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An den internationalen Börsen dominieren weiterhin große US-Technologiekonzerne wie Apple (ISIN: US0378331005), Alphabet (ISIN: US02079K3059) oder NVIDIA (ISIN: US67066G1040). Viele dieser Unternehmen werden inzwischen mit sehr hohen Bewertungskennzahlen gehandelt.
Parallel dazu beobachten Marktteilnehmer jedoch eine Rückkehr klassischer Value-Strategien. Investoren achten wieder stärker auf stabile Gewinne, Dividenden und nachvollziehbare Geschäftsmodelle. Davon profitieren zunehmend auch europäische Nebenwerte - darunter mehrere Unternehmen aus Österreich, die in sehr unterschiedlichen Branchen aktiv sind.
Während Tech-Werte hoch bewertet bleiben, geraten europäische Nebenwerte wieder stärker in den Fokus
Steigende Zinsen, geopolitische Unsicherheiten und schwankungsanfälligere Märkte verändern derzeit die Prioritäten vieler Anleger. Statt ausschließlich auf stark wachsende Technologiewerte zu setzen, rücken wieder Unternehmen in den Mittelpunkt, die kontinuierliche Gewinne erwirtschaften oder in langfristigen Industriezyklen positioniert sind.
Gerade Österreich bietet dabei eine interessante Mischung: klassische Finanzwerte mit stabilen Erträgen treffen auf international tätige Industrieunternehmen mit globaler Kundenbasis. Auffällig ist dabei, wie unterschiedlich die Börse diese Geschäftsmodelle derzeit bewertet.
Oberbank punktet mit konservativem Geschäftsmodell und stabilen Erträgen
Die Oberbank (ISIN: AT0000625108) zählt zu den traditionsreicheren Bankinstituten im deutschsprachigen Raum. Der Schwerpunkt liegt vor allem im Firmenkundengeschäft sowie in der Finanzierung mittelständischer Unternehmen.
Das höhere Zinsniveau wirkte sich zuletzt positiv auf die Ertragslage aus. Für das Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn je Aktie bei 5,27 Euro. Daraus ergibt sich aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16.
Im Gegensatz zu vielen internationalen Großbanken verfolgt Oberbank seit Jahren einen vergleichsweise konservativen Kurs. Genau diese Stabilität rückt in einem volatileren Marktumfeld wieder stärker in den Fokus klassischer Value-Investoren.
Vienna Insurance Group verbindet Dividendenstärke mit internationaler Marktposition
Noch niedriger fällt die Bewertung derzeit bei der Vienna Insurance Group (ISIN: AT0000908504) aus. Die Versicherungsgruppe ist in zahlreichen Ländern Zentral- und Osteuropas aktiv und zählt zu den größten Versicherungskonzernen der Region.
Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 6,46 Euro. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses ergibt sich daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 10.
Zusätzlich spielt die Dividendenpolitik bei der Wahrnehmung des Unternehmens eine wichtige Rolle. Versicherungen gelten wegen ihrer wiederkehrenden Prämieneinnahmen häufig als vergleichsweise robuste Geschäftsmodelle.
Gleichzeitig profitieren viele Gesellschaften von höheren Kapitalmarktzinsen, da sich dadurch die Erträge aus Kapitalanlagen verbessern können.
FACC wird weniger über Dividenden als über den globalen Luftfahrtzyklus bewertet
Deutlich anders fällt die Einordnung bei der FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) aus. Das Unternehmen entwickelt, produziert und wartet Leichtbau-Komponenten aus Faserverbundwerkstoffen für internationale Flugzeugprogramme.
Das Produktspektrum umfasst Strukturkomponenten, Triebwerksverkleidungen und Kabinenmodule für Flugzeugprogramme führender Hersteller, darunter Airbus und Boeing. Im Unterschied zu Banken oder Versicherungen steht bei FACC weniger die Dividendenstärke im Vordergrund. Der Fokus vieler Investoren liegt vielmehr auf den langfristigen Wachstumsperspektiven der Luftfahrtindustrie.
Airbus und Boeing arbeiten derzeit an steigenden Produktionsraten, während Airlines weltweit ihre Flotten modernisieren. Gleichzeitig wächst der Druck, Gewicht und Treibstoffverbrauch moderner Flugzeuge zu reduzieren. Genau dafür spielen leichte Verbundwerkstoffe eine immer größere Rolle.
Für das Geschäftsjahr 2025 lag das Ergebnis je Aktie bei 0,46 Euro. Daraus ergibt sich aktuell ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 31. Analysten verbinden diese Bewertung vor allem mit den Wachstumserwartungen im zivilen Luftfahrtmarkt und den operativen Verbesserungen der vergangenen Quartale.
Unterschiedliche Bewertungen zeigen, wie breit das Spektrum österreichischer Aktien inzwischen ist
Die drei Unternehmen stehen exemplarisch für sehr unterschiedliche Investmentprofile am österreichischen Aktienmarkt. Oberbank und Vienna Insurance Group werden derzeit vor allem über Stabilität, Gewinne und Dividenden wahrgenommen.
Bei FACC wiederum richtet sich der Blick stärker auf industrielle Wachstumszyklen, Produktionshochläufe und technologische Entwicklungen in der Luftfahrt.
Gerade diese Mischung aus klassischen Value-Werten und spezialisierten Industrieunternehmen sorgt dafür, dass österreichische Aktien derzeit wieder häufiger auf internationalen Beobachtungslisten auftauchen.
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FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
https://www.facc.com
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