FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.900 Punkten getestet. Dafür war allerdings nur ein kleiner Schritt nötig, bevor rasch Gewinnmitnahmen einsetzten. So mancher Analyst zweifelt daran, dass der Höhenflug weiter gehen wird. Charttechniker Christoph Geyer spricht von einem inzwischen überkauften Markt. Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verweist auf die zuletzt "relativ schwachen Umsätze", denn sie setzten ein Fragezeichen hinter der Nachhaltigkeit des Dax-Ausbruchs.
Nachdem das deutsche Börsenbarometer im frühen Handel auf 25.900 Punkte geklettert war, zeigte es sich am Nachmittag mit minus 0,04 Prozent auf 25.770 Punkte fast unverändert. Am Donnerstag hatte es seinen fast sechs Monate alten Höchststand getoppt und am Freitag die Marke von 25.800 Punkten übersprungen.
Der MDax stieg am Montag um 0,6 Prozent auf 33.202 Punkte.
Gefragt waren hierzulande vor allem wieder Aktien aus dem Rüstungssektor. Rheinmetall gewannen an der Dax-Spitze 2,2 Prozent. Renk und Hensoldt stiegen im MDax um jeweils 3,4 Prozent, TKMS sogar um 11 Prozent. Die Papiere profitierten gleich von mehreren Neuigkeiten.
So kommen die von den USA geführten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein mögliches Friedensabkommen nicht voran. Der Nato-Gipfel mit Milliarden-Investitionen steht bevor. In Frankreich bahnt sich eine Übernahme des Unterwasserdrohen-Spezialisten Exail durch den Luft- und Raumfahrtkonzern Thales an, und TKMS im Speziellen erhielt einem kanadischen Pressebericht zufolge einen U-Bootauftrag von Ottawa.
Gefragt war außerdem die SAP-Aktie, die sich mit plus 0,8 Prozent von ihren Freitagsverlusten erholte, während Infineon unter den Schlusslichtern im Dax um 1,2 Prozent nachgaben. Im MDax zählten Suss und Elmos zu den schwächsten Werten mit Verlusten zwischen 1,4 und 2,5 Prozent. Wie zuletzt stets, wenn Aktien aus dem KI-Bereich - vor allem Chipwerte - schwächeln, profitieren solche aus der Software-und IT-Dienstleisterbranche.
Continental verloren 1,7 Prozent, nachdem das Papier des Autozulieferers am Freitag noch auf den höchsten Stand seit Ende November 2021 gesprungen war. Der künftig reine Reifenkonzern will einen Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf der Kunststofftechniksparte Contitech an die Aktionäre weitergeben. Kepler Cheuvreux rät nun zu Gewinnmitnahmen. Die Kaufempfehlung wurde gestrichen. Die Unterschrift unter den Verkauf von ContiTech besiegle den finalen Schritt des jahrelangen Konzernumbaus. Damit sei der letzte größere Kurstreiber Geschichte.
Schott Pharma erreichten nach einer Empfehlung der Deutschen Bank im Kleinwerte-Index SDax mit plus 7 Prozent den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2025. Analyst Falko Friedrichs traut der Aktie des Spezialisten für Verpackung und Verabreichung injizierbarer Medikamente mit seinem Kursziel von 22 Euro sogar eine Rückkehr an die Charthürde aus dem Herbst 2025 zu. Zum Befreiungsschlag im Chart passt, dass auch das Geschäft laut Friedrichs die Talsohle durchschritten hat./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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