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Small- & Micro Cap Investment
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Warum Graphen plötzlich den Sprung in die Industrie schafft - und was First Graphene und Sparc Technologies unterschiedlich machen

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Vor gut zwanzig Jahren galt Graphen als wissenschaftliche Sensation. Das nur wenige Atomlagen dünne Kohlenstoffmaterial versprach außergewöhnliche Eigenschaften: hohe elektrische Leitfähigkeit, enorme Festigkeit, geringes Gewicht und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Entsprechend groß waren die Erwartungen. Viele Beobachter gingen davon aus, dass Graphen innerhalb weniger Jahre zahlreiche Industrien verändern würde.

Doch der große Durchbruch ließ auf sich warten.

Heute verändert sich die Diskussion jedoch spürbar. Statt neuer Laborrekorde oder theoretischer Anwendungen stehen zunehmend Produktionskapazitäten, Industriepartner und kommerzielle Produkte im Mittelpunkt. Genau darin sehen viele Branchenbeobachter den Beginn einer neuen Phase der Graphen-Industrie.

Warum Forschung allein noch keinen Industriemarkt schafft

Zwischen einer wissenschaftlichen Entdeckung und einem marktfähigen Industrieprodukt liegt häufig ein langer Weg. Neue Materialien müssen nicht nur funktionieren, sondern auch wirtschaftlich produziert, zuverlässig geliefert und in bestehende Fertigungsprozesse integriert werden.

Michael Bell, CEO von First Graphene (ISIN: AU000000FGR3), brachte diesen Wandel kürzlich in mehreren Interviews auf den Punkt. Gegenüber dem Fachportal AZoNano erklärte er, dass das Problem nie Graphen selbst gewesen sei. Die eigentliche Herausforderung habe darin bestanden, für jede Anwendung die passende Materialspezifikation bereitzustellen und diese gemeinsam mit Industriekunden zur Serienreife zu entwickeln.

Im Gespräch mit Dr. Reuter Investor Relations formulierte Bell einen weiteren entscheidenden Gedanken: First Graphene habe sich bewusst "vom Labor gelöst" und ein kommerziell arbeitendes Unternehmen aufgebaut. Nach Unternehmensangaben verfügt die Produktionsanlage in Westaustralien inzwischen über eine Kapazität von rund 100 Tonnen Graphen pro Jahr und beliefert etwa 35 Kunden in 35 unterschiedlichen Anwendungen.

Diese Aussagen zeigen, worauf es heute ankommt: Nicht die spektakulärste Forschung entscheidet über den Erfolg, sondern die Fähigkeit, industrielle Probleme zuverlässig zu lösen.

Warum First Graphene auf viele Industrien gleichzeitig setzt

Während sich manche Materialunternehmen auf einen einzelnen Zielmarkt konzentrieren, verfolgt First Graphene einen bewusst breiten Ansatz.

Nach Unternehmensangaben kommt PureGRAPH inzwischen in Projekten für Zement und Beton, Verbundwerkstoffe, Thermoplaste, Wasserstoffanwendungen, Schutzbeschichtungen und leitfähige Tinten zum Einsatz. Gemeinsam mit der Breedon Group (ISIN: GB0002869419) arbeitet das Unternehmen beispielsweise an graphenverstärktem Zement, der den Klinkeranteil und damit die CO2-Emissionen reduzieren soll. Gleichzeitig wird Graphen in Verbundwerkstoffen eingesetzt, um Bauteile leichter, stabiler oder verschleißfester zu machen.

Bell beschreibt diese Vielfalt nicht als Zufall. Unterschiedliche Industrien benötigten unterschiedliche Graphenspezifikationen. Deshalb habe sich First Graphene bewusst dafür entschieden, ein möglichst breites Produktportfolio aufzubauen, um verschiedene Märkte adressieren zu können.

Warum Sparc Technologies einen anderen Weg gewählt hat

Einen deutlich fokussierteren Ansatz verfolgt dagegen Sparc Technologies (ISIN: AU0000115750).

Das Unternehmen versucht nicht, möglichst viele Industrien gleichzeitig zu bedienen. Stattdessen konzentriert sich Sparc auf ein konkretes Problem, das weltweit enorme wirtschaftliche Schäden verursacht: Korrosion.

Mit dem Graphen-Additiv ecosparc soll die Leistungsfähigkeit bestehender Schutzbeschichtungen verbessert werden. Entscheidend ist dabei, dass keine völlig neue Beschichtung entwickelt wurde. Vielmehr ergänzt Graphen ein bereits etabliertes Industriesystem.

Diese Strategie erreichte 2026 einen wichtigen Meilenstein. Nach mehr als sechs Jahren Entwicklungsarbeit und über 21 Monaten Feldtests brachte Akzo Nobel (ISIN: NL0013267909) eine graphenverstärkte Version der Schwerlastbeschichtung Interzone 954 auf den Markt. Das Produkt baut auf einer Beschichtung auf, die seit Jahrzehnten in Offshore-Anlagen, Industrieparks und anderen anspruchsvollen Umgebungen eingesetzt wird.

Die eigentliche Innovation bestand somit nicht darin, den Markt neu zu erfinden. Vielmehr wurde ein bewährtes Produkt gezielt weiterentwickelt.

Warum beide Unternehmen denselben Trend widerspiegeln

Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Geschäftsmodelle deutlich. First Graphene verfolgt eine breite Materialplattform mit Anwendungen in zahlreichen Industrien. Sparc Technologies konzentriert sich auf den Korrosionsschutz und den Beschichtungsmarkt.

Gemeinsam ist beiden Unternehmen jedoch ein zentraler Gedanke: Graphen soll bestehende Industrieprodukte verbessern - nicht ersetzen.

Diese Entwicklung spiegelt sich inzwischen in vielen Bereichen der Materialwissenschaft wider. Neue Werkstoffe setzen sich häufig nicht durch, weil sie komplette Industrien umkrempeln. Erfolgreicher sind oft Lösungen, die bestehende Produkte schrittweise leistungsfähiger machen und sich ohne grundlegende Änderungen in etablierte Produktionsprozesse integrieren lassen.

Warum die nächste Phase der Graphen-Branche anders aussehen dürfte

Die vergangenen zwanzig Jahre standen im Zeichen der Forschung. Die kommenden Jahre könnten stärker von industrieller Umsetzung geprägt sein.

Produktionskapazitäten, Kundenprojekte, Lieferketten und kommerzielle Anwendungen gewinnen sichtbar an Bedeutung. First Graphene zeigt diesen Wandel durch den Ausbau seiner Produktions- und Kundenbasis über zahlreiche Industrien hinweg. Sparc Technologies verfolgt denselben Trend mit einem deutlich fokussierteren Ansatz und arbeitet daran, bestehende Schutzbeschichtungen gemeinsam mit einem globalen Industriekonzern weiterzuentwickeln.

Beide Unternehmen wählen unterschiedliche Wege. Die Richtung ist jedoch ähnlich. Die Graphen-Branche scheint sich zunehmend von der Frage zu lösen, ob das Material funktioniert. Immer häufiger geht es darum, wo es bereits heute wirtschaftliche Probleme lösen kann.


Quellen:

https://firstgraphene.net/investors/executive-interviews/
https://www.azonano.com/article.aspx?ArticleID=7012
https://sparctechnologies.com.au/
https://www.akzonobel.com/en/products/interzone-954

Lassen Sie sich in den Verteiler für First Graphene oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler First Graphene" oder "Nebenwerte".

First Graphene Limited
Land: Australien
ISIN: AU000000FGR3
First Graphene - First Graphene

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