehersteller Adobe sowie Entwickler von Musik-Anwendungen mit einem deutlich günstigeren Bündel-Abopreis für seine Kreativ-Apps an. Adobe-Aktien sackten um 5,8 Prozent ab, während Apple-Papiere stagnierten.
Die Papiere der Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard litten erneut unter Trumps Forderung einer Zinsobergrenze und büßten zwischen 3,3 und 3,5 Prozent ein.
Für die Anteilsscheine von Meta ging es um 2,3 Prozent bergab. Der Facebook-Konzern will mit einem verstärkten Fokus auf KI rund jeden zehnten Job in seiner verlustreichen Sparte Reality Labs streichen, die einst als Zukunft des Konzerns galt. Die Sparte Reality Labs verbuchte allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen operativen Verlust von gut 13 Milliarden Dollar - bei lediglich 1,2 Milliarden Dollar Umsatz.
Der US-Flugzeugbauer Boeing lieferte nach seiner verschärften Krise von 2024 im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Jets aus. Bei den Bestellungen lag Boeing 2025 mit brutto 1.175 Maschinen sogar klar vor seinem europäischen Konkurrenten Airbus . An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Boeing-Aktie gewann als bester Dow-Wert 2,5 Prozent.
Zu den klaren Kursgewinnern zählten auch die Papiere von Intel und AMD, die um 8,0 beziehungsweise 6,3 Prozent stiegen. Das Investmenthaus Keybanc Capital Markets hob beide Chipwerte auf "Overweight" an.
Die Titel von Delta Air Lines fielen um 2,1 Prozent. Die Prognose der Fluggesellschaft für den Gewinn je Aktie im Jahr 2026 wurde am Markt als zurückhaltend eingestuft./edh/nas
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